Turnhalle bis KI-Zentrum: Das sind die Herzensprojekte der Chamer Landrats-Kandidaten

Drei Projekte sollen die Kandidaten beim Duell nennen, die ihnen besonders am Herzen liegen. Christian Schindler und Michael Multerer zeigen hier: Sie haben ganz ähnliche Vorstellungen. Während Schindler konkrete Projekte im Kopf hat, fasst sich Multerer hier etwas allgemeiner.
Kurz und bündig zählt der Freie Wähler-Kandidat auf: Ein stationäres Hospiz steht auf seiner Agenda ganz vorne. „Dass den Menschen im Landkreis ein würdevolles Sterben ermöglicht wird, ist mir ein wichtiges Anliegen.“ Als zweites wichtiges Thema benennt Schindler ein Zentrum für Künstliche Intelligenz, das Wirtschaft, Gemeinden und Städten zur Seite steht bei der Frage, wie man mit KI umgeht. Hier solle am Hochschulstandort eine Stelle angesiedelt werden, die als Ansprechpartner dienen und auch bei Fragen und Projekten mitwirken könne. Als drittes – und da spricht der Ehrenamtler in ihm ein gehöriges Wort mit, räumt er ein – möchte Schindler eine zusätzliche Dreifachturnhalle im Landkreis schaffen.
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Turnhalle mit Geld aus der Wirtschaft, um den Bau zu pushen
„Nicht unbedingt mit öffentlichen Geldern, sondern mit starken Partnern aus der Wirtschaft, damit man den Bau nicht erst europaweit ausschreiben müsste.“ Besonders in Cham und Roding, aber auch in anderen Städten im Landkreis sehe er eine zu große Hallenauslastung bei den bestehenden Sportstätten. Als Sportler – Schindler war unter anderem lange Jahre beim ASV Handball aktiv – bedauere er, dass deshalb schon jetzt Kinder nicht so oft im Training gefördert werden könnten, wie man gerne möchte. „Ich würde dadurch gern unsere Sportregion weiter ausbauen – nicht auf Biegen und Brechen, aber falls es irgendwie umzusetzen ist.“
CSU-Kandidat Michael Multerer nennt die drei Bereiche Wirtschaft, demographischer Wandel und Ehrenamt als seine Herzensanliegen. So wolle er den Bildungslandkreis weiter voranbringen, der für ihn im weiten Sinn zum Bereich Wirtschaft gehört – unter anderem mit dem Fortführen der Schulsanierungen. Multerer nennt als Beispiele Bad Kötzting und Furth im Wald, sowie die Unterstützung der Hochschule. „Und wir müssen die hiesigen Firmen unterstützen“, unter anderem mit einer erweiterten Zusammenarbeit mit Tschechien. „Bosch und VW sind nicht so weit von uns entfernt“, betont Multerer. Im Landkreis exportierten viele Firmen, sie müssten gefördert werden.
Pflegekräfte für geburtenstarke Jahrgänge
Die geburtenstarken Jahrgänge, die in den kommenden Jahren in Rente gehen, kämen in 15, 20 Jahren auf den Landkreis als Problem zu: Hier gelte es, sich darauf vorzubereiten, dass mehr Arbeitskräfte für Pflege und Gesundheit im Landkreis zur Verfügung stünden. Schon jetzt sei das Personal knapp, die Situation werde sich in einigen Jahren noch zuspitzen.
Auch das Ehrenamt hat Multerer in seiner Top 3. Er wolle sich als Landrat dafür einsetzen, dass „die Anerkennungskultur verbessert“ werde. Ein möglicher Ansatzpunkt: der am Landratsamt angesiedelte Treffpunkt Ehrenamt, dem bis jetzt einige hundert Freiwillige aus dem Landkreis angegliedert sind.
„Ich hoffe hier langfristig auf 3000, 4000 Leute“, sagt Multerer. Die sollten dafür sorgen, dass gerade auch älteren Menschen eine lebenswerte Zukunft in der Region geboten werden könne – auch dann, wenn das professionelle Personal künftig womöglich noch knapper als jetzt sei.