Bad Kötzting will den Glasfaser-Ausbau jetzt doch ohne Leonet

Erst vor wenigen Tagen hatte die Firma Leonet Bewohner der Stadt zum Info-Abend in die Jahnhalle geladen), um über den Sachstand des angekündigten Komplett-Ausbaus von Bad Kötzting mit Glasfaser zu informieren. Die Stimmung war schlecht bei den wenigen Bürgern, die gekommen waren. Nach drei bis vier Jahren, in denen sie in zwei der vier sogenannten „Cluster“ wohnen, Vorverträge mit Leonet abgeschlossen haben, aber immer noch ohne „schnelles Internet“ leben.
Dass der Stadt an sich die Hände gebunden sind, sie weder einen Vertrag mit Leonet habe, den Ausbau durch die Firma aber auch nicht verhindern könne, das hat Bürgermeister Markus Hofmann in den vergangenen Jahren schon oft erklärt. Es wundere ihn aber auch nicht, „dass da keiner mehr durchblickt“. Für Klarheit soll nun aber doch endlich gesorgt werden.
Nachdem die Stadt seit Anfang des Jahres mehrfach versucht habe, Leonet zu einer konkreten Ansage zu bewegen, ob nun weiter ausgebaut werde oder nicht, habe auch die zuständige Förderstelle nun signalisiert, dass der Ausbau über den Eigenbetrieb des Landkreises möglich sei. Gefördert werde zwar prinzipiell nur, wo sich kein Unternehmen zum Ausbau bereiterkläre – nachdem Leonet aber schon lange auf sich warten lasse und die abgeschlossenen Vorverträge mittlerweile seit Jahren ihre Gültigkeit verloren hätten (und sich auch nach dem Info-Abend nicht wie angekündigt jemand bei der Stadt gemeldet hätte), könne sehr wahrscheinlich im kommenden Jahr mit dem Ausbau durch den Eigenbetrieb des Landkreises Cham begonnen werden.
Die betroffenen Bürger würden demnächst alle angeschrieben – alle, bis auf die Anwohner in der Zellertalsiedlung. Aus der Reihe „Das versteht keiner mehr“ stammt der Grund dafür: In der dicht bebauten Siedlung habe Kabel Deutschland schon vor vielen Jahren die Internetverbindungen bereits technisch auf mit einem Standard ausgebaut, der auch aktuellen EU-Richtlinien entspreche. Darum dürfe der Landkreis hier nicht tätig werden.
Außer es komme zu einer Einigung mit Kabel Deutschland, wofür es eine minimale Chance gebe, wie der Bürgermeister sagt: Die noch relativ junge Arberstraße habe es zu Zeiten des Anschlusses durch Kabel Deutschland nicht gegeben, weshalb sie auch nicht angeschlossen sei – und wenn der Landkreis schon bis dorthin graben müsste, vielleicht könnten dann auch auch die übrigen Bewohner der Siedlung noch Glasfaser bekommen – als letzte Bürger der Stadt.