Stadtrats-Kandidat Schwarzbach und die unstimmige Story von der Kontokündigung für Chamer AfDler

Von Johannes Schiedermeier · 13. Februar 2026 um 05:00

Sie haben mich gekündigt, weil ich bei der AfD bin: Das war – kurz zusammengefasst – die Nachricht in einem Facebook-Post des Chamer AfD-Stadtratskandidaten Marco Schwarzbach. Sie, das sind die Mitarbeiter der Volksbank in Cham. Eine Kopie des Kündigungsschreibens stand gleich mit im Netz. Die Folge: Entrüstung bei den Parteigängern, Boykott-Aufrufe.

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Zwei Dinge fallen von Anfang an auf. Es sind Buchstaben verdruckt und das Datum des Kündigungsschreibens liegt nach dem Tag des Facebook-Posts. Eine Fälschung?

Norbert Herten, Vorstandsmitglied der VR-Bank Ostbayern-Mitte in Straubing,: „Das Schreiben im Netz stimmt nicht mit unserem Schreiben überein. Wir haben das Konto auch nicht wegen der parteipolitischen Ansichten des Herrn Schwarzbach gekündigt. Über die eigentlichen Kündigungsgründe können wir nichts sagen, weil er uns nicht vom Bankgeheimnis entpflichtet hat. Es liegt aber nicht an der Parteizugehörigkeit.“

Eine Klage schließt die Bank aus. Herten sieht die Sache gelassen: „Ach wissen sie, wegen eines Facebook-Kommentars mit 29 Likes und einer Handvoll Kommentaren, von denen etliche gar nicht gegen die Bank gerichtet sind…“ Zudem sei das Dokument inzwischen gelöscht. „Warum, wissen wir nicht.“

Die KI und die zerknüllte Kündigung

Nachdem Marco Schwarzbach telefonisch nicht erreichbar ist, treffen wir ihn in einer Firma in Janahof. Mit zwei Helfern verlädt er AfD-Plakate in einen Transporter. Auf Befragen legt Schwarzbach das Kündigungs-Dokument vor – völlig zerknittert. Seine Begründung: „Ich habe mich derart über die Kündigung meines Bankkontos geärgert…“ Das Schreiben stimmt mit dem auf Facebook veröffentlichten überein. Das Datum der ausgestellten Kündigung auf der Kopie, die im Netz gelandet ist, ist jedoch weiter falsch, wie überhaupt einige Stellen des Schreibens schlecht verdruckt sind.

Schwarzbach begründet das damit, dass er die Kopie des Originals über KI gezogen habe, nachdem er dieses zerknüllt hatte. Die KI habe diese Stellen wohl nicht zweifelsfrei entziffern können und daraus gemacht, was sie für naheliegend hielt. Schwarzbach versichert jedoch, dass er nichts weggelassen und nichts hinzugefügt hat. Es sei kein Grund für die Kündigung des Kontos angegeben.

Die Bank hätte gerne geholfen

Schwarzbach zeigt auch die ursprünglich auf Facebook geschwärzten Stellen. Sein Konto weist Haben auf. Allerdings ist auch nirgends davon die Rede, Schwarzbach sei wegen seiner Zugehörigkeit zur AfD gekündigt worden. Er kann sich aber ansonsten keinen Grund vorstellen, sagt er. Schwarzbach verspricht, sich am nächsten Wochentag über die Gründe der Kündigung bei der Bank zu informieren.

Vorstandsmitglied Herten steht dem Ansinnen Schwarzbachs aufgeschlossen gegenüber: „Er kann mich gerne anrufen. Er kennt die Kündigungsgründe ganz genau. Wir haben ihm damals gesagt, dass er gekündigt wird, wenn das nochmal vorkommt. Und es ist nochmal vorgekommen. Falls Herr Schwarzbach sich daran nicht erinnert, helfe ich gerne.“

Post gelöscht: „Für mich erledigt!“

Nach mehreren vergeblichen Anrufen geht Schwarzbach Tages später ans Telefon und sagt, dass er diese Hilfe nicht in Anspruch genommen hat: „Die Nachfrage habe ich gelassen. Das Thema ist für mich erledigt und die Bank auch.“ Auf die Frage, ob er weiterhin zu der Behauptung steht, dass er wegen seiner Zugehörigkeit das Konto verloren hat, sagt Schwarzbach: „Ich mache dazu keine Aussage mehr.“ Auch der Facebook-Post ist inzwischen verschwunden.