Landratswahl in Neumarkt: Meier (FW) zwingt Ziegler (CSU) in die Stichwahl

Von Petra Schlierf · 8. März 2026 um 22:01

Es kommt zur erwarteten Stichwahl im Landkreis Neumarkt: Katharina Ziegler (CSU) holte im Rennen um den Chefposten im Landratsamt zwar die meisten Stimmen, versäumte aber die absolute Mehrheit. Ihr schärfster Herausforderer: Martin Meier (Freie Wähler). Er war ihr im ersten Wahlgang dicht auf den Fersen. So reagieren die Kandidaten auf das Ergebnis.

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„‚Es war unser Ziel, die CSU in die Stichwahl zu zwingen. Und das ist uns gelungen. Dass wir das mit fast 30 Prozent schaffen, hat uns überrascht“, sagt Martin Meier am Abend, als der größte Teil der Landrats-Stimmzettel ausgezählt ist. Vorgenommen habe man sich zuletzt 25 Prozent, geworden sind es am Ende genau 29,9 Prozent. Dass man das erreicht habe, mache ihn glücklich. Er sei froh, dass er und sein Team die Wähler mit ihren Inhalten überzeugen konnten.

Ziegler sieht sich als Favoritin bei Stichwahl

Nach einer Stippvisite im Landratsamt, wo die Stimmen aus den Städten und Gemeinden am Abend zusammenliefen, ließ er sich bei seiner Wahlparty in der Pizzeria Venezia feiern. Allzu ausschweifend werde die Party aber nicht ausfallen, versicherte er. Der Wahlkampf gehe schließlich schon am Montag weiter.

Ein Duell hätte Katharina Ziegler (CSU) gerne vermieden, nun kommt es doch. 43,9 Prozent der Wähler machten ihr Kreuz am Ende bei ihr. Trotzdem spricht sie von einem tollen Ergebnis. „Ich freue mich, dass ich als Favoritin in die Stichwahl gehen kann mit einem deutlichen Abstand zum Zweitplatzierten“, sagte sie am Rande der CSU-Wahlparty im Café am Rathaus. Für sie sei das Ergebnis nun „Ansporn und Verpflichtung zugleich, in den nächsten beiden Wochen noch einmal Gas zu geben“.

Katharina Ziegler (CSU) holte bei der Landratswahl die meisten Stimmen. - Foto: Lothar Röhrl

Sorge bereitet allen Kandidaten der Stimmenanteil, den AfD-Kandidat Marcel Schuberth einstrich. Bei 10,5 Prozent blieb sein Balken am Ende stehen, nachdem er zwischenzeitlich einmal bei 15 Prozent gestanden hatte. Schuberth war am Wahlabend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die drei weiteren Landratskandidaten von Grünen, SPD und FDP hatten mit dem Ausgang der Wahl wenig zu tun – nahmen das aber unterschiedlich auf. Stefan Haas (Grüne) nimmt seine 8,1 Prozent gelassen. „Das ist genau das, was wir erwartet haben“, erklärte er. Klar wäre es schön gewesen, ein zweistelliges Ergebnis zu schaffen. Wichtiger aber sei ihm persönlich das Ergebnis der Gemeinderatswahl in Berg, wo er ebenfalls antrat. In seiner Heimatgemeinde war er am Abend auch als Wahlhelfer im Einsatz.

Pragmatismus bei der SPD, eine „Katastrophe“ für die FDP

„Besser als beim letzten Mal“ hätte sich Dirk Lippmann (SPD) sein Ergebnis gewünscht. Vor sechs Jahren hatte er als einer von nur drei Kandidaten gut 12 Prozent eingefahren. „Das hat jetzt nicht geklappt“, stellt er am Abend lapidar fest. Enttäuscht sei er aber nicht. Dass er am Ende nur 6,4 Prozent bekam, liege seiner Ansicht nach daran, dass die AfD einen beträchtlichen Anteil an Prozenten weggenommen habe. Das hatte er bereits befürchtet und es beschäftige ihn sehr.

Von einer „Katastrophe“ sprach ein schwer enttäuschter Sascha Renner am Abend. Selbstverständlich sei ihm klar gewesen, dass er nicht Landrat wird, aber dass ihn nur 1,3 Prozent der Landkreisbürger gewählt haben, das sei „deutlich schlechter als erwartet“. Wenn er nun auch nicht in den Kreistag gewählt werde, überlege er sogar, ganz mit der Kommunalpolitik aufzuhören.