Krieg in Nahost: Bleiben die Bayern über die Osterferien lieber zuhause?

Von Gerd Otto · 31. März 2026 um 05:00

Die Osterferien gelten gemeinhin als die erste große Reisezeit des Jahres – entsprechend turbulent geht es seit dem Wochenende vor allem auf Bayerns Flughäfen zu: Der Airport München erwartet in diesen beiden Wochen 2,1 Millionen Passagiere, während Nürnberg von einer gegenüber dem Vorjahr zehnprozentigen Steigerung auf 240.000 Fluggäste ausgeht. Dennoch macht sich auch der Krieg in Nahost bemerkbar.

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Seit Ende Februar, dem Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen rund um den Iran, hat sich einiges verändert. Wie Robert Wilhelm vom Referat Unternehmenskommunikation und Politik der Flughafen München GmbH betont, sei die Situation „sehr volatil“. Die Flugpläne der Airlines werden aktuell sehr kurzfristig, teilweise sogar täglich aktualisiert.

Einige Fluglinien sind stark beeinträchtigt

Das Ausmaß dieser notwendigen Veränderungen lässt sich nicht zuletzt daran erkennen, dass vor Kriegsbeginn von München aus wöchentlich mehr als 80 Starts in die Regionen des aktuellen Nahost-Kriegs stattgefunden haben – und dies von immerhin zehn Fluggesellschaften. Stark beeinträchtigt sind derzeit aus Sicht des Münchner Flughafens insbesondere Flüge von und nach Israel, in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Bahrain, Katar, Kuwait und in den Irak.

Zum nordirakischen Erbil und zu Beirut im Libanon bestehen auch für den Albrecht Dürer Airport Nürnberg enge Verbindungen, obwohl die Frankenmetropole im Gegensatz zu München und Frankfurt kein „Drehkreuz“ ist und sich deshalb auf Europa konzentriert. Zu den Favoriten der Nürnberger Fluggäste zählen unter den 60 Nonstop-Zielen dementsprechend vor allem die Mittelmeer-Destinationen.

Mallorca ist ein Top-Reiseziel

Unter denen profitiert laut einer ADAC-Auswertung insbesondere Mallorca aktuell von der Nahost-Krise. Um der Nachfrage gerecht zu werden, habe allein die Lufthansa-Tochter Eurowings bis Ende Mai rund 170 zusätzliche Flüge in Richtung Spanien angesetzt. Mallorca nimmt auch aus dem Blickwinkel des Nürnberger Airports bereits während der Osterferien mit 30.000 Fluggästen den Spitzenplatz ein, gefolgt von türkischen Antalya (28.000) und Hurghada in Ägypten, wohin immerhin 20.000 Passagiere gebucht hatten.

Neben diesen Direkteffekten ist der Flughafen Nürnberg aber auch indirekt von den Auswirkungen des Kriegs in Nahost betroffen. Wie Pressesprecher Christian Albrecht erläutert, treibt dieser Konflikt insbesondere die Ölpreise nach oben, und damit auch den Treibstoff Kerosin. Andererseits nutzen die Airlines schon seit langem auch die Möglichkeiten von „Hedging“ – also das frühzeitige Absichern von Preisen –, um sich vor allzu starken Preisschwankungen zu schützen.

Der Deutsche Reiseverband sieht aktuell für Ägypten, Zypern und die Türkei kein Risiko. Langfristig, so Frank Venus vom gleichnamigen Reisebüro in Regensburg, werde sich der Trend zu Fernreisen eher noch verstärken. So plant die Lufthansa schon bald Extraflüge von München nach Singapur.