Bislang noch nicht geschützt: Denkmalschutz prüft Regensburger Bischofshof-Gebäude

Die Debatte um Zukunft des Bischofshof-Areals hat Regensburg aufgerüttelt. Offenbar haben sich nicht nur die MZ, sondern auch Bürger an das Landesamt für Denkmalpflege mit der Frage gewandt, wieso die markanten Brauereigebäude auf der Liste der geschützten Denkmäler fehlen. Jetzt kam die Antwort: Das Landesamt prüft nun eine Aufnahme auf der Liste. Das hätte auch Auswirkungen auf eine mögliche Wohnbebauung.
Das Rätselraten um den fehlenden Eintrag der Brauereigebäude von Bischofshof auf der Denkmalliste ist gelöst: Die Gebäude stehen nicht unter Denkmalschutz. Das bestätigte nun auf Anfrage der Mittelbayerischen die zuständige Behörde, das Landesamt für Denkmalpflege. „Die von Ihnen genannten baulichen Anlagen der Brauerei Bischofshof entlang der Dechbettener Straße und der Heitzerstraße sind nicht in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen“, teilte ein Pressereferent der Behörde mit. Die Adresse der Bischofshof Braustuben lautet Dechbettenerstraße 59.
Die von Ihnen genannten baulichen Anlagen der Brauerei Bischofshof entlang der Dechbettener Straße und der Heitzerstraße sind nicht in der Bayerischen Denkmalliste eingetragenEin Referent des Landesamts für Denkmalpflege
Auf der Liste der eingetragenen Baudenkmäler fehlt dieses. Die Brauerei selbst adressiert auf die Heitzerstraße. Von außen sieht die Anlage sehr nach einem Industriebau aus. Doch die Brauerei wurde Anfang der 1900er Jahre errichtet. Einige Elemente entsprechen dem Jugendstil. In der Stadt gibt es nicht so viele Gebäude, die dieser Epoche zugeordnet werden können. Markante Beispiele sind etwa der Fürstenhof in der Maximilianstraße oder ein in direkter Nähe der Brauerei befindliches Wohnhaus. Auch die Margaretenau, die 1919 gebaut wurde, weist Elemente des Jugendstils auf.
Seit bekannt wurde, dass die Brauerei an dem