Rakete schon wieder abgebaut: Geht Isar Aerospace gegen die Fischer vor?

Von Johannes Geigenberger · 26. März 2026 um 16:47

Nach dem gestoppten Start der Bayern-Rakete von Isar Aerospace auf dem Startplatz in Nordnorwegen wegen eines Fischerboots in der Sperrzone halten sich die Raketenbauer noch zurück, wann es weitergeht. Zur Erinnerung: Isar Aerospace hat ein Startfenster bis Sonntag, 29. März, und dann nach einer Osterpause am Spaceport wieder von 8. April bis 16. April.

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Raketenstarts sind hochkomplexe Operationen.Daniel Metzler , Mitgründer und CEO

Mitgründer Daniel Metzler nennt noch kein genaueres Datum. Nur so viel: „Raketenstarts sind hochkomplexe Operationen – von einer sicheren Bodeninfrastruktur bis hin zu mehr als 100.000 Teilen, Strukturen und Systemen, die nahtlos zusammenarbeiten müssen“, so der Vorstandschef. „Während wir daran arbeiten, so schnell wie möglich wieder zur Startrampe zurückzukehren, werden wir bei der Missionssicherheit keine Kompromisse eingehen.“

Unbefugtes Schiff war in Gefahrenzone eingedrungen

Er deutet damit auf den Vorfall von Mittwochabend hin. Der stellt sich aus Isar Aerospace-Sicht so dar: „Gestern war Isar Aerospace bereit, seinen Qualifikationsflug für die Mission ,Onward and Upward‘ vom Startplatz Andøya Space innerhalb eines 15-minütigen Startfensters durchzuführen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Während des Countdowns verliefen alle Abläufe und Checks nominal, jedoch wurde Isar Aerospace über ein unbefugtes Schiff informiert, das in die ausgewiesene Gefahrenzone auf See eingedrungen war. Kurz bevor das Startsystem in die finale Autosequenz überging, wurde der Start für 15 Minuten unterbrochen. Erst um 21:18 Uhr konnte der Bereich wieder als frei erklärt werden, woraufhin der Countdown fortgesetzt wurde“, teilt Isar Aerospace mit.

Hohe Treibstofftemperaturen im Tank

„Aufgrund der Verzögerung kam es jedoch zu einem Anstieg der Treibstofftemperatur im Triebwerk, der innerhalb des verkürzten Countdowns nicht behoben werden konnte und letztlich zum Abbruch der Mission führte.“

Offen lässt Isar Aerospace, ob das Unternehmen rechtliche Schritte gegen den oder die verantwortlichen Fischer unternimmt. Wie berichtet, steht der Verdacht im Raum, es handelte sich um gezielte Sabotage.