Autowerkstatt in Bruck ausgebrannt: Lösten Flexarbeiten das Feuer aus?

Es war wohl nur ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, der verheerende Folgen nach sich ziehen sollte: Die Werkstatt eines Autohändlers in Bruck (Landkreis Schwandorf) ist am Samstagvormittag komplett ausgebrannt. Auch mehrere Autos wurden zerstört. Bei der Suche nach der Brandursache war die Polizei schnell einen großen Schritt weiter. Denn ein Zeuge konnte den Beamten berichten, wie das Feuer entstand.
Die Integrierte Leitstelle Oberpfalz-Nord hatte gegen 10.30 Uhr Großalarm ausgelöst. Schnell machten sich rund 100 Feuerwehrkräfte auf den Weg. Selbst wenn ihr Navigationsgerät bei der Anfahrt versagt hätte, der Brandort war nicht zu verfehlen. Eine dichte Rauchsäule stand über der Autowerkstatt an der Bürgermeister-Hölzl-Straße, zeitweise war der Qualm sogar bis nach Schwandorf zu sehen.

Die Aktiven der Feuerwehren Bruck, Bodenwöhr, Nittenau, Schöngras-Kölbldorf, Sollbach und Bergham arbeiteten Hand in Hand. Die ersteintreffenden Kräfte handelten goldrichtig und bildeten gleich zwei Abschnitte.
So wurde nicht nur umgehend mit der Brandbekämpfung begonnen, mittels einer Riegelstellung sollten zudem umliegende Gebäude geschützt werden. Denn laut Kreisbrandrat Christian Demleitner bestand durchaus die Gefahr, dass die Flammen auf die Nachbarschaft übergreifen.
Nach nicht einmal einer Stunde war das Feuer unter Kontrolle
Die Feuerwehren und ihre Atemschutzträger hatten Erfolg. Sie konnten eine weitere Ausbreitung des Brandes verhindern. Gegen 11.15 Uhr, also nicht einmal eine Stunde nach Alarm, konnte Einsatzleiter Patrick Allen berichten, dass der Brand unter Kontrolle ist. Nicht weniger aufwendig sollten sich aber die Nachlöscharbeiten gestalten. Die Feuerwehr war bis in den Samstagnachmittag hinein gefordert.

Während der Löscharbeiten kam es immer wieder zu kleineren Explosionen. „Das waren mit hoher Wahrscheinlichkeit die platzenden Reifen der Fahrzeuge, die noch in der Halle standen“, erklärte Kreisbrandrat Demleitner auf Nachfrage der MZ.
Der betroffene Betrieb ist seit mehreren Jahren im Gewerbegebiet Am Sand angesiedelt. Die Firma hat sich nicht nur dem An- und Verkauf von Autos verschrieben, auch in der Werkstatt wurde fleißig geschraubt. Letztere wurde erst vor zwei Jahren fertiggestellt und im Rahmen eines kleinen Festakts in Betrieb genommen.
Mitinhaber und ein Mechaniker waren in der Werkstatt
Auch am Samstagvormittag wurden dort Autos repariert. Laut einer Beamtin der Polizeiinspektion Neunburg war die Werkstatt wie gewohnt in Betrieb. Einer der Mitinhaber und ein Angestellter seien zum Zeitpunkt des Brandausbruchs in der Halle gewesen, berichtete die Polizeisprecherin nach einer Zeugenaussage. Der Mitinhaber soll gerade mit der Flex ein Metallteil bearbeitet haben, als die Lage außer Kontrolle geriet. „Durch die Arbeiten entstand Funkenflug“, teilte die Beamtin mit.





Der Mann habe umgehend versucht, mit einem Feuerlöscher den Brand unter Kontrolle zu bringen. Doch er hatte keine Chance. Während der Mitinhaber der Werkstatt laut Polizei unverletzt blieb, zog sich sein Mitarbeiter, ein 50 Jahre alter Mann, leichte Verletzungen zu. Er wurde aufgrund einer leichten Rauchgasvergiftung vor Ort vom Rettungsdienst versorgt. Ins Krankenhaus musste der Mechaniker aber nicht.
Werkstatt zerstört, mehrere Autos ausgebrannt
Als sich der Rauch nach und nach verzogen hatte, wurde das ganze Ausmaß des Brandes erst sichtbar. Die Werkstatt wurde komplett zerstört. Mehrere Autos, die in der Halle oder in deren Umfeld standen, brannten aus. Der Sachschaden ist mit mindestens 900.000 Euro enorm. Die Polizeiinspektion Neunburg hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet.
Das sind junge Unternehmer, das ist ein Drama.Heike Faltermeier, Bürgermeisterin der Marktgemeinde Bruck
Brucks Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU) war zum Zeitpunkt des Einsatzes gerade privat in Cham unterwegs. Sie ließ sich fortlaufend von der Einsatzleitung über das Geschehen informieren. „Ich bin schockiert, der Eigentümer ist mir persönlich bekannt“, sagte sie. Die Rathauschefin wollte sich noch am Samstagnachmittag ein erstes Bild von der Zerstörung machen und das Gespräch zu den Betroffenen suchen. „Das sind junge Unternehmer, das ist ein Drama“, stellte Faltermeier fest. Für die Betreiberfamilie gehe es nun um die Existenz.
Sie waren am Samstag in Bruck im Einsatz
• Feuerwehr: Insgesamt waren sechs Feuerwehren vor Ort. Konkret waren es Einheiten aus Bruck, Bodenwöhr, Nittenau, Schöngras-Kölbldorf, Sollbach und Bergham sowie die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, stationiert in Oberköblitz. Die Einsatzleitung hatte Kreisbrandmeister Patrick Allen inne. Ferner waren Kreisbrandrat Christian Demleitner, die Kreisbrandinspektoren Thomas Schmidt und Christoph Beier sowie die Kreisbrandmeister Andreas Wölkl und Stefan Schmid im Einsatz. Auch Schwandorfs Stadtbrandmeister Roland Krettner eilte nach Bruck.
• Rettungsdienst: Zwei Rettungswagen und ein Notarzt standen bereit. Als Einsatzleiter fungierte Sebastian Hofmann.
• Polizei: Die Polizei war mit mehreren Streifen nach Bruck gefahren. Die weitere Sachbearbeitung hat die Polizeiinspektion Neunburg übernommen.
• THW: Der Fachberater des THW Neunburg war ebenfalls alarmiert.