Auf den Listen für den Kelheimer Kreistag ist nach der Kommunalwahl so einiges umsortiert

Einige bekannte Gesichter verlassen ab Mai den Kelheimer Kreistag; einige neue haben dann ihre Premiere. Teils auch, weil die Wählerinnen und Wähler die Reihenfolgen auf den Listen der Parteien und Gruppierungen kräftig durchgeschüttelt haben.
Etliche Wahlberechtigte haben ihre Stimmzettel zur Kreistagswahl offenbar mit Liebe zum Detail ausgefüllt: also nicht einfach eine der zehn Listen angekreuzt, sondern einzelnen Kandidierenden je eine, zwei oder drei Stimmen gegeben. Das hat die Listen teils deutlich umsortiert. Insgesamt sind bislang 17 Neue unter den 60 Gewählten. Je nach Ausgang der Landrats-Stichwahl wird sich noch ein Neuer oder eine Neue hinzugesellen.
■ CSU: In der von 20 auf 16 geschrumpften CSU-Fraktion ist ab Mai die Kelheimer Ortsvorsitzende Johanna Frischeisen als einzige neu dabei, gewählt auf Platz 15. Erster Nachrücker der CSU wäre Matthias Blümel (Teugn), den Wählerinnen und Wähler der CSU von Platz 26 auf Platz 17 nach vorne „gekreuzelt“ haben. Er käme ins Gremium, falls Martin Neumeyer die Stichwahl gewinnt und somit nicht Fraktionsmitglied wird, sondern Landrat bleibt.
Ansonsten hat die Wählerschaft weitgehend die Reihenfolge der CSU-Liste bestätigt. Freilich ist Europa Trumpf: MdEP Manfred Weber (Wildenberg) kletterte von Rang 3 auf 1, gefolgt von Martin Neumeyer und MdL Petra Högl (Volkenschwand). Zu einem steilen Aufstieg verhalfen die Wähler der Mainburgerin Hannelore Langwieser (Mainburg): von Platz 33 auf 6.
Ab Mai nicht mehr dabei sind Wolfgang Gural, Dr. Gudrun Weida und Maureen Sperling, die nicht mehr kandidiert hatten, sowie Martin Huber.
Sehen Sie auch: Grafiken: Die Ergebnisse der Landratswahl im Landkreis Kelheim
■ Freie Wähler: Alle neun jetzigen Fraktionsmitglieder sind wiedergewählt. Mit zwei hinzugewonnenen Kreistagssitzen geht eine Premiere bei den FW einher: Kerstin Haimerl-Kunze (Mainburg) bringt Frauenpower in die Fraktion. Gesellschaft bekäme sie von Regina Hierl (Kelheim), aktuell auf dem ersten Nachrückerplatz. Für Hierl würde ein Stuhl im Saal frei, falls ihr Parteikollege Christian Nerb (Saal) die Stichwahl zum Landrat gewinnt.
Listenführer Nerb holte die meisten Stimmen nicht nur bei den FW, sondern bei der gesamten Kreistagswahl. FW-intern Zweiter wurde Dennis Diermeier (Kelheim). Der Noch-Bürgermeister von Train, Gerhard Zeitler, wurde von Platz 13 auf 7 vorgewählt und ist somit der zweite Fraktionsneuling.
■ AfD: Bei der AfD ist die Reihenfolge der acht Gewählten fast unverändert zur ursprünglichen Listen-Reihenfolge – mutmaßlich haben also viele ihr Kreuz nicht bei einzelnen Personen, sondern bei der Partei gesetzt. Lediglich Andrea Lehner aus der AfD-Hochburg Wildenberg wurde von Platz 10 auf 7 vorgewählt und ist somit eine von drei Frauen in der Fraktion, neben der neuen Kreisvorsitzenden Elena Fritz (Bad Abbach) und Vize Eva Buchner (Saal).
Sie treffen dort unter anderem auf den Ende Dezember zurückgetretenen Kreis-Chef Georg Bergermeier (Rohr), der auf Listenplatz 1 auch die meisten Stimmen holte, und Ex-Schriftführer Werner Schamberger (Elsendorf). Der bisherige Kreisrat Christian Breu ist nicht mehr dabei. Neu sind noch Simon Köglmaier (Kelheim), Harald Eisenknappel (Neustadt) und Christian Grammer (Langquaid).
