Über 200 Millionen für Zukunftsfabrik: Siemens investiert kräftig in den Standort Amberg

Von Franziska Mahler · 4. März 2026 um 13:11

Siemens plant eine umfassende Erneuerung am Produktions- und Entwicklungsstandort Amberg. Bis 2030 soll dort eine intelligente Fabrik für den Geschäftsbereich Smart Infrastructure entstehen. Für den Neubau investiert Siemens rund 200 Millionen Euro.

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Wie der Konzern mitteilt, wolle man mit dem Vorhaben den steigenden Bedarf an elektronischen High-Tech-Produkten abdecken und künftig die Flexibilität in der Produktion erhöhen. Neben der Investition von rund 200 Millionen Euro seien zudem weitere Investitionen in die Modernisierung und Dekarbonisierung des Standortes Amberg geplant.

Amberg ist ein wichtiger Standort für den Konzern

„Diese Investition ist ein klares Bekenntnis zum Standort“, wird Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG in der Pressemitteilung zitiert. Auch sei sie ein zusätzlicher Wachstumsimpuls für Siemens in Deutschland – und der gehe über die im Rahmen der „Made for Germany“-Initiative gemachten Investitionszusagen hinaus.

Amberg ist mit seinen beiden Siemens-Werken und rund 4500 Mitarbeitenden ein wichtiger Fertigungs- und Entwicklungsstandort für den Konzern, heißt es in der Mitteilung. Dort werden derzeit Schalt-, Schutz- und Überwachungsgeräte für industrielle Anwendungen produziert und entwickelt – sowie Industriesteuerungen im Werk des Geschäftsbereich Digital Industries für Kunden in aller Welt.

Der bestehende Standort, ergänzt um die künftige Smart Factory. Auf dem heutigen Parkplatz soll die neue Fertigung entstehen. - Foto: Siemens

Die Arbeitsplätze sollen gesichert werden

In der neuen Fabrik will Siemens eine selbstlernende, autonome und hochflexible Produktion aufbauen, die von künstlicher Intelligenz mitgesteuert wird. Damit wolle der Konzern den Betrieb effizienter und nachhaltiger gestalten. Gleichzeitig schaffe man dadurch mehr Flexibilität, um schnell auf neue Anforderungen und Entwicklungen im Markt reagieren zu können.

Wichtig ist dem Unternehmen, die insgesamt rund 2400 Mitarbeiter von Siemens Smart Infrastructure beim digitalen Wandel mitzunehmen und die Arbeitsplätze am Standort zu sichern. Siemens bildet dafür laut Pressemitteilung die Mitarbeiter umfassend weiter und bereitet sie auf die veränderten Aufgaben in einer digitalen Fabrik vor.

Künstliche Intelligenz wird in Fertigung wichtige Rolle spielen

Bereits bei der Planung des Neubaus verwende Siemens seine Digitale Zwillings-Technologie, mit der sich das komplette Werk – inklusive Produktion, Maschinen und Logistik – vorab und in verschiedenen Szenarien simulieren lasse. Auch der neue „Digital Twin Composer“ soll zum Einsatz kommen, heißt es. Dieser führe die verschiedenen digitalen Zwillinge zusammen.

Generell werde Künstliche Intelligenz in der künftigen Fertigung eine wichtige Rolle spielen: Unternehmensangaben zufolge werde die KI ständig mit Echtzeitdaten gespeist, um Auftragsplanung, -realisierung sowie Materialtransport und Anlagensteuerung bestmöglich aufeinander abzustimmen und zu optimieren. Darüber hinaus werde die Fabrik über eine vollautomatisierte Logistik mit fahrerlosen Transportsystemen und humanoider Robotik verfügen. Auch ein Reinraum für die Elektronikproduktion sei ein in integraler Bestandteil.

„Durch den Einsatz industrieller Künstlicher Intelligenz, digitaler Zwillinge und modernster Automatisierung stärken wir Wettbewerbsfähigkeit und schaffen zukunftsfähige Arbeitsplätze. Ein Beitrag auch für ein starkes Industrieland Deutschland“, sagt Busch.

Weitere Informationen

• Initiative: Der „Made for Germany“-Initiative haben sich bislang 124 Unternehmen angeschlossen und gemeinsame Investitionen von über 800 Milliarden Euro in Deutschland zugesagt. Weitere Mitglieder sind zum Beispiel Infineon, Schaeffler, Bosch und die Otto Group.

• KI: Siemens ist unter anderem ein führendes Unternehmen im Bereich industrieller Künstlicher Intelligenz und entwickelt KI-Lösungen für Kunden aller Branchen.

• Umsatz: Im Geschäftsjahr 2025, das am 30. September 2025 endete, erzielte der Siemens-Konzern einen Umsatz von 78,9 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 10,4 Milliarden Euro. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 318.000 Menschen.