Zu Fuß zur Schule kommen und damit Preise gewinnen – Projekt in Neustadt

Von Wolfgang Abeltshauser · 22. März 2026 um 15:00

Das kennen auch die Neustädter (Landkreis Kelheim): Am Morgen wenige Minuten vor Schulbeginn sorgen Eltern, die ihr Kinder mit dem Auto bringen, für ein großes Verkehrsaufkommen vor der Grundschule. Jetzt soll eine Aktion, die die Kinder noch dazu fitter machen soll, für Entlastung sorgen.

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Lehrer Claus Janker kann ein Lied davon singen: Zur Mittagsstunde sei es nicht so schlimm, da der Schulschluss in den verschiedenen Jahrgangsstufen unterschiedlich ist. Das entzerre die Situation. „Aber in der Frühe herrscht hier manchmal der Wahnsinn“, beschreibt er es mit drastischen Worten. Durch Zufall stieß Janker, der an der Einrichtung Sportbeauftragter ist, auf eine Aktion, die Schülerinnen und Schüler animieren soll, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen. Seit Anfang der Woche machen die Neustädter Grundschüler dabei mit.

Janker betont, dass es dabei nicht nur um Sicherheit geht, weil nicht mehr so viele Autos vor dem Schulgelände unterwegs sind. Die Kinder täten etwas für ihre Gesundheit, weil sie täglich mehr Schritte gehen als wenn sie mit dem Auto gebracht und geholt werden. Sie erhöhen also ihre Fitness.

Hauptsache das Auto bleibt in Neustadt in der Garage

Darum geht es laut Thomas Gansert von der Initiative SpoSpiTo, welche dieses Projekt ins Leben gerufen hat. „Die Herausforderung ist, innerhalb von sechs Wochen mindestens 20-mal ohne Elterntaxi in die Schule zu kommen“, berichtet er. Unerheblich sei es dabei, ob das Kind mit dem Rad, dem Tretroller oder zu Fuß kommt – Hauptsache das Auto bleibe in der Garage. Kinder, die diese Aufgabe meistern, erhalten demnach als Anerkennung für so viel Bewegung und Klimaschutz eine Urkunde.

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Doch der eigentliche Lohn sei, ganz ähnlich wie es Janker gesagt hat, eine tägliche Bewegungs-Einheit noch vor Unterrichtsbeginn – und der Stolz, den Weg zur Schule selbst zurückgelegt zu haben. Vielleicht spare das morgens sogar Zeit. Denn der Stau und das Verkehrschaos vor der Schule entfielen. Für die Eltern ende stattdessen der morgendliche Stress an der eigenen Haustür. Wer wolle, dürfe seinen Sprössling selbstverständlich zur Schule begleiten. Dabei betont Janker, dass es aber ein Teil des Lernprozesses sei, dass die Kinder es schaffen, selbstständig zur Schule zu gehen.

Unterschiedliche Erfahrungen der Kinder

Für die neunjährige Drittklässlerin Feli ändert sich ohnehin während des Projekts nichts. „Ich fahre immer mit Fahrrad zur Schule“, erzählt sie dem Reporter. Anders sieht das bei Klassenkameraden von ihr aus. So fährt Alya doch sehr oft mit der Mama mit dem Auto mit. „Die muss ohnehin zur Arbeit fahren“, ist von ihr zu hören. Vielleicht ändert sich das ja in einigen Wochen. Janker und Kollegen von ihm erzählen, dass voriges Jahr, als die Aktion erstmals gemacht wurde, Kinder wie Alya danach zu Fuß gingen, obwohl die Eltern mit dem Auto weiter an der Schule vorbeifuhren. Auch Noar und Amra werden durchaus auch mit dem Auto gefahren – besonders im Winter.

Während der Aktion wollen alle Vier aber zu Fuß gehen, betonen sie. Wie alle Grundschülerinnen und Grundschüler haben sie einen sogenannten Bewegungspass erhalten, in dem ihre Eltern per Unterschrift bestätigen können, dass die Kinder am jeweiligen nicht mit Auto zur Schule kamen. Laut Janker dauert die Aktion noch bis in den Mai hinein. Bundesweit werden laut Veranstalter unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern insgesamt 3000 Sachpreise verlost.

Ein Pokal für die fleißigste Klasse in Neustadt

Pro Schule erhält die Klasse mit den meisten Teilnehmern und Teilnehmerinnen außerdem einen Pokal. Da es ja verschieden starke Klassen gibt, werde da laut Janker ein Prozentwert errechnet. Er betont, dass auch Kinder mitmachen können, die mit dem Schulbus fahren. Für sie wurde ein tägliches Sportprogramm zusammengestellt, das sie absolvieren können. Auch dafür können sie dann Unterschriften der Eltern sammeln.