Familiendrama vor dem Amtsgericht Neumarkt: Richterin stoppt Verfahren

Von Heike Regnet · 3. März 2026 um 05:00

Wegen Körperverletzung stand am Montag ein 48-jähriger Familienvater vor in Neumarkt Gericht, doch die Verhandlung entwickelte sich zusehends zum tränenreichen Familiendrama. Im Mittelpunkt stand dabei der 14-jährige Sohn.

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Dem 48-Jährigen wurde vorgeworfen, seinen Sohn bei einem Besuch gepackt, dessen Oberarme heftig gedrückt und ihn somit körperlich misshandelt zu haben. Diesem Vorwurf widersprach der Mann vor Gericht. So habe sein Sohn schon öfter „Schauergeschichten“ über ihn erzählt. Es gebe einen „extremen Loyalitätskonflikt“.

Alle bisherigen Vorwürfe gegen ihn seien nicht haltbar gewesen. An besagtem Wochenende habe er beide Söhne zu sich geholt. Als er nachmittags mit ihnen habe reden wollen, habe der eine nur aufs Handy geschaut und als er ihm dieses wegnehmen wollte, sei es zum Streit gekommen.

Sohn schreibt Aussage auf

Die Kinder seien dann hysterisch ins Badezimmer „abgehauen“ und hätten sich nicht beruhigen lassen. Aktuell sehe er die beiden nicht mehr, da sie nicht mehr zu ihm kommen wollten.

Einen sichtlich verzweifelten Eindruck machte der 14-Jährige, als er seine Aussage machen sollte. Auch die Begleiterin des Jugendamtes und die behutsame Befragung von Richterin Lisa Hörmann konnten daran nichts ändern.

Amtsgericht stellt Verfahren ein

Deswegen unterbrach die Richterin die Verhandlung, doch auch im zweiten Anlauf blieb die Situation angespannt. Eine mündliche Aussage war dem Jungen nicht möglich. So schrieb er auf Anregung von Richterin Hörmann das Geschehene auf und verließ danach sofort den Gerichtssaal.

Das Schriftliche deckte sich laut Richterin zwar mit der Anklage, dennoch blieben Zweifel an dem genauen Geschehen. Deshalb stellte Hörmann das Verfahren schließlich im Einverständnis von Staatsanwalt und Angeklagtem eingestellt. Seine eigenen Auslagen muss der Angeklagte selbst tragen, die restlichen Kosten fallen der Staatskasse zur Last.