Wahllokale geschlossen: Warten auf Ergebnisse beginnt – Eine erste Bilanz aus Regensburg

Kurz vor 8 Uhr. Sechs Menschen warten an der Pestalozzi Grundschule schon darauf, wählen zu dürfen. Wahlvorstand Detlef Staude zählt einen Countdown runter. Es geht los – hier und in allen anderen 43 Wahllokalen in Regensburg. So lief der Tag.
Früh dran ist auch Dr. Thomas Burger, OB-Kandidat der SPD. Gleich um 8 Uhr ist er im Von-Müller-Gymnasium wählen. Als ehemaliger VMG-Schüler habe er eine besondere Verbindung zu diesem Ort, sagt er. „Der Gang ins Wahllokal war für mich schon immer etwas Besonderes, das war und ist für mich ein richtiges persönliches Wahlerlebnis – in diesem Jahr ein besonders persönliches.“
Ähnlich sieht es Dr. Helene Sigloch von den Grünen. Das Wahlrecht sei ein großartiges Recht, das sie gerne vor Ort zelebriere. „Man merkt: Heute ist die Demokratie am Werk“, sagt die OB-Aspirantin. Auch Thomas Thurow, Spitzenkandidat der Brücke, liegt der Gang ins Wahllokal am Herzen. Es sei ein „besonderer Moment“, die Unterlagen in die Wahlurne einzuwerfen. Seine Hoffnung: eine hohe Wahlbeteiligung. Um 16 Uhr lag sie bei 56,5 Prozent und damit schon deutlich höher als bei der Kommunalwahl 2020. Damals gaben 52,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen ab.
Aktuelles, Ergebnisse und Reaktionen: Der Liveticker zur Wahl in der Stadt Regensburg
40.320 der 117.094 Stimmberechtigten haben sich Briefwahlunterlagen ausstellen lassen – darunter auch Dr. Astrid Freudenstein, die für die CSU ins Rathaus einziehen will. „Mir gibt es ein schönes Gefühl, wenn ich meine Stimme schon ganz sicher abgegeben habe. Dann kann bis zum Wahltag passieren, was will – vom Beinbruch bis zum Hochwasser –, das Wählen ist schon mal sicher erledigt“, erklärt Freudenstein. Wählen empfinde sie als einen ganz wichtigen und wertvollen Vorgang – „das erledige ich gerne in aller Ruhe daheim in den eigenen vier Wänden“.
2500 Wahlhelfer in Regensburg im Einsatz
12.30 Uhr. Schichtwechsel im Alten Rathaus. Wahlhelferin Diana Littich tritt im Dollingersaal ihren Dienst an. Und schon ist sie mit den ersten Fragen von Wählern konfrontiert. In Teamarbeit erklären die fünf Ehrenamtlichen, die für den Stimmbezirk 008 zuständig sind, einer Frau, wie das mit dem Kumulieren und Panaschieren genau funktioniert. Das ist gar nicht so einfach – allein schon, weil der Stadtrats-Stimmzettel mit seinen 700 Kästchen die Größe eines Strandhandtuchs hat.

Littich ist zum ersten Mal Wahlhelferin. „Jeder will eine Demokratie. Dafür muss man auch was tun – auch mal mithelfen und nicht immer nur die anderen machen lassen“, erklärt sie zu ihren Beweggründen. „Sehr schön gesagt“, stimmt Felix Schreiber zu, der neben Littich sitzt. Insgesamt sind am Sonntag 2500 Bürger im Einsatz, dazu 150 Mitarbeiter des Wahlamts. Bei dessen Leiter, Christopher Dirrigl, laufen alle Fäden zusammen. Auch Littich ruft ihn am frühen Nachmittag an, um einer Frau bei ihrem Anliegen weiterhelfen zu können.
Kommunalwahl in Regensburg: Wann mit ersten Ergebnissen zu rechnen ist
Am frühen Nachmittag wird der Andrang in den Wahllokalen größer. Hussain Ghorbani sitzt da noch mit einem Schokocroissant in einem Café. Er hat seinen Urnengang noch vor sich. Das will er später erledigen. Aus Zeitgründen habe er sich gegen die Briefwahl entscheiden, erzählt er. Wen Ghorbani wählt, weiß er schon. Für den 25-Jährigen, der aus Afghanistan stammt und seit fünf Jahren in Regensburg lebt, ist es die dritte Wahl hier. „Das ist wichtig“, sagt er.
18 Uhr. Die Wahllokale haben geschlossen. Das große Auszählen beginnt – und die städtische Wahlveranstaltung im Marina Forum. Mit ersten Schnellmeldungen ist gegen 19 Uhr zu rechen. Das vorläufige Ergebnis könnte gegen 21 Uhr vorliegen.