Abriss der Flutbrücke in Cham beginnt: Zeitplan ist ambitioniert und vom Wetter abhängig

Jetzt geht es doch schneller als gedacht. Der Abriss der Flutbrücke startet morgen, wie Chams Bürgermeister Martin Stoiber (CSU) am Mittwochmittag mitteilte. Die Bagger stehen bereit. Der Fahrbahnbelag ist bereits entfernt. Der Zeitplan für das Millionenprojekt ist allerdings straff – und vom Wetter abhängig.
Rund vier Millionen Euro investiert die Stadt Cham in die Brücke, allein für den Abriss und Neubau. Mit den Restarbeiten liege man bei einem Gesamtvolumen von mehr als sechs Millionen Euro.
Für den wiedergewählten Bürgermeister sind die Millionen eine wichtige Investition in die Zukunft – sowohl im Hinblick auf die Sicherheit als auch zum Hochwasserschutz. „Es ist die Hauptschlagader der Stadt Cham. Wir müssen der Zeit zuvor kommen. Wir erneuern jetzt die Brücke zu einem Zeitpunkt, an dem wir bestimmen können, wie gebaut wird, bevor wir ein Problem bekommen und komplett sperren müssen“, erklärt Stoiber.
„Die Hauptschlagader für die Handelsstadt Cham“
Die Hauptschlagader, die laut dem Bürgermeister täglich 25 000 Autos fahren, solle erhalten bleiben. Um den Neubau und gleichzeitig den Verkehr in und aus der Stadt zu lenken, hat die Stadt bereits am vergangenen Freitag die Umleitung im Bereich der Stadellohe eingerichtet.
Diese funktioniere bislang tadellos. „Bei uns sagt man ja: Nicht g’schimpft, ist g‘lobt gnug. Bislang habe ich noch keine Beschwerden zur Umleitung bekommen“, sagt Stoiber. Und auch bei seinen eigenen Beobachtungen habe er keine Schwierigkeiten feststellen können, auch wenn „es stadtauswärts jetzt etwas schwieriger ist“.
Der Ablauf steht – jetzt kommt’s auf das Wetter an
Drei Wochen sollen die Abrissarbeiten dauern. Bis Dezember soll die neue Brücke stehen. Ein ambitioniertes Ziel. Nach Ostern soll das Fundament gesetzt werden – allerdings nur, wenn es kein Hochwasser gibt. Sollte es dazu kommen, müssen die Bauarbeiten pausieren. Auch die Umleitung wäre eventuell betroffen, wofür Stoiber und die Stadt allerdings eine Lösung hätten, so der Bürgermeister. Dennoch setzt er dieser Tage alles auf die Sonne.
Zwei bis drei Monate nach dem Setzen des Fundaments können die Bauarbeiten in die Höhe beginnen. Bislang laufe alles nach Plan, bestätigt auch Josef Ried, der in der Stadtverwaltung für Bautechnik zuständig ist. „Wir sind auf einem guten Weg.“
Der Hochwasserschutz soll an der Flutbrücke nicht Halt machen. Ab 2029 könnten im kompletten Bereich Stadellohe Maßnahmen zum Hochwasserschutz getätigt werden, so Stoiber – ein Projekt in Höhe von 15 bis 16 Millionen Euro.