Stadtrat Neumarkt: 100.000 Euro im Jahr für mehr Grün auf privaten Grundstücken

Von Wolfgang Endlein · 19. März 2026 um 19:00

„Neues Grün für Neumarkt“: So heißt der selbst erklärende Titel des neuen Förderprogramms der Stadt Neumarkt. Der Stadtrat hat die dazugehörige Richtlinie am Mittwoch beschlossen. Dabei gab es viel Lob und etwas Kritik für die Liste der geförderten Baumarten.

Mehr Blühflächen, Gründächer, grüne Fassaden, entsiegelte Flächen, dazu ein besserer Schutz vor Überschwemmungen und Starkregen sowie mehr Schatten: Das sind nur einige der Ziele, die die Stadt mit dem Programm angesichts des Klimawandels verfolgt. Es richtet sich an private Eigentümer, auf deren Flächen die Stadt wenig Einfluss hat.

100 000 Euro sind dafür im Haushalt 2026 vorgesehen. Bis 2030 soll es mindestens laufen. Maximal 10 000 Euro gibt es für einzelne Projekte, damit möglichst viele Bürger in den Genuss einer Förderung kommen, wie der Klimaanpassungsmanager der Stadt, Philip Köhler, erklärte.

Grünen-Stadträtin hätte gerne mehr heimische Arten gefördert

Was gefördert wird, dazu gehört insbesondere das Pflanzen von Bäumen. Neben vielem Lob an der Initiative gab es daran am ehesten Kritik aus den Reihen der Stadträte. Franziska Hutzler (Grüne) regte an, die Liste der geförderten Baumarten zu überdenken. Ihr fehlten die heimischen Baumarten, die für die heimischen Tiere, insbesondere Insekten von großer Bedeutung seien.

Köhler erklärte, die Auswahl auf der Liste orientiere sich an dem heißeren Klima der Zukunft. Man wolle mit den ausgewählten Arten sicherstellen, dass die Bäume langfristig überleben. Entsprechend finden sich auf der Liste fremdländische Arten wie der Persische Eisenbaum. Aktuelle heimische Baumarten kämen oftmals weniger gut mit dem Klimawandel klar, sagte Köhler.

Das erregte Widerspruch von Werner Thumann (CSU). Der Diplom-Forstwirt erklärte, dass die Frage, welche Bäume zukunftsfähig sind, wissenschaftlich noch nicht abgeschlossen seien. Seiner Ansicht nach komme es zudem stark auf den Standort an. Er plädierte daher, bei der Förderung von Baumarten flexibler zu sein. OB Markus Ochsenkühn versprach, dass sich die Verwaltung dieses Themas nochmals annehmen werde.

FLitZ: Stadt Neumarkt müsste mehr mit gutem Beispiel vorangehen

Grundsätzliche Kritik kam allein von Johann Georg Gloßner (FLitZ). „Diese Richtlinie wird vermutlich ihren Zweck verfehlen, wenn man nicht begleitende Maßnahmen macht“, sagte Gloßner. Allen voran müsse die Stadt selbst mit gutem Beispiel voran gehen. Beispielsweise mit einem begrünten Rathaus.

Gloßner bemängelte zudem eine zu starke Fokussierung auf Bäume und dass Blühsträucher nicht ausreichend gefördert werden. „Die sind für Insekten nicht unwesentlich.“ Köhler entgegnete, mit Bäumen könne man den größten, weil länger anhaltenden Effekt erzielen.

Ochsenkühn betonte, dass das Förderprogramm ein Instrument sei, um unbürokratisch etwas voranzubringen. Es soll zudem in Sachen Klimaanpassung und Biodiversität nicht das letzte Projekt gewesen sein, das die Stadt präsentiert.