Paukenschlag in Hemau: Petra Lutz (SPD) überholt Bürgermeister Herbert Tischhöfer (CSU)

Von David Santl · 8. März 2026 um 21:20

Es ist ein politisches Erdbeben auf dem Tangrintel: Die SPD-Kandidatin Petra Lutz liegt nach der ersten Runde der Hemauer Bürgermeisterwahl in Führung. Mit 38,4 Prozent zog sie knapp an Amtsinhaber Herbert Tischhöfer (CSU) vorbei. Er hatte mit 38,1 Prozent das Nachsehen – und das obwohl Hemau als traditionelle CSU-Hochburg galt. Nun treten die beiden in zwei Wochen in einer Stichwahl gegeneinander an.

In absoluten Zahlen trennen die beiden gerade einmal 13 Stimmen. Ausgeschieden hingegen ist Dominik Faulhammer (Freie Wähler). Mit 23,5 Prozent erzielte der Neuling in der Hemauer Stadtpolitik jedoch einen Achtungserfolg. Am größten war die Freude natürlich bei Petra Lutz (SPD). Sie zeigte sich sehr überrascht. „Ich habe nicht mit einer Stichwahl gerechnet. Jetzt freue ich mich umso mehr und hoffe auf den Sieg“, war ihre erste Reaktion.

Alles zur Kommunalwahl im Landkreis Regensburg finden Sie in unserem Liveticker

Im Vergleich zur Wahl 2020 übertraf Lutz ihr Ergebnis sogar. Damals holte sie 36,26 Prozent und unterlag Tischhöfer klar. „Da hatte ich aber zudem Unterstützung von den Freien Wählern“, betont sie. Nun hofft die 61-Jährige, dass sie in der Stichwahl erneut auf die Stimmen der Freien Wähler setzen kann. „Und ich wünsche mir sehr, dass der Wahlkampf fair bleibt“, sagt Lutz, die zugleich einen großen Dank an ihr Team und an ihre Wähler ausspricht.

Mehr dazu: Das Hemauer Bürgermeister-Triell: So umkämpft war das Rathaus lange nicht mehr

Deutlich schlechter war die Stimmung beim amtierenden Bürgermeister Herbert Tischhöfer (CSU). Er verlor im Vergleich zur vergangenen Wahl fast 25 Prozent. Damals schaffte er es noch auf 63,74 Prozent. Zu seinem jetzigen Ergebnis sagt er kurz und knapp: „Das ist eben der Wille der Wähler. So ist Demokratie.“ Bei drei Kandidaten sei eine Stichwahl nicht überraschend. „Jetzt geben wir nochmal 14 Tage Vollgas und dann schauen wir, was rauskommt“, so der 59-jährige Amtsinhaber.

FW-Kandidat will sich weiter engagieren

Dominik Faulhammer (Freie Wähler) hat das Rennen zwar verloren, zeigte sich jedoch zufrieden. „Auch wenn es nur Platz Drei geworden ist: Das ist ein sehr gutes Ergebnis.“ Sein Abschneiden würde zeigen, dass die Leute frischen Wind wollen. „Und dass es für mich als politischen Neuling hart wird, war mir klar“, sagt er. Der 33-Jährige will sich auf jeden Fall weiter engagieren. Ob er in der Stichwahl einen der beiden Kandidaten unterstützen wird, weiß Faulhammer noch nicht. „Da werden wir uns noch Gedanken machen.“

Die vergleichsweise große Auswahl an Bürgermeisterkandidaten könnte auch dafür gesorgt haben, dass die Wahlbeteiligung in Hemau ziemlich hoch war. Diese Vermutung äußerten Wahlhelfer im Wahllokal in der Tangrintelhalle. Bereits gegen Mittag war dort der Andrang am Wählern erstaunlich groß – trotz des immer höher werdenden Anteils an Briefwählern.