Im Kurort gibt es jetzt Spazierwege für Menschen mit Handicap

Ein großes Netz an Wander- und Spazierwegen rund um Bad Gögging ist ein Pluspunkt des Kurorts. Jetzt sollen im Neustädter Ortsteil Menschen mit Beeinträchtigungen diese mehr als bisher genießen können. Eine spezielle Zertifizierung weist darauf hin.
Immerhin: Zwei kleinere Spazierwege, die beide rund einen Kilometer lang sind, tragen jetzt die Auszeichnung „Barrierefreiheit geprüft“. Es handelt sich um die Kursee-Runde, einen asphaltierter Rundweg um die beiden kleinen Seen, sowie die Kaiser & Römer Tour, die durch den Römerpark, vorbei an der Schwefelquelle und der Abens zur Römerstraße und wieder zurück zum Park führt.
Hinter der Auszeichnung steckt das Projekt „Reisen für alle“, das vom Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufen wurde. Konkret vergeben werden die entsprechenden Zertifikate im Freistaat von der Bayern-Tourist GmbH. So steht es im Internet-Auftritt des Projekts. Vor einigen Wochen war es jetzt soweit: Erstmals erhielten Wege im Kurort eine solche Auszeichnung. Bei einem Pressetermin im Römerbadpark wurde diese Neuigkeit jetzt verkündet.
Barrierefreiheit ist ein wichtiger Maßstab
Barrierefreiheit sei ein wichtiger Maßstab für den Kurort, betonte dabei Neustadts Bürgermeister Thomas Memmel. „Ich bin froh, dass Menschen mit Gehbehinderung oder solche, die im Rollstuhl sitzen, jetzt unsere Natur genießen können“, sagte er. Mitbeteiligt bei der Prüfung der beiden Wege war Marion Huber-Schallner, Behindertenbeauftragte der Nachbarstadt Abensberg und Inklusionsbotschafterin für den Tourismusverband im Landkreis.
„Es ist wichtig, dass sich die Menschen davon eine Vorstellung machen können, ob der Weg für sie wirklich geeignet ist“, betonte sie beim Pressetermin. Und das sei der Vorteil dieses Zertifizierungssystems. Interessierte könnten sich auf der Internetseite des Projekts Detailinformationen zu den einzelnen Wegen holen. Da ist dann beispielsweise aufgeführt, ob es entlang des Weges Behindertentoiletten gibt oder wie es mit Behindertenparkplätzen rund um den Weg aussieht.
Wichtige Details sind zu erfahren
Aber es gebe eben auch detaillierte Auskünfte über die Beschaffenheit des Weges, ob da dann doch die eine oder andere Stufe zu überwinden ist oder nicht. Klar sei laut Huber-Schallner, dass es gerade in diesem Bereich keine hundertprozentige Barrierefreiheit geben kann. Da gibt es Wege, die sind mit Gehhilfe zu schaffen - aber nicht mehr mit Rollstuhl. Genau solche Informationen werden den Menschen an die Hand gegeben, so dass es zu keiner negativen Überraschung kommt. Das ist dann schon bei der Ausschilderung des jeweiligen Weges zu sehen - es gibt verschiedene Piktogramme für die verschiedenen Fälle.

Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Kelheim Florian Best betonte in seiner kurzen Ansprache, dass man seitens des Verbandes seit einem Jahrzehnt dabei ist, solche Zertifizierungen zu erhalten. Begonnen habe alles mit einigen Aussichtspunkten im Altmühltal. Er sei über jeden Baustein froh, der ein solches Zertifikat habe. Im Landkreis sehen es jetzt 30. Best erklärte, dass es sich da um jede Form einer touristischen Einrichtung handeln kann - etwa auch Hotels oder Gaststätten.
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Memmel betonte, dass es in seinen Augen besonders gut passe, dass es jetzt in Bad Gögging derartige Zertifizierungen gibt. Er erinnerte an die Menschen, die im Kurort auf Reha und deshalb zeitweise eingeschränkt sind. Die hätten so die Möglichkeit, sich körperlich ein wenig zu fordern - ohne eben zu viel zu tun. Die beiden Wege sind mit jeweils rund einem Kilometer relativ kurz. Das passt aber in den Augen von Huber-Schallner: „Die Menschen sollen ja nicht überfordert werden.“
Die zwei Spazierwege in Bad Gögging
Im Landkreis gebe es laut Best so viele Einrichtungen mit dieser Auszeichnung, dass die gesamte Region mittlerweile dieses Zertifikat erhalten hat. Die Voraussetzungen und verwendeten Symbole seien bundesweit dieselben - „von Garmisch bis Flensburg“.

Die Kursee-Runde führt um die beiden Seen im neuen Kurpark. Sie ist mit Gehhilfe oder Rollstuhl zu bewältigen. Barrierefreie Parkmöglichkeiten stehen in der Tiefgarage der Limes-Therme zur Verfügung. Dort gibt es auch barrierefreie Toiletten. Der Weg startet am Kurhaus und führt stets am Ufer entlang. Vom Steg aus können Fische beobachtet werden.
Die Kaiser & Römer Tour führt durch den Römerpark und entlang der Abens. Sie ist für Menschen mit Gehhilfe geeignet. Sie startet an der Villa Aurelia in der Römerstraße und führt in den Römerpark. An der Schwefelquelle im Park gibt es Informationen zu diesem Heilmittel. Weiter geht es zur Kapelle und von dort entlang der Abens wieder zur Römerstraße.