Kommentar zur Landratswahl in Neumarkt: Zehn Prozent für ein Phantom

Von Petra Schlierf · 8. März 2026 um 23:04

Katharina Ziegler wollte von einer Stichwahl im Wahlkampf nichts hören. Doch spätestens nach dem Auftauchen des AfD-Kandidaten war diese Hoffnung passé. Der unsichtbare Elefant im Raum machte den Wahlkämpfern merklich zu schaffen.

Während nicht nur Ziegler und Meier viele Monate unermüdlich durch den Landkreis tingelten, blieb der AfD-Kandidat für die Wähler ein Phantom. Keine Antworten auf inhaltliche Fragen, keinerlei Zusammenarbeit mit Medien.

Stimmen kassierte er trotzdem, vielleicht auch, weil seine Partei nur in wenigen Kommunen antrat. Wer in seinem Ort nicht die Wahl hatte, setzte sein Protest-Kreuz womöglich bei der Landratswahl. Bemerkenswert ist das, weil Kommunalwahlen eigentlich weniger von bundespolitischen Trends getrieben sind, sondern von Verbundenheit mit der Region, Ansprechbarkeit für die Bürger und pragmatischen Lösungen.

Egal, wer Landrat wird: Der AfD-Anteil ist für sie oder ihn Warnsignal und Auftrag zugleich.