Teures Tanken: Lohnt sich die Fahrt für Diesel und Benzin ins Ausland?

Von Nils Mayer · 5. März 2026 um 10:54

Der Krieg im Iran bringt Autofahrer an der Zapfsäule zum Verzweifeln: Die Benzin- und Dieselpreise liegen in manchen Städten Bayerns schon jetzt jenseits der Zwei-Euro-Marke. Tendenz steigend. Während an bayerischen Tankstellen die Spritpreise weiter nach oben klettern, kann man in einigen Nachbarländern aber weiter günstiger tanken. Lohnt sich also die Fahrt nach Österreich oder Tschechien für billigen Kraftstoff? Und falls ja, warum?

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Je nachdem, wen man fragt, variieren die Spritpreise aktuell stark. Deshalb erst einmal ein Blick auf die deutschlandweiten Durchschnittswerte am 3. März. Der ADAC nennt für Deutschland einen Durchschnittspreis von 1,897 Euro für einen Liter Super E10 und 1,917 Euro für die gleiche Menge Diesel. Der ADAC spricht von einem „sprunghaften Anstieg“, der durch die Lage im Nahen Osten ausgelöst wurde.

Dass der Durchschnitt eben nicht die Realität vieler Autofahrer widerspiegelt, zeigt ein Blick am Morgen des 5. März auf drei bayerische Städte: Regensburg, Passau und Ingolstadt. Bei allen Städten sucht man auf Vergleichsportalen im Internet verzweifelt nach Tankstellen mit einem Dieselpreis deutlich unter zwei Euro pro Liter. Und auch der Benzinpreis kratzt in beiden Städten zumindest an der Zwei-Euro-Marke.

Tanken in Tschechien ist ein Schnäppchen

Vor allem Autofahrer an der Grenze zu Tschechien und Österreich könnten sich deshalb die Frage stellen, ob ein Tankstopp im Ausland nicht den eigenen Geldbeutel schonen könnte. Und tatsächlich: Die von der Europäischen Kommission wöchentlich veröffentlichten Energie- und Ölpreise beweisen, dass der Sprit in Tschechien deutlich billiger als in Deutschland und Bayern ist. Stand 2. März beziffert die EU den Diesel- und Benzinpreis in Tschechien auf nur knapp unter 1,40 Euro pro Liter.

Andere Vergleichsportale bestätigen mit nur minimal höheren Durchschnittspreisen, dass diese Entwicklung immer noch anhält: Das tschechische Tourismusportal gibt am 4. März einen durchschnittlichen Benzinpreis von 1,43 Euro/Liter an.

In Österreich steigen die Spritpreise

In Österreich warnt zwar der ÖAMTC, vergleichbar mit dem ADAC in Deutschland, vor einem Aufwärtstrend, „der nur bedingt nachvollziehbar“ ist, trotzdem liegen die Tankpreise in Österreich noch deutlich unter denen in Deutschland. Laut Vergleichsportalen wie der Tankstellenkarte Fuelo liegt der Dieselpreis pro Liter am Donnerstagvormittag bei gerade einmal 1,723 Euro. Bleifreien Super tankt man beim deutschen Nachbarn zur gleichen Zeit für 1,639 Euro.

Also: Ja, die Spritpreise liegen aktuell in Tschechien und Österreich teils deutlich unter denen in Deutschland und Bayern. Aber warum? „Steuern und Abgaben machen einen großen Teil der Spritpreise aus“, bringt es der ADAC auf seiner Internetseite auf den Punkt. Vor allem die Mineralölsteuer habe entscheidenden Einfluss auf die Preise, die dann an der Zapfsäule fällig werden.

In Deutschland liegt der Energiesteuersatz für Benzin bei 65,4 Cent je Liter, bei Diesel bei 47,0 Cent je Liter. Zum Vergleich: In Österreich liegt die Steuer bei Benzin bei gerade einmal 48,2 Cent pro Liter und bei Diesel fallen nur 39,7 Cent Mineralölsteuer an.

Ob sich die Fahrt für billigen Kraftstoff ins Ausland lohnt, hängt natürlich auch davon ab, wie weit die Grenze mit dem Auto weg ist. Zumindest in Grenznähe ist ein Tankstopp in Tschechien oder Österreich verglichen mit deutschen Spritpreisen derzeit ein Schnäppchen. Aber auch in Deutschland lässt sich zumindest ein wenig tricksen. Der ADAC empfiehlt, kurz vor dem Tanken die Preise zu vergleichen. Dabei können auch Apps helfen. Die übliche Faustregel, dass der Sprit abends zwischen 19 und 20 Uhr günstiger ist, gilt aktuell aufgrund der angespannten Lage nur eingeschränkt.