■ SLU: Gleich drei Abensberger sind es, die bei der (künftig sechs- statt fünfköpfigen) Fraktion der Stadt-Land-Union die meisten Stimmen erhalten haben: allen voran Landrats-Kandidat Dr. Andreas Fischer, gefolgt vom früheren Bürgermeister Dr. Uwe Brandl – von Platz 10 auf 2 vorgewählt – und vom jetzigen Rathaus-Chef Dr. Bernhard Resch, der erstmals im Kreistag sitzen wird.
Eine mögliche Bürgermeisterin folgt auf Platz vier: die Mainburger Stichwahl-Kandidatin Karoline Fritz-Ertlmaier. Sie ist ebenfalls neu im Kreistag, wie auch Martin Mittermeier, Kreisobmann des Bauernverbands aus Mainburg. Nicht mehr angetreten waren Josef Reiser und Thomas Zachmayer.
■ Grüne: Von sechs auf fünf Mitglieder gestutzt, muss die Grünen-Fraktion künftig auf Franz Aunkofer verzichten, der allerdings auch nicht mehr kandidiert hatte – im Gegensatz zu seinem Sohn Simon Aunkofer (Herrnsaal). Bei ihm sind Listen- und Stimmenplatz (2) ebenso identisch wie bei der Riedenburgerin Maria Krieger (1). Neu in der Fraktion ist der Kelheimer Bürgermeisterkandidat Daniel Elsner.
■ SPD: Fünf statt sieben Mitglieder hat die künftige SPD-Fraktion; drei davon sind neu. Allen voran die Listen- und Stimmenführerin Beatrix Kappelmeier aus Aiglsbach, die auch als Landrätin kandidiert hatte. Einen gewaltigen Satz nach vorne legte Annika Fellner aus Mainburg hin: auf 13 gelistet, belegt sie nun Platz 3. Neu bei der SPD-Fraktion ist ferner der Ihrlersteiner Bürgermeister Thomas Krebs. Nicht mehr gereicht hat es für Claudia Ziegler, Johanna Werner-Muggendorfer, Horst Hartmann und Thomas Reimer; gar nicht mehr kandidiert hat Willi Dürr.
■ ÖDP: Die ÖDP verliert Ferdinand Hackelsperger aus ihrer vom Quartett zum Trio geschrumpften Fraktion. Dieser gehören wie bisher die beiden Mainburger Annette Setzensack – die ÖDP-„Stimmenführerin“ – sowie Konrad Pöppel an, ferner Landrats-Kandidat Peter-Michael Schmalz (Langquaid). Dass Mainburg aktuell ein „Hotspot“ der Partei ist, beweist auch Kandidatin Gamze Caglar, die von Listenplatz 42 auf 8 vorgewählt wurde.
■ Junge Liste: Der Bad Göggingerin Anna-Lena Ostler glückte gleich im ersten Anlauf nicht nur der Sprung in den Kreistag, sondern auch auf Stimmen-Platz 1 bei der Jungen Liste. Sie ersetzt Dr. Bastian Bohn, der nicht mehr kandidiert hatte; Sebastian Langwieser (Mainburg) und Simon Steber (Abensberg) sind wiedergewählt. Einen Achtungserfolg erzielte Eva Steinsdorfer (Rohr), die als Nr. 49 der Liste auf Platz 10 vorrückte.
■ FDP: Unverändert bleibt dem künftigen Kreistag die FDP in Gestalt ihres Doktoren-Duos erhalten: Dr. Heinz Kroiss (Abensberg), der auch Landratskandidat war, und Dr. Michael Schöll aus Mainburg. Mit Dr. Sebastian Kroiss und Dr. Stephan Nickl rückten gleich noch zwei weitere Mediziner stimmenmäßig weit nach vorne (von 7 auf 4 und 19 auf 5).
■ Bayernpartei: Weiterhin ein Einzelkämpfer bleibt der schon im jetzigen Kreistag vertretene Florian Geisenfelder. Der Rohrer war auch Landratskandidat seiner Bayernpartei.