Streit, Alkohol und Eskalation: Ausraster in Furth im Wald haben für Mann juristische Folgen

Der Angeklagte sagt, es eine Ausnahme, das erste, was er sich nach rund drei Jahren Alkoholabstinenz zu Schulden hat kommen lassen. Im Oktober 2025 soll der in Furth im Wald (Landkreis Cham) mehrere Personen beleidigt und sich mehrfach Vollstreckungsbeamten widersetzt haben. Dies hat er nach eigenen Angaben bereits kurz nach der Tat bereut – und sich bei jedem Zeugen im Prozess am Montag am Amtsgericht in Cham entschuldigt.
Die Liste der Fehltritte, die der Angeklagte bereits getan hat, ist lang. Vor allem in seiner Zeit als Obdachloser in Hamburg hat sich der Mann aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab mehrmals strafbar gemacht. Seit drei Jahren habe er sich allerdings im Griff, sagte der Angeklagte selbst. Er habe keinen Alkohol mehr angerührt. Bis auf den Tag im Oktober in Furth im Wald.
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Mit seiner Freundin habe er damals Streit gehabt. Außerdem habe er Stress in seiner Schule gehabt, in der er an einer Umschulung teilgenommen hatte. „Ich wollte ihn nicht alleine lassen“, sagt die Freundin, die am Montagvormittag als Zeugin aussagte. Deshalb habe sie ihn mit nach Furth zum Leihauto-Wechsel genommen.
Mit Schnaps durch die Stadt gelaufen
In Furth soll der Angeklagte dann mit Schnaps intus und in der Hand durch die Stadt gelaufen sein. In der AOK-Geschäftsstelle sei er das erste Mal auffällig geworden, so ein als Zeuge geladener Polizist. Außerdem habe der Mann den Verkehr gestört und wahllos Leute beleidigt, darunter zwei Müllmänner, die daraufhin die Polizei alarmierten und Anzeige erstatteten.
Bei der Festnahme und der Fixierung durch die Beamten soll sich der Angeklagte mehrfach widersetzt haben. Dabei habe er einen Polizisten am Bein mit seinem Fuß getreten. Laut dem Beschuldigten habe er nie willentlich und gezielt nach dem Beamten getreten.
Ich wollte ihn nicht alleine lassen.Freundin des Angeklagten vor Gericht
Als Ausnahmesituation erklärte er Richter Voit seine Sicht der Dinge. In der Jugendzeit sei er von Beamten nicht ordnungsgemäß festgenommen worden, weshalb er bei Polizisten zum Teil einen Blackout bekomme. Neben einem Alkoholgehalt von 1,13 Promille wurde bei dem Angeklagten am Tattag auch eine erhöhte Konzentration von Amphetamin und THC festgestellt.
Amphetamin gegen ADHS
Das Amphetamin bekomme er vom Arzt verschrieben, da er ADHS habe und sich so besser konzentrieren könne. Zum Einschlafen würde er ab und zu einen Joint rauchen. Derzeit befinde er sich in der Privatinsolvenz.
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Aufgrund der Umstände, dass der Angeklagte länger nicht mehr auffällig wurde und mehrfach während des Prozesses Reue zeigte sowie ein Geständnis ablegte, verhängte Richter Voit eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten zur Bewährung. Außerdem muss der Mann 100 Sozialstunden innerhalb von sechs Monaten ableisten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.