Baumfällaktion in Walderbach mit Folgen: Ärgerliches Eigentor der SG am Sportplatz

Von Christoph Klöckner · 24. März 2026 um 17:00

Der Platz der SG Regental liegt wie auf dem Präsentierteller neben der gut frequentierten Straße zwischen Walderbach und Katzenrohrbach wie Beucherling. Von daher darf man davon ausgehen, dass sich die jungen Burschen, die hier am Samstag, 7. März, zu Werke gingen, keiner Schuld bewusst waren. Dennoch war es wohl ein Eigentor, dass sich die SG Regental mit ihrem Tun hier schoss.

Die Burschen sägten im Auftrag des Vereins, aber natürlich ehrenamtlich, an besagtem Samstag die noch übrigen der einst etwa 30 Bäume rund um den Fußball- und Trainingsplatz ab. Damit wollten sie das Baufeld freimachen, denn das Trainings- und Spielgelände soll ausgebaut werden.

Das Problem war weniger die Sägeaktion, sondern das Datum. Im März sind solche Aktionen nach Bundesnaturschutzgesetz nicht mehr erlaubt. Um die ersten Vogelbrüter zu schützen, ist das Wegschneiden von Bäumen und Sträuchern im öffentlichen Raum nur bis Ende Februar erlaubt.

Im Vorbeifahren beobachtet und dann angezeigt

Und da die Sägerei gleich neben der Straße passierte, fiel die Aktion auf. Einer der Autofahrer teilte seine Beobachtung schließlich auch dem Landschaftsgärtner und ÖDP-Mitglied Jochen Surel mit, der das Dilemma aber auch schon selbst gesehen hatte.

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Er zeigte die Sägerei vergangene Woche als Verstoß gegen das Naturschutzgesetz bei der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt an und werde das auch noch bei der Polizei Roding tun, sagte er. „So geht es nicht!“, ärgert er sich über die Sägeaktion im März: „Ich bin da vorbeigefahren und hab‘ gedacht, ich spinne.“

Landratsmat will Vorwürfe jetzt prüfen

Es sei unmöglich, dass zu dieser Zeit, wo die Vögel schon mit der Brut begonnen hätten, dort noch große, gesunde Bäume umsäge – und das zu Zeiten des zunehmenden Klimawandels. Für so etwas gebe es für ihn keine Ausreden. Das Landratsamt bestätigte auf Nachfrage die Anzeige bei der Unteren Naturschutzbehörde. Die Untere Naturschutzbehörde sei grundsätzlich über die Maßnahme informiert gewesen, so Landratsamtssprecher Fabian Koller.

Ein Nistkasten auf dem Baumstumpf hat's überlebt. - Foto: Christoph Klöckner

„Der Grund für die Beseitigung der Gehölze ist eine geplante und genehmigte Baumaßnahme des Sportvereins 1. SG Regental zur Erneuerung des bestehenden Rasenspielfeldes, der Errichtung einer Beregnungsanlage und der Umrüstung der bestehenden Flutlichtanlage auf LED.“

Und grundsätzlich, so der Landratsamtsvertreter, hätte die Beseitigung der Gehölze bis Ende Februar erfolgen müssen. „Aufgrund eines Hinweises wird aktuell geprüft, ob und wenn ja, welche Maßnahmen außerhalb dieses Zeitraums durchgeführt wurden“, so Koller zu weiteren Maßnahmen.

Die Aktion sei „unglücklich“ gelaufen, so der SG-Chef

Es sei zu prüfen, ob es sich um erlaubte Restarbeiten im Zusammenhang mit einem genehmigten Bauvorhaben handele oder nicht. „Sollte ein Verstoß gegen die gesetzlichen Vorgaben vorliegen, kann ein Ordnungswidrigkeitsverfahren folgen“, erläuterte das Landratsamt.

Den Jahresringen nach waren die Bäume teils über 25 Jahre alt. - Foto: Christoph Klöckner

Viel ermitteln und prüfen braucht die Naturschutzbehörde nicht – Walderbachs Bürgermeister Michael Schwarzfischer, der auch Vorsitzender der SG Regental ist, sagt gleich als erstes bei der Nachfrage: „Das mit den Baumfällungen ist unglücklich gelaufen.“ Er weiß, worum es geht und erläutert, wie es dazu kam. Bereits im Dezember sei mit den Baumfällungen für die genehmigte Baumaßnahme begonnen worden, die im Februar dann fortgesetzt worden seien.

SG-Vorsitzender verspricht Ausgleich

Als man damit in dem Monat nicht fertig wurde, habe man das Märzwochenende dort weitergemacht. Es seien dort am 7. März ehrenamtliche junge Burschen der SG Regental im Einsatz gewesen. Es sei auch kein Baum zu viel gefällt worden – nur die, die für die Baumaßnahmen nötig seien. „Leider lässt sich das nun nicht mehr ändern“, sagt Bürgermeister und SG-Chef Schwarzfischer. Mittlerweile hätten einige bei ihm angerufen und die Sägeaktion moniert, unter anderem der Bund Naturschutz.

Man werde natürlich für die Beseitigung der Bäume und Sträucher einen Ausgleich an anderer Stelle schaffen, wie das üblicherweise gemacht werde. Auch ein Bußgeld werde man für die Aktion akzeptieren, kündigte er an. Er verwies darauf, dass die Gemeinde Walderbach durchaus viel für Bäume übrig habe – die vergangenen Jahre seien rund 11 000 Bäume in der Gemeinde gepflanzt worden.