Polizeieinsatz beim Landfrauentag in Neustadt

Für rund 270 Landfrauen aus dem Landkreis Kelheim war der heurige „Landfrauentag“ nicht nur ein Tag der Gemeinschaft, der Geselligkeit und eine Auszeit vom bäuerlichen Alltag. Ein Kabarettist und ein echter Polizist zeigten mit Gesang und Humor auf der Bühne, wie man nicht auf vermeintliche Betrüger reinfällt.
Bürgermeister Thomas Memmel machte sich Sorgen um die Sicherheit der Veranstaltung, als er das Polizei-Einsatzfahrzeug vor dem Gebäude sah. Die stellvertretende Dienststellenleiterin der Polizeiinspektion Kelheim Manuela Waltl beruhigte ihn: „Wir sind da, weil wir mehr Sicherheit verbreiten wollen, nicht weil die Veranstaltung unsicher ist.“ Und so konnte er in aller Ruhe „den Landfrauen in den Familien, in den Dörfern und in den Gemeinschaften für die Bewahrung und Fortsetzung der Traditionen und des Wissens um die gesunde, regionale und saisonale Esskultur“ danken.
Kreisbäuerin Rita Schultes versäumte es nicht, nach der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste aus dem Bauernverband auf die anstehende Kommunalwahl hinzuweisen, denn die zu wählenden Gremien müssen immer wieder über Themen der Landwirtschaft entscheiden, wie z.B. dem Verbrauch von landwirtschaftlichen Flächen.
Bedeutung der Frauen für die Landwirtschaft betont
Für Claudia Erndl, die Bezirksbäuerin Niederbayerns, zeigt die Erklärung des Jahres 2026 zum „Jahr der Frauen in der Landwirtschaft“ durch die Vereinten Nationen, „wie wichtig die Landfrauen für Ernährungssicherheit, für die Gesellschaft aber auch für die Wirtschaft sind.“ Eine der wichtigsten Traditionen ist für sie auch der Landfrauenchor, der unter Leitung von Anita Schemm auf den Frühling und das neue Bauernjahr einstimmte.
„Früher sind die bäuerlichen Frauen nicht aus ihrem Haus rausgekommen“, schildert Rita Schultes die Entstehung des „Landfrauentages“ vor rund 75 Jahren. Seitdem wird jährlich ein „freier geselliger Tag im Winter zum Ratschen aber auch mit einem kulturellen und bildenden Teil“ organisiert.
Dafür waren heuer der niederbayerische Kabarettist Tom Bauer und der Präventionsbeamte der Polizeiinspektion Dingolfing, Rudi Schmuderer, zuständig. In ihrem Präventionskabarett hatten sie die gängigsten Betrugsmaschen von Gaunern in heitere Szenen verpackt.
Da klingelte plötzlich das Telefon und ein „Call-Center-Betrüger“ wollte Tom Bauer zur Übergabe eines größeren Geldbetrages überreden. Gott sei Dank konnte Rudi Schmuderer das Ganze noch verhindern. Seinen Tipp „Einhängen“ werden sich die Landfrauen sicherlich merken, denn Tom Bauer spielte daraufhin mit seiner Quetsch‘n ein Lied und forderte sie auf, sich einzuhängen und mitzuschunkeln. Mit welchen Überredungskünsten ein unerwarteter Lottogewinn an den Mann gebracht wird, auch wenn man gar nicht Lotto gespielt hat, stellten sie im nächsten Sketch glaubhaft dar.
Etwas leichtgläubig war auch die stellvertretende Kreisbäuerin Claudia Steger, als sie einem vermeintlichen Wunderheiler ahnungslos ihren Geldbeutel gab, um aus diesem den „Fluch des Geldes“ zu vertreiben.
Mit wie viel Fantasie sich unerwartete, unbekannte Besucher an der Haustür Zutritt in das Haus oder die Wohnung verschaffen wollen, schilderte Tom Bauer musikalisch. Wie man darauf reagieren soll, erwiderten die Landfrauen mit dem Refrain „I mach ned auf, i lass ned nei“.
Der frühere Bauernverband-Geschäftsstellenleiter Alois Schweiger bekam auf der Bühne zu spüren, wie leicht beim Einkauf im Supermarkt einer oder mehrere Diebe sich das Handy oder die Einkaufstasche aneignen.
Schockanruf einer weinenden Tochter eingespielt
Die Einspielung eines echten Schockanrufes einer weinenden Tochter, die angeblich einen Autounfall hatte, verdeutlichte zum Schluss mit welchen psychischen Tricks die Betrüger am Telefon agieren.
Nach der mehr als einstündiger humorvoller Unterhaltung mit ernstem Hintergrund waren sich alle Anwesenden im Bürgersaal einig, wie sie sich in solchen Situationen zu verhalten haben und gaben beim Abschlusslied von Tom Bauer mit dem Refrain „Ned mit mir“ die Antwort.
Konkrete Fragen zur Sicherheit rund um Haus und Hof beantworteten an ihrem Infostand im Foyer des Bürgersaales zwei Polizeibeamte der Polizeiinspektion Mainburg. Der sichere Umgang mit Geld, unter anderem sicheres Bezahlen im Internet, stand an den Beratungstischen der Raiffeisenbank Kreis Kelheim und der Sparkasse Kelheim im Vordergrund. Abschließend appellierte der Präventionsbeamte Rudi Schmuderer an die Gäste, mögliche Verdachtsfälle zu melden, denn die Kreativität und die kriminelle Energie der Betrüger kennt keine Grenzen.

