Erneute Kehrtwende beim Bahnhof Deining: Kommt nun doch eine barrierefreie Rampe?

Auf die Rolle rückwärts folgt eine weitere: Der Bahnhof in Deining wird nun wohl doch barrierefrei ausgebaut. Zumindest legt das eine Aussage des bayerischen Verkehrsministeriums das nahe. Damit dürfte ein Vorgang ein gutes Ende finden, der bei Deinings Bürgermeister für Kopfschütteln hatte.
„Es kann doch nicht sein, dass ein Mensch mit Behinderung weniger wert ist, nur weil er in einem kleinen Bahnhof zusteigen muss“, hatte Peter Meier (CSU) im September verärgert auf die Entscheidung reagiert. Die Bahn hatte ihm mitgeteilt, dass aus dem geplanten barrierefreien Ausbau doch nichts werde.
Der Grund: In Deining steigen weniger als 1000 Fahrgäste täglich ein und aus. Damit erfüllt der Bahnhof nicht die Vorgaben für die Förderung des Bundes. In die finanzielle Bresche wollte aber zunächst kein anderer springen, auch nicht der Freistaat. Während die Bahnhöfe in Batzhausen, Neumarkt, Parsberg und Seubersdorf barrierefrei werden, hätte Deining in die Röhre geguckt.
Freistaat öffnet für den Bahnhof Deining den Geldbeutel
Zwar betont das bayerische Verkehrsministerium auf Anfrage nach wie vor, dass grundsätzlich der Bund verantwortlich für den barrierefreien Ausbau der Stationen sei. Weil der Bund aber auf die Richtlinien seines Förderprogramms verweist, öffnet der Freistaat seinen Geldbeutel. Er hat „eine Finanzierung in Aussicht gestellt“, wie das Ministerium mitteilt. Dazu stimme man sich aktuell mit der Bahn ab.
Der Weg zur Entscheidung sei für ihn nicht immer nachvollziehbar, sagt Bürgermeister Meier, der nach eigener Aussage alle Hebel in Bewegung gesetzt hat. Wichtig sei am Ende für ihn nur, dass der Bahnhof barrierefrei wird.
Konkret geht es dabei um Treppen zu Bahnsteig zwei, durch die die Bahn vor Jahren eine bestehende Rampe ersetzt hatte. Praktisch sei die Rampe geeignet gewesen, damit Menschen mit Einschränkungen zum Bahnsteig kommen, sagt Meier. Aber sie entsprach nicht den Vorschriften, weswegen sie wegkam. Jetzt soll wieder eine Rampe gebaut werden.