Wo bei den Eltern der Schuh drückt: Ein Blick auf das Angebot in Lappersdorf

Von Josef Dummer · 1. März 2026 um 12:00

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Wie erleben Familien im Landkreis ihren Alltag? Welche Unterstützung brauchen Eltern heute, und welche Angebote kommen tatsächlich an? Bei einem Elternfrühstück im Familienstützpunkt Lappersdorf (Kreis Regensburg) suchte Landrätin Tanja Schweiger das direkte Gespräch. Es ging es um konkrete Erfahrungen, Wünsche und Herausforderungen junger Familien.

Gleichzeitig wurden aktuelle Entwicklungen in der Familienbildung vorgestellt: Welche Impulse konnten 2025 gesetzt werden? Wo liegen neue Schwerpunkte? Landrätin Schweiger wollte bei diesem Elternfrühstück im Jugendtreff Lappersdorf im Beisein von Bürgermeister Christian Hauner, den Leiterinnen des Familienstützpunktes Lappersdorf, Teresa Krüner und Christina Renner-Lintl, sowie dem neuen Leiter des Kreisjugendamtes, Johann Götz, deutlich machen, wie breit das Kreisjugendamt mittlerweile aufgestellt ist. Mit der neuen Jugendamtsleitung seien in den letzten Monaten unterschiedliche Themen in den Mittelpunkt gestellt und neue Strukturen erarbeitet worden, die Familienstützpunkte vor Ort als „niedrigschwellige Anlaufstellen, als Beratungsmöglichkeiten sowie als Treffpunkt für Fachvorträge und Elternkurse zu etablieren“.

Familien frühzeitig unterstützen und stärken

Kernpunkt der Neuaufstellung sei nach Angaben von Jugendamtsleiter Götz vor allem eine optimale Vernetzung beispielsweise bei Kooperationsprojekten in Zusammenarbeit mit der Jugendsozialarbeit an den Schulen. Oberstes Ziel sei es, Familien frühzeitig zu unterstützen, zu stärken und zu begleiten, „wohnortnah, niedrigschwellig und für alle zugänglich“, sagte Götz. Als Schwerpunkte im letzten Jahr nannte er die Stärkung der Erziehungs- und Alltagskompetenz mit Erste-Hilfe-am-Kind-Kursen, Eltern-Kind-Bindung oder die organisierten Elternfrühstücke und offene Treffs.

Die acht Familienstützpunkte im Landkreis, darunter der Jugendtreff in Lappersdorf, sollten Anlaufstellen vor Ort sein für Beratung, Unterstützung im Familienalltag, eine Lotsenfunktion zu weiteren Hilfen anbieten, aber auch Begegnung und Austausch sein, so die Erklärung von Alexandra Winkler aus der Teamleitung „Familienbildung und Prävention“ des Kreisjugendamtes. Die Familien erhalten dazu Hilfen, „unabhängig von Wohnort, Lebenslage oder finanziellen Möglichkeiten“, versprach zudem Jugendamtsleiter Götz.

Jugendsozialarbeit: 50 Schulen werden erreicht

Gerade die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) sei im laufenden Schuljahr deutlich ausgeweitet worden: Statt bislang 44 würden nun 50 Schulen im Landkreis erreicht. Möglich geworden sei dies durch eine gezielte Neuverteilung der vorhandenen personalbezogenen Ressourcen, sodass bestehende Stellen bedarfsorientiert auf weitere Schulstandorte verteilt werden konnten. Neu eingerichtet wurde außerdem das BVS-Team (Beratung – Vermittlung – Schutz), das als zentrale Anlaufstelle für Familien, Fachkräfte und Institutionen, berät, passende Hilfen vermittelt und die Einschätzung von Gefährdungsmeldungen übernimmt. „Mit diesen Weiterentwicklungen setzt das Kreisjugendamt ein starkes Signal für moderne Strukturen, wirksamen Kinderschutz und verlässliche Unterstützung im Landkreis“, sagte Schweiger.

Als Ausblick für dieses Jahr verwies Amtsleiter Götz auf einen Familien-Aktionstag „Informiert und gestärkt durch die ersten Lebensjahre“ am 18. April von 10 bis 15 Uhr im Familienstützpunkt Regenstauf sowie auf das Pilotprojekt ab Mai mit Außensprechstunden des Sozialpädagogischen Fachdienstes in Schierling, „wegen der großen Distanz nach Regensburg“, und Regenstauf, „als größte Gemeinde im Landkreis“.

Das ist ein Familienstützpunkt

■ Standorte: Im Landkreis Regensburg gibt es an acht Standorten Familienstützpunkte: In Donaustauf, Lappersdorf, Neutraubling, Nittendorf, Regenstauf, Schierling, Donau.Wald (Wörth, Wiesent, Brennberg) und Jura (Beratzhausen, Hemau, Laaber).

■ Aufgaben: Beratung und Orientierung, Unterstützung im Familienalltag, Lotsenfunktion zu weiteren Hilfen sowie Begegnung und Austausch.

■ Angebote: Erste-Hilfe-am-Kind-Kurse, Eltern-Kind-Bindung, Förderung von Resilienz, Elternfrühstück und offene Treffs, Entlastungsangebote.

■ Ziel: Beziehungsorientierte Erziehung stärken, Konflikte konstruktiv lösen, Orientierung geben, in enger Zusammenarbeit mit Sozialpädagogischen Fachdienst, Koordinierenden Kinderschutzstelle sowie Jugendsozialarbeit an Schulen.