So sieht das Kopfsteinpflaster in der Unteren Marktstraße in Neumarkt künftig aus

Von Wolfgang Endlein · 23. Februar 2026 um 17:00

Ein Kopfsteinpflaster sei eine Sache für Jahrhunderte, sagt Neumarkts Stadtbaumeister Matthias Seemann. Weil die Moderne aber andere Bedürfnisse hat als das Mittelalter, greift die Stadt zur Fräse. Das Kopfsteinpflaster in Neumarkt soll ebener werden. Mehr noch: Die alten Steine werden laut Stadt sogar hochwertiger, wenn erstmal die Spezialmaschine über sie gefahren ist.

Video ansehen

Wie das Pflaster danach aussehen wird, kann man in der Unteren Marktstraße auf Höhe des dortigen Brunnens begutachten. Dort hat eine Firma mit Hilfe einer speziellen Maschine eine kleine Probefläche abgefräst.

Das Ergebnis: Die Steine sehen hellgrau, angeraut und deutlich flacher aus. „Es war auch gar nicht so laut, wie man erwartet hätte“, sagt Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn bei einem Vor-Ort-Termin. Er wie auch Stadtbaumeister Matthias Seemann und Lutz Worthmann vom Umweltamt erachten den Test als geglückt.

Im Frühsommer soll das Pflaster in der Unteren Marktstraße angegangen werden

Wenn der Stadtrat in einer seiner nächsten Sitzungen zustimmt, soll im Frühsommer der Rest der Unteren Marktstraße abgefräst werden. Die Obere Marktstraße soll in Zukunft folgen, in diesem Jahr wäre das aber aufgrund der Feste nicht umsetzbar gewesen, erklären die Verantwortlichen.

Ochsenkühn ist zufrieden mit der Lösung. Sie sei schnell und günstig. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass im Frühsommer in der Ferienzeit binnen zwei Wochen alles erledigt sein wird. 110 000 Euro werden die Arbeiten wohl ungefähr kosten.

Diese Spezialmaschine fräste am Montag einen Probebereich in der Unteren Marktstraße in Neumarkt ab. - Foto: Lutz Worthmann

Ausführen sollen sie eine Spezialfirma. Unternehmen hätten das Verfahren entwickelt, weil es den Bedarf in etlichen Städten mit altem Pflaster gebe, das beispielsweise den heutigen Ansprüchen an Barrierefreiheit nicht entspricht, erklärt Worthmann. Der städtische Bauhof wird vorab Dellen im Pflaster ausgleichen.

Mehr Komfort für Radfahrer durch abgefrästes Pflaster in der Marktstraße

Stadtbaumeister Seemann erwartet nach dem Abfräsen nicht nur, dass insbesondere Radfahrer mehr Komfort beim Fahren haben, sondern dass der Verkehr dadurch leiser ist.

Im Ergebnis werden die dann abgefrästen Pflastersteine dem entsprechen, was man heute bei einem neuen Pflaster verbauen würde, wie Worthmann erklärt. Durch die Methode werden die alten Pflastersteine somit hochwertiger.

„Dann werden wir einige Jahre Ruhe haben“, sagt Seemann beim Blick auf die Steine. Kopfsteinpflaster ist eben eine Sache für Jahrhunderte.