Das ist Regensburgs Baustelle mit dem besten Ausblick

In der wunderschönen Stadt Bologna in Norditalien gibt es einen eigenen Begriff für Männer, die auf Baustellen schauen. Umarell werden sie dort genannt, diese zumeist älteren Herren, die mit verschränkten Armen versuchen, einen Blick auf das zu erhaschen, was sich gerade hinter der Absperrung in der Baugrube tut. In Regensburg würde sich dieses „Hobby“ gerade lohnen.
Um ehrlich zu sein, so richtig verstanden habe ich das noch nie. Freilich interessieren mich Baustellen, schon alleine aus beruflichen Gründen. Aber mir reicht zumeist ein Blick darauf – dachte ich bis jetzt zumindest.
Denn dieser Tage blieb ich vor einer Baustelle stehen, die möglicherweise die schönste in der ganzen Stadt, sicher jedenfalls die mit dem schönsten Ausblick von Regensburg ist. In dem kleinen Schleichweg von der Wassergasse in Stadtamhof an der Trattoria Marina vorbei zur Steinernen Brücke wird nämlich gerade gewerkelt. Das Gässchen ist deshalb derzeit gesperrt – gibt aber immer noch diesen ebenso fantastischen wie einmaligen Blick auf unseren Dom frei.
Bei all dem Staunen fragt man sich allerdings schon: Was ist denn da eigentlich los? In solchen Fällen empfiehlt sich eine Nachfrage bei der Pressestelle der Stadt Regensburg. Siehe da: Es handelt sich um ein Materiallager für eine private Maßnahme, teilt mir eine Sprecherin mit. Genehmigt ist das Ganze demnach bis Ende Juni. In etwas mehr als drei Monaten ist sie also wieder weg, die vielleicht nördlichste Baustelle Italiens. Schade für alle Umarells, und solche, die es vielleicht noch irgendwann werden wollen.