Zweite empfindliche Niederlage für Astrid Freudenstein: So reagiert die Regensburger CSU

Wie schon 2020 unterliegt Dr. Astrid Freudenstein (CSU) in einer Stichwahl dem SPD-Kandidaten. Ihre Partei will bei der „Wahlparty“ erst einmal unter sich bleiben. Nach einer internen Besprechung erklären Freudenstein und Kreischef Michael Lehner, wie es für die Regensburger CSU weitergehen soll.
Mit einem gequälten Lächeln betritt Dr. Astrid Freudenstein um 18.44 Uhr das Marinaforum. „Wir sind natürlich enttäuscht“, sagt die CSU-Spitzenkandidatin auf dem Weg zu ihren Parteifreunden jedem, der sie nach ihrer Gefühlslage fragt. Weit mehr als die Hälfte der Stimmbezirke ist schon ausgezählt und allen im Saal ist klar, wer als Sieger aus dieser Stichwahl hervorgehen wird: Dr. Thomas Burger von der SPD.
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Für Freudenstein ist es in zweierlei Hinsicht eine empfindliche Niederlage. Erstens, weil sie 2020 schon eine Stichwahl verloren hat. Zweitens, weil sie als deutliche Favoritin in diese Wahl gegangen ist und vor zwei Wochen noch knapp doppelt so viele Stimmen wie Burger hatte. Ob die CSU jetzt in der Opposition landet? „Das wird in den nächsten Tagen mit Sicherheit beraten“, sagt Freudenstein und blickt zum Fraktions- und Kreisvorsitzenden der Christsozialen, Michael Lehner. Der stellt nur Minuten später klar: An einer Koalition wird sich die CSU nicht beteiligen.
„Wahlparty“ der Regensburger CSU: Medienvertreter müssen warten
19.10 Uhr: Eine Minute bevor der letzte Stimmbezirk ausgezählt ist, gratuliert Freudenstein Burger zum Sieg. Noch ein paar Interviews, dann bricht die CSU-Entourage ihre Zelte ab und marschiert in den Alten Schlachthof.
In der voll besetzten Stube spricht Freudenstein zu ihren Parteifreunden – Pressevertreter sollen erst mal draußen warten. Immer wieder hört man Klatschen. Dann gibt es Essen. Während die Kellner die Teller reintragen, kommen Freudenstein und Lehner raus in den Gastraum. Zu ihrer Gefühlslage lässt sich die Noch-Bürgermeisterin immer noch nicht viel mehr entlocken. „Ich hätte es mir anders gewünscht, ganz selbstverständlich, vor allem für das Team. Das macht mich momentan am meisten traurig: dass so viele mitgeholfen haben und jetzt keine Belohnung da ist.“ Was mehr geschmerzt hat – 2020 oder 2026 – könne sie nicht sagen.
Regensburger CSU trotz Niederlage mit sich im Reinen
Und was wurde da hinter verschlossenen Türen beredet? „Wir haben Astrid gedankt für den hervorragenden Wahlkampf. Und wir haben uns natürlich ein bisschen eingestimmt auf die nächsten sechs Jahre“, sagt Lehner. Die Stimmung drin in der Stube? „Gut.“ Freudenstein ergänzt: „Wir sind mit uns im Reinen. Wir haben sehr klar kommuniziert, wofür wir stehen und gehen erhobenen Hauptes aus dem Wahlkampf raus.“
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Ob und wie sich die CSU neu ausrichten wird, soll sich Lehner zufolge in den kommenden Wochen entscheiden. „Prinzipiell glaube ich, dass wir inhaltlich einen guten Kurs haben.“ Angesichts des „linken Bündnisses“ – Lehner wiederholt das mehrfach – brauche es eine „Stimme, die für die Wirtschaft da ist, die Arbeitsplätze schützt, die den Wohnbau vorantreibt“. Der Frage, wie es für sie persönlich weitergeht, weicht Freudenstein aus. Das habe Zeit. Sie lacht. „Das Leben geht auf jeden Fall weiter.“