Klinikum Neumarkt baut und baut und baut: Das soll den Krankenhausstandort sichern

Man kann leicht den Überblick verlieren, so viel hat das Klinikum Neumarkt in den vergangenen Jahren gebaut. Und es geht weiter. Sinnbildlich für diese Entwicklung steht der vergangene Freitag, als das Krankenhaus in einem Aufwasch ein neues großes Gebäude in Betrieb nahm und den Bau eines noch größeren Projekts startete.
All das findet im Rahmen des Großprojekts mit dem Namen „Bauliche Zielplanung 29+x“ statt. Darin sind vier Bauabschnitte zusammengefasst, mit der das Klinikum in den kommenden Jahren für die Zukunft fit gemacht werden soll.
Bauabschnitt eins am Klinikum Neumarkt war im Plan bei der Zeit und den Kosten
Der erste Bauabschnitt ist bereits abgeschlossen. Dafür wurde die ehemalige Pflegeschule am Klägerweg zu einem roten, L-förmigen Gebäude umgebaut. In dessen moderne Räume zieht die Verwaltung. In Holzbauweise entstand das Gebäude innerhalb von zehn Monaten. Nicht nur der Zeitplan ging damit auf, sondern auch die geplanten Kosten in Höhe von 8,8 Millionen Euro. Am Freitag wurden die neuen Räume offiziell eingeweiht.
Danach ging es für die Gäste ein paar Meter weiter zum symbolischen Spatenstich für ein noch größeres Projekt. Durch den Umzug der Verwaltung wurde das bisherige Vinzenz-von-Paul-Haus frei, das bereits abgerissen ist, um Platz für den 2. Bauabschnitt zu machen.

Westlich des Hauptgebäudes entsteht ein Erweiterungsbau. Es bietet Platz für ein neues Notfallzentrum und dazugehörig drei neue Herzkatheter-Messplätze. Das sind spezialisierte Röntgenräume, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu diagnostizieren und zu behandeln. Außerdem zieht die Schmerztagesklinik in den Bau.
Dort kommt zudem erstmals im Klinikum ein automatisches Warentransportsystem zum Einsatz. Roboter liefern beispielsweise Betten aus.
Bis 2028 soll alles fertig sein. Rund 62 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. Mehr als 100 Millionen Euro mehr wird der dritte Bauabschnitt erfordern, für dessen Finanzierung gerade die entsprechenden Anträge beim Freistaat laufen.
Landrat: Bauprojekte sichern den Krankenhausstandort Neumarkt ab
Denn alle Maßnahmen der „Baulichen Zielplanung 29+x“ soll das Bayerische Krankenhausbauprogramm finanzieren. An den Investitionen in die Krankenhäuser beteiligen sich auch die Landkreise und Kreisfreien Städte in Form einer Umlage an den Freistaat. Der Landkreis Neumarkt zahlt laut Landrat Willibald Gailler jährlich rund vier Millionen Euro. Aus seiner Sicht gut investiertes Geld. Der Landkreis hat für das Klinikum ein Vielfaches zurückbekommen.
Vor dem Hintergrund der Diskussionen um die Zukunft des Klinikums, des Defizits in jüngsten Jahren und wankender Krankenhäuser in anderen Landkreisen betonte Gailler: Die genehmigten Bauprojekte seien ein weiterer Baustein, um den Klinikstandort Neumarkt zu sichern – vor allem angesichts der bevorstehenden Krankenhausstrukturreform.