Airport Nürnberg nimmt riesigen Solarpark neben der Rollbahn in Betrieb

Selbst vom Flugzeug aus der Luft dürfte der Anblick der neuen Photovoltaikanlage des Albrecht Dürer Airports für Passagiere an Bord ziemlich gewaltig sein. Allein die Dimensionen der aufgeständerten Sonnenkollektoren sind imposant. Fast zwei Kilometer ist das Kraftwerk gleich neben der Rollbahn lang, das jetzt in Nürnberg offiziell in Betrieb ging .
Zur feierlichen Eröffnung der Investition in eine nachhaltigere Zukunft mit Bayerns Finanzminister Albert Füracker und Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König hat der Airport am Dienstag sogar eine Fluggasttreppe neben den Solarmodulen geparkt, um von der erhöhten Aussichtsplattform die beeindruckende Ausdehnung überblicken zu können.
Insgesamt sind über 20.000 Solarmodule und fast 100 Kilometer Kabel verbaut worden. Die Module sind in Ost-West-Ausrichtung installiert, um Blendungen für den Flugverkehr zu vermeiden und den Stromertrag in den Morgen- und Abendstunden zu maximieren. Unkompliziert sei die Planung des Kraftwerks im Sicherheitsbereich des Flughafens laut Airport-Geschäftsführer Dr. Michael Hupe nicht gewesen.
Selbst die mehr als 350 Tonnen Stahl für die Unterkonstruktion hätten beispielsweise die vorgeschriebenen Sicherheitskontrollen passieren müssen.
Ideales Areal an der Rollbahn in Nürnberg
Der Vorteil der Fläche liegt für Finanzminister und Aufsichtsratschef Füracker trotzdem auf der Hand. Das rund 20 Fußballfeld große Areal zwischen Startbahn und Stacheldrahtzaun sei weder als Bau- noch als Ackerland geeignet. Die Investition in den Solarpark – die Rede ist von einem „mittleren einstelligen“ Millionenbetrag – will Füracker auch als Bekenntnis des Freistaats zum fränkischen Tor zur Welt verstanden wissen.
„Bayern steht hinter dem Nürnberger Flughafen. Deswegen überlegen wir uns immer, was wir weiter verbessern können, damit der Airport für die Zukunft gut aufgestellt ist“, sagte Füracker und sprach von einer „unverzichtbaren Infrastruktureinrichtung“ für ganz Nordbayern, die sich jeweils zur Hälfte im Besitz von Land und Stadt befindet.
Langfristig will sich der Flughafen klimaneutral mit Energie versorgen. Die neue Anlage soll eine Jahresleistung in Höhe von rund 13,5 Gigawattstunden erreichen.
Nürnberger Solarpark soll durch Batterien erweitert werden
Das wäre genug, um fast viertausend Vier-Personen-Haushalte für ein Jahr mit Strom zu versorgen. Für Airport-Chef Hupe „ein zentrales Element des Transformationsplans zur CO2-Neutralität“. In den nächsten Jahren soll das Kraftwerk mit Batterien erweitert werden, um den Strom größtenteils direkt vor Ort nutzen zu können.
Schon seit 2017 betreibe der Flughafen kleinere PV-Anlagen beispielsweise auf dem Oberdeck des Parkhauses P4. Mit dem neuen Großprojekt – Hupe sprach von einem „Doppelwumms“ – sei ein wichtiger Meilenstein in Richtung klimaneutrale Flughafeninfrastruktur gesetzt.
Nürnbergs Sonnenenergie verdoppelt sich
Oberbürgermeister König erinnerte an die große Bedeutung des Airport für den Wohlstand. „Unser Flughafen ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die gesamte Metropolregion“, betonte er und kritisierte die Fokussierung auf Jahreszahlen bei der Erreichung von Klimazielen. „Mir ist es total wurst, ob wir die Klimaneutralität im Jahr 2034, 2035 oder 2036 erreichen. Wichtig ist, dass wir uns auf den Weg machen“, betonte König zur Eröffnung den neuen Solarkraftwerks.
Stadtrat Marc Schüller (Grüne), hat indes ausgerechnet, dass die neue Anlage die in Nürnberg produzierte Menge an Sonnenenergie auf einen Schlag nahezu verdoppele.
