Sandra Wittmann (SPD) will den Wählern eine demokratische Alternative bieten

Von Martin Hladik · 11. Februar 2026 um 11:00

Sandra Wittmann ist die erste Frau, die in Waldmünchen für das Bürgermeisteramt kandidiert. Die SPD-Frau sagt, dass für sie deutlich zu wenig Frauen im Stadtrat von Waldmünchen vertreten sind. Dazu muss man erwähnen, dass die SPD Waldmünchen ihre Liste klar paritätisch, also mit gleich viel Männern und Frauen, aufgestellt hat. Frauen in der Politik seien wichtig, gibt Wittmann zu verstehen, weil Frauen eher auf das „Miteinander“ achteten und auch ihre „Arbeit anders strukturieren als Männer“.

Demokratische Alternative bei der Bürgermeisterwahl

Sie habe sich als Bürgermeisterkandidatin aufstellen lassen, weil sie die „demokratische Pflicht“ sehe, einen Bürgermeisterkandidaten zu stellen. Immerhin sei zu ihrem Aufstellungstermin bekannt gewesen, dass die CSU wahrscheinlich keinen Kandidaten aufstellen werde und die AfD vielleicht doch antritt. Da sei die Devise gewesen: „Wir müssen eine Alternative bieten, damit es nicht nur eine Alternative gibt.“

Tatsächlich sei die AfD „einer der Hauptgründe, warum wir eine vernünftige Alternative“ aufstellen wollten. Sie sei bei der Versammlung der AfD bei der Pizzeria Jesolo vor Ort gewesen, und habe erlebt, wie sich teilweise gegenüber den Protestierenden verhalten wurde. „Der Ton macht die Musik“, sagt Wittmann.

Dazu komme das Selbstverständnis der SPD, sagt Wittmann. Das habe auch die frühere SPD-Abgeordnete Marianne Schieder angesprochen: Als „älteste Partei Deutschlands“ müsse man sich zur Wahl stellen, auch wenn man in der Minderheit bleibe.

Wittmann ist seit langem in der SPD verwurzelt. Sie kam als junge Postlerin über die Gewerkschaftsschiene zur Partei, berichtet sie. Ein bisschen habe das auch mit ihrem Lebensgefühl als „Quertreiberin“ zu tun. Immerhin sei ihre Familie ansonsten „tiefschwarz“.

Das Gefühl, eine Minderheit zu sein, kennt Wittmann aus der Stadtratsarbeit nur zu gut. Als einzig verbliebene Stadträtin der SPD hatte sie in der jetzt ablaufenden Periode zusammen mit Anja Kürzinger, der Tochter ihres jetzigen Gegenkandidaten, eine Fraktion gebildet. Das habe gut funktioniert. Dennoch sei ihr wichtig, dass die SPD diesmal drei Sitze im Stadtrat erringt, um auf jeden Fall selbst eine Fraktion bilden zu können.

Der „Friede-Freude-Eierkuchen-Eindruck“, den der Stadtrat in der öffentlichen Sitzung vermittle, täusche nämlich. „Nichtöffentlich läuft es schon anders“, sagt Wittmann.

In diesem Zusammenhang war beim Wahlauftakt der SPD mehr Transparenz gefordert worden. „Das Wort Transparenz gefällt mir nicht“, sagt Wittmann. Ihr wäre der Begriff Information wichtiger. Zum einen nach außen. Mit dem Gedanken, künftig die Protokolle von Stadtratssitzungen auf der Homepage der Stadt zu veröffentlichen, könnte sie sich anfreunden. Sie frage sich auch, warum manche Themen nichtöffentlich besprochen würden, obwohl man auch öffentlich darüber reden könnte. Zudem vermisste sie bisher insbesondere im Bauausschuss die rechtzeitige Vorinformation der Ausschussmitglieder „Ad-hoc-Entscheidungen für ein Gremiumsmitglied darf es nicht geben“, fordert sie und sagt: „Vom zukünftigen Bürgermeister werde ich das nicht akzeptieren.“

Wichtigstes Thema der nächsten Stadtratsperiode ist für Wittmann ganz klar die Veranstaltungshalle. Dabei sei für die SPD nur der Standort anstelle der Jahnhalle vorstellbar. Das sei die „richtige Örtlichkeit mit genügend Platz für die Schausteller und für Parkplätze“. Eine Sanierung des Reitmeier sei deutlich kostspieliger als ein Neubau, sagt Wittmann.

Im Reitmeier-Gebäude hätte Wittmann viel lieber ein Wohnprojekt verwirklicht. Vorbild sei hierbei Bad Kötzting mit dem Wohnprojekt „Alte Metzgerei“. Es gebe also auch Fördergelder, stellt Wittmann fest.

Auf die Frage, was mit dem leerstehenden Wirtshaus Wild in Geigant geschehen könnte, verweist Wittmann auf Nutzungsideen, die aus Geigant kommen müssten. Allerdings sei alles eine Frage des Geldbeutels und der Fördermittel.

Ein großes Anliegen ist Wittmann der Friedhof in Waldmünchen. Gerade für Menschen mit Rollatoren sei es schwierig, zu ihren Gräbern zu kommen. Weil auch immer mehr Gräber aufgegeben würden, müsste die Stadt etwas tun, um eine Pflege zu gewährleisten. Allerdings sei auch ihr klar, dass der Bauhof bereits „am Anschlag“ sei.

Am Anschlag sind auch die Gewerbegebiete der Stadt. Im Gegensatz zu anderen Vorschlägen hält Wittmann das Gebiet an der Umgehungsstraße auf Höhe Rational für das geeignetste.

Im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien sei man sich in der SPD einig. Alle im Ortsverband sprächen sich für Windräder aus. Bei der Photovoltaik ginge für sie Dach vor Flächen-PV. Allerdings sei der derzeitige Leitfaden der Stadt zu streng. Die Sichtbarkeit sollte eine wesentlich geringere Rolle spielen. Wie abstrus das Ganze werden könne, sehe man derzeit bei Döfering. Dort sei auf dem Gebiet der Gemeinde Schönthal eine Flächen-PV-Anlage errichtet worden. Die sei von allen Seiten und eben auch von Waldmünchner Gebiet, zum Beispiel vom Haschaberg aus, sichtbar.

Warum wohnt Sandra Wittmann in Schönthal?

Und zum Abschluss die Frage, warum sie für das Bürgermeisteramt kandidiert, wo wir uns doch zum Gespräch in ihrem Wohnhaus in Schönthal getroffen haben. Rein rechtlich gehe das, weil sie ihren Zweitwohnsitz in Waldmünchen bei ihrer Tochter habe, erläutert Wittmann. Sie habe einfach keine passende Wohnung in Waldmünchen gefunden. Wäre der Posten des Bürgermeisters in Waldmünchen ehrenamtlich, könnte sie allerdings nicht zur Wahlantreten, sagt Wittmann.