Die Flutbrücke in Cham – blitzschnell verschwunden innerhalb von ein paar Tagen

Rekordzeit ist relativ. Drei Wochen einer solchen „Rekordzeit“ waren von der verantwortlichen Firma Rädlinger angesetzt für den Abbruch der alten Flutbrücke vor den Stadttoren Chams. Nun ist sie fast weg. Drei Tage hat es gedauert, bis sie dem Boden gleich war.
Am Samstag bebt bei den Anliegern rund um die Brücke leicht der Boden. Auf der Brücke stehen zwei Bagger mit einem Gesamtgewicht von rund 70 Tonnen und machen bis 17 Uhr vier Brückenbögen dem Erdboden gleich – die Hälfte der Brücke.
Alles wird sortiert, getrennt und der Rest zu Schotter
Am Montag werden die Brocken noch zerkleinert für den Schredder. Hinter der Absperrung türmen sich schwere Granitquader, die als Verblendung für die Brückenbögen eingebaut worden waren.

„Erstaunlich, wie die Brücke die Arbeit der beiden Bagger aushält. Dabei ist sie doch so schlecht beieinander“, staunt einer der Zuschauer, die sich an der Regenpromenade eingefunden haben. Proben hatten ergeben, dass die Brücke weg muss. Damit ist sie nach der Weißen Brücke und der Untertraubenbacher Regenbrücke bereits das dritte baufällige Bauwerk ihrer Art.
Die Stadt behält die alten Bruchsteine
Am Dienstag wird es noch Restarbeiten geben, sagt Firmen-Chef Christoph Althammer vom gleichnamigen Abbruchunternehmen, das den Rückbau der Brücke im Auftrag übernommen hat. Die brauchbaren Bruchsteine will die Stadt aussortiert haben, um sie anderswo wieder zu verwenden.
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Der Rest des Materials – meist Beton und Stahlbewehrung – wird sortiert und vor Ort zu Schotter geschreddert. Anschließend wird der Bruch beprobt. Wenn die Werte stimmen, soll möglichst viel davon in den Untergrund der künftigen Brücke und in die neue Straßenführung eingebaut werden. Der Rest wird abgefahren.
14 Tage Vorsprung: Gut wegen Hochwassergefahr
„Wir haben 14 Tage eingespart, weil alle Arbeiten innerhalb einer Woche abgeschlossen sein werden“, sagt Althammer. Er hatte bereits im Vorfeld erklärt: „Das schaffen wir schneller!“Nun stellt sich die Frage, ob die Stadt die 14 Tage Vorsprung, die sie gerade gewonnen hat, nutzen kann.

Immerhin soll die Brücke samt Umfeld rund sechs Millionen Euro kosten und bis Ende des Jahres fertig gebaut sein. Da käme der Zeitgewinn gerade recht, insbesondere, weil die Stadt jederzeit damit rechnen muss, dass Hochwasser die Baustelle lahmlegt.
Direkt im Anschluss an den Neubau der Flutbrücke sind nämlich bereits die Hochwasser-Freilegung der Stadellohe samt neuer Verkehrsführung in die Innenstadt geplant.