Der Chamer Landratskandidat Christian Schindler (FW) gibt der AfD einen Korb

Von Johannes Schiedermeier · 17. Februar 2026 um 05:00

Der Wahlkampf geht langsam in den Endspurt. Die ersten Briefwahlunterlagen werden verschickt. Und dann das: Der Chamer Landratskandidat Christian Schindler (FW) prangt im Netz gemeinsam mit dem Tiefenbacher AfD-Bürgermeisterkandidaten Franz Albang und Benjamin Hunger von der Christlich-Freien-Wählergemeinschaft unter dem Titel: Politischer Aschermittwoch mit Brathering-Essen. Schindler stellt klar: „Da geh ich niemals hin.“ Was ist da eigentlich passiert?

Das Plakat ist inzwischen weg. Natürlich nicht im eigentlichen Sinne, weil das Netz ja nichts vergisst. Aber der Urheber hat es rausgenommen. Und als solcher bekennt sich Benjamin Hunger, der Bürgermeisterkandidat der Christlich-Freien-Wählergemeinschaft in Tiefenbach. „Ich war das“, sagt er. Und er sagt auch: „Das war ein Schnellschuss. Ich hatte mit Schindler telefoniert und er hat zugesagt. Dann habe ich das Plakat gemacht und ins Netz gestellt. Als ich Schindler gefragt habe, ob das so passt, da stand es schon drin. Das war ein Fehler. Ich hab das jetzt raus.“

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Schindler will das Thema AfD insgesamt nun endgültig vom Tisch haben. Schließlich hat es ihm die Landrats-Kandidatin der AfD, Christl Fischer, schon beschert. Sie hatte ihn in den höchsten Tönen gelobt, weil er ihr angeblich als Einziger auf dem Facebook-Manager geantwortet hatte. Zusammengefasst: Nur der Schindler ist ein Netter.

Kann der Schindler mit der AfD? „Kann er nicht“, sagt Schindler

Natürlich hatte man sich daraufhin – bevorzugt auf der Seite politischer Gegner – gefragt: Kann der Schindler mit der AfD? – „Kann er nicht“, sagt Schindler. Und er legt vor, was er der Kandidatin Fischer zurückgeschrieben hat: „Ich freue mich auf die anstehende Kommunalwahlzeit und die damit einhergehenden sachlichen Debatten und hoffe natürlich, dass der Umgang untereinander sachlich und fair bleibt...“ „Mehr war da nicht. Das ist eine Antwort mit Anstand. Von miteinander Können ist da nichts zu lesen.“ Allerdings habe er inzwischen von anderen Kandidaten erfahren, dass sie dieses Schreiben gar nicht bekommen hätten.

Nicht nur deswegen sei er sauer gewesen über das Plakat. „Da ist ja auch noch ein komplett KI-generiertes Bild verwendet worden, das mir kaum ähnlich sieht. Und dann hat man mich noch neben einen AfDler ins Bild montiert.“ Dann sei das Plakat veröffentlicht worden und in der Nacht habe man ihn gefragt, ob das so passt. Er habe sich über die Einladung tatsächlich zunächst gefreut: „Wir haben nicht die Strukturen der CSU. Deswegen bin ich eigentlich über eine solche Einladung froh. Aber unter diesen Umständen...“

Hunger: „Ich nehme die Schuld auf mich!“

Benjamin Hunger bestätigt diese Schilderung im Wesentlichen. „Ich stehe dazu. Wenn ich was falsch gemacht habe, dann nehme ich da auch die Schuld auf mich“, sagt er. Allerdings habe er Schindler schon am Telefon mitgeteilt, dass der AfD-Bürgermeisterkandidat Albang mit dabei sei.

Schindler hält das so nicht für möglich: „Natürlich kann man bei einer solchen Veranstaltung nicht sagen, ob da am Ende AfD mit im Saal ist. Das kann ich bei meinen Versammlungen auch nicht. Aber es war nie die Rede davon, dass ich mit dem Mann gemeinsam auf dem Podium bin und eine gemeinsame Veranstaltung mit ihm habe.“ Deswegen habe er den Termin platzen lassen. Auch, weil Hunger ihm nicht zugesagt habe, dass der AfD-Kandidat nicht kommt.

Jetzt wird es eine Bürgersprechstunde

Hunger bestätigt das: „Ich habe gesagt, dass der Franz Albang natürlich kommen könnte, wenn er das will. Und wenn er redet, dann kann man das auch nicht verhindern. Deswegen ist am Ende nichts draus geworden.“ Hunger selbst hat mit dem AfD-Gegenkandidaten Albang kein Problem. „Wieso sollte ich? Wir leben im selben Dorf und wir sind in denselben Vereinen.“

Fällt die Veranstaltung nun aus? Nein, sagt Hunger. Man werde eine gemeinsame Bürgersprechstunde abhalten, zu der jeder kommen könne und auf der die Belange der Gemeinde Tiefenbach diskutiert werden.