Vor Stichwahl in Regensburg: Jetzt haben (fast) alle Parteien eine Wahlempfehlung abgegeben

Das politische Regensburg fiebert auf den kommenden Sonntag hin: In der Stichwahl wird sich herausstellen, wer künftig im Chef-Sessel im Alten Rathaus Platz nehmen wird. Zur Wahl stehen Astrid Freudenstein (CSU, 37,5 Prozent) und Thomas Burger (SPD, 19,1 Prozent). Inzwischen haben (fast) alle Parteien eine Wahlempfehlung abgegeben. Ein Überblick.
Stichwahl in Regensburg: Grüne stärken Thomas Burger (SPD) den Rücken
Im kommenden Stadtrat stellen die Grünen hinter der CSU die zweitgrößte Fraktion (neun Sitze). Die OB-Kandidatin Helene Sigloch landete im ersten Wahlgang denkbar knapp hinter Thomas Burger. Nun unterstützen die Grünen den SPD-Politiker. Sigloch wird in einer entsprechenden Pressemitteilung wie folgt zitiert: „Die Menschen in Regensburg wollen kein Verharren im Gestern. Eine Stimme für die SPD bedeutet in der Stichwahl eine Stimme gegen Stillstand und für eine lebenswerte Stadt.“
Oberbürgermeister-Wahl: Brücke unterstützt ebenfalls die Regensburger SPD
Die Brücke gilt als große Verliererin der Kommunalwahl. Nach etwas längerem Zögern entschied sich der Verein, der zwei Stadtratssitze einbüßte, am Sonntagabend ebenfalls dazu, Thomas Burger (SPD) zu unterstützen. „Die Brücke sieht in den fortschrittlichen Kräften dieser Stadt deutlich mehr Potenzial, in dieser Stadt wieder eine gemeinsame in die Zukunft gerichtete Politik zu führen und die dauerhafte Patt-Situation zu beenden“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Linkspartei vor der Stichwahl in Regensburg: Hauptsache nicht Freudenstein
Die Linke sitzt künftig mit vier Leuten im Regensburger Stadtrat. Am Montagabend gab der Kreisverband bekannt, sich gegen Astrid Freudenstein auszusprechen. Verbunden war das mit heftiger Kritik: „Das Handeln und die Aussagen Freudensteins zeigen deutlich, dass eine lebenswerte Stadt wie Regensburg nicht unter ihrer Führung stehen darf.“ Zu einer Unterstützung für Burger konnte sich die Gesamtpartei nicht durchringen – sehr wohl aber OB-Kandidat Sebastian Wanner, wie dieser am Sonntag auf Instagram mitteilte.
Freie Wähler unterstützen CSU-Kandidatin Freudenstein in Regensburg
Die Freien Wähler (drei Sitze) legten sich recht zügig fest. Sie unterstützen Astrid Freudenstein. „Stillstand wurde in den letzten Jahren zum Alltag und wichtige Projekte hängen in der Warteschleife“, schreibt die Gruppierung in einer Pressemitteilung. Freudenstein sei in der Lage, pragmatische Lösungen zu finden und Stabilität und Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.
Vor der Stichwahl: Regensburger AfD legt sich nicht fest
Die AfD hatte nach der Wahl mitgeteilt: „Wir halten unsere Wähler und Mitglieder für mündig genug, selbst zu entscheiden, wer oder was besser für Regensburg ist.“ Bis dato hat die Partei, die künftig zu fünft im Stadtrat sitzt, keine Wahlempfehlung abgegeben.
ÖDP unterstützt Thomas Burger bei der Stichwahl in Regensburg
Die ÖDP stellte sich Ende vergangener Woche hinter den SPD-Oberbürgermeisterkandidaten. „Als Stadträte kennen wir Thomas Burger schon lange als integren Kollegen, der unsere ökologischen Ziele zwar nicht immer vollständig teilt, sich aber stets in Diskussionen offen für unsere Ansichten gezeigt hat“, teilten die Fraktionsvorsitzenden Astrid Lamby und Benedikt Suttner mit.
Künstlerstadtrat Jakob Friedl (Ribisl-Partie) steht zu Thomas Burger
Auch Künstlerstadtrat Jakob Friedl (Ribisl-Partie) steht zu Burger. Bei einem Unterstützerfest am vergangenen Samstag versteigerte Friedl seine Wahlplakate für einen guten Zweck.
Volt in Regensburg: Neu dabei und an der Seite von Thomas Burger (SPD)
Die paneuropäische Partei Volt ist künftig mit zwei Sitzen im Stadtrat vertreten. Vor der Stichwahl empfiehlt die Partei Thomas Burger. Mit der Unterstützung für den SPD-Kandidaten wolle man „weitere progressive Kräfte für die Zukunft Regensburgs bündeln“. Burger stehe für eine zukunftsgewandte Politik, die Regensburg in seinen Stärken weiter ausbaue und die Herausforderungen der Stadt auch als solche wahre und ernstnehme.
Keine Empfehlung: FDP hält sich aus der Stichwahl raus
Die Liberalen sind so frei, keine Wahlempfehlung für die Stichwahl abzugeben. Das teilte der FDP-Kreisverband um Ulrich Lechte und Horst Meierhofer am Dienstag mit. Meierhofer – künftig einziger FDP-Stadtrat – kündigte aber an, dem Gewinner der Stichwahl für Gespräche über die mannigfaltigen Fragen über die Zukunft Regensburgs zur Verfügung zu stehen.