ADAC wird vielen zu teuer: Diese Alternativen gibt es in Deutschland

Aufgrund der im Raum stehenden Beitragserhöhung droht dem ADAC erneut eine große Kündigungswelle. Das geht aus den Reaktionen in den Sozialen Medien hervor. Doch welche Alternativen gibt es? Wir haben uns bei den anderen Autoclubs in Deutschland umgesehen und ihre Tarife miteinander verglichen. Unser Fazit: Der ADAC hat viel zu bieten – aber das haben andere auch.
„Und wir kündigen.“ „Dann werde ich kündigen.“ „Reichen die 60.000 verlorenen Mitglieder durch euren Exboss nicht? Macht ihr jetzt so weiter ??“ „Ja dann bleibt nur noch die Kündigung.“ „Dann kündige ich nach 20 Jahren!“ Die Reaktionen auf Facebook zu unserem Bericht zur Beitragserhöhung, über die der ADAC bei der Hauptversammlung im Mai abstimmen lassen will, gehen alle in die gleiche Richtung. Verständnis zeigt kaum jemand für den Autoclub mit Sitz in München.
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Stellt sich die Frage: Wofür braucht man den ADAC eigentlich? Und welche Alternativen gibt es? Der ADAC ist mit über 22 Millionen Mitgliedern der größte Verkehrsclub Europas und der zweitgrößte der Welt. Und auch wenn er mit Gründungsjahr 1905 einer der ältesten in Deutschland sein mag – der ADAC ist bei Weitem nicht der einzige Club für Autofahrer hierzulande.
Vier Alternativen zum ADAC
• ACE (Auto Club Europa) ist mit gut 600.000 Mitgliedern der drittgrößte Verkehrsclub in Deutschland. Sein Schutz- und Leistungsangebot erstreckt sich auf ganz Europa und die Mittelmeeranrainerstaaten. Er startete 1965 als „Autoclub der Gewerkschaften“, um deren Mitgliedern eine preiswerte Pannenhilfe zu bieten und steht erst seit 1995 allen Autofahrern offen.
• AvD (Automobilclub von Deutschland) wurde bereits 1899 gegründet und zählt heute 1,4 Millionen Mitglieder. Der AvD, der einst unter der Schirmherrschaft des Kaisers stand, war maßgeblich an der Einführung der ersten Verkehrsregeln und der „Bestallungsurkunde“ (dem heutigen Führerschein) beteiligt.
• ACV (Automobil-Club Verkehr) mit Gründungsjahr 1962 zählt im März 2026 rund 520.000 Mitglieder. Ursprünglich für Beschäftigte im Verkehrswesen (wie Eisenbahner) gegründet, steht er seit langem allen Autofahrern und Reisenden offen.
• Mobil in Deutschland e.V. startete 1992 unter dem Namen „Mobil in München e.V.“ im Münchner Löwenbräukeller mit 17 Personen. Erst später erfolgte die bundesweite Ausrichtung und Umbenennung in „Mobil in Deutschland e.V.“. Obwohl er mit nur 15.000 Mitglieder ein kleiner Club ist, erhält er regelmäßig Auszeichnungen in Servicetests.
Alle diese Clubs haben zum Ziel, Autofahrern bei Pannen oder Unfällen zu Helfen. Dazu muss man eine Mitgliedschaft abschließen, für die es bei allen Vereinen verschiedene Tarife zur Auswahl gibt – je nach Bedarf. Single oder Familie, Fahranfänger oder Vielfahrer, für Menschen, die nur in Deutschland unterwegs sind oder in ganz Europa. Seit neuestem sind bei den meisten auch Fahrräder und E-Bikes mitversichert, ebenso Wohnmobile oder Anhänger.
Die günstigsten und teuersten Tarife der Autoclubs im Vergleich
Wir haben in unserer Tabelle die jeweils günstigsten Tarife (zumeist Singles ab 27 Jahren) und die teuersten (für die ganze Familie) von ADAC, ACE, AvD, ACV und Mobil in Deutschland aufgeführt.
Für Singles, die nur allein in Deutschland unterwegs sind, könnte sicherlich der Basis-Tarif von Mobil in Deutschland eine Option sein. Familien mit Kindern indes, die einmal im Jahr ins Ausland in den Urlaub fahren, könnten hingegen mit dem ACE-Classic oder dem AvD Help Plus Comfort gut beraten sein.
Schutzbrief statt Mitgliedschaft
Was alle diese Mitgliedschaften gemein haben: Sie sind personenbezogen. Das heißt, der Schutz greift unabhängig vom Fahrzeug. Man ist also auch in einem ausgeliehen Auto versichert. Wer meint das nicht zu brauchen, kann indes nochmal eine Stange Geld sparen. Denn mit den Schutzbriefen der Kfz-Versicherung ist man nur im eigenen Fahrzeug versichert, und das oft schon für zehn bis 20 Euro im Jahr. Zusatzleistungen wie Club-Magazine, Rabatte (z.B. beim Tanken) oder eine Rechtsberatung gibt es hier freilich nicht.