Discounter-Aus: Angekündigte Schließungen bei Kik schlagen Wellen im Landkreis Cham

„Wir glauben ganz fest an den stationären Handel“, heißt es auf der Unternehmensseite von Kik Deutschland im Netz. Jetzt sollen hunderte Filialen geschlossen werden. Vier von 4200 stationären Geschäften des Bekleidungs-Discounters gibt es im Landkreis Cham. Es herrscht Unsicherheit über den Verbleib der Filialen.
Ein schlechtes Omen? Bereits im vergangenen Jahr zog sich Kik aus Waldmünchen zurück. Zum 30. September schloss die Filiale nähe Bahnhof seine Pforten. Als Gründe nannte ein Unternehmenssprecher bereits damals wirtschaftliche Gründe für das Aus. Das Filialnetz werde regelmäßig überprüft und optimiert.
Fallen dieser Optimierung noch weitere Filialen im Landkreis zum Opfer? Derzeit ist Kik noch mit Geschäften in Bad Kötzting, Cham, Furth im Wald und Roding vertreten. Sind eine oder mehrere dieser Filialen von den Schließungen betroffen? 135 Standorte sollen allein deutschlandweit aufgegeben, die Zahl der Filialen auf rund 2200 reduziert werden. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) präzisierte Kik-Geschäftsführer Christian Kümmel den Hintergrund zu den Schließungen„Wir haben zu dicht expandiert. Das bauen wir zurück.“ Die Formel „Wir machen fünf neue Filialen auf und haben fünfmal so viele Kunden“ sei so einfach nicht aufgegangen.
Kik verspricht: Es sind keine Kündigungen vorgesehen
Immerhin: Das Unternehmen kündigte gleichzeitig an, dass keine Kündigungen vorgesehen seien. Mitarbeiter aus geschlossenen Filialen würden in anderen Standorten eingesetzt. Im Landkreis wären insgesamt bis zu 50 Mitarbeiter betroffen.
Zum Thema: Waldmünchen verliert seine KiK-Filiale: Letzter Verkaufstag bereits Anfang September
Die Schließung der Waldmünchner Filiale im vergangenen Jahr fiel wohl mit etlichen anderen deutschlandweit schon in die erste Welle der Schließungen.
Kik hat bereits in der Vergangenheit hunderte Filialen geschlossen
Ganz ungewöhnlich sind diese Schließungen der Kik-Filialen übrigens nicht: Bereits bisher seien in der Vergangenheit etwa 100 Filialen jährlich dichtgemacht worden, im Gegenzug allerdings mehr Filialen neu eröffnet worden.
Kik bezeichnet sich selbst als als einen der größten Textil- und Non-Food-Discounter Europas. Insgesamt beschäftigt Kik rund 32.000 Mitarbeiter, in Deutschland rund 19.000. Kernzielgruppe sind dem Unternehmen zufolge Frauen zwischen 30 und 60 Jahren mit ihren Familien.
Rund 60 Prozent des Sortiments entfallen auf Textilien, der Rest des Angebots besteht aus Non-Food-Produkten – Haushaltswaren oder Dekoartikel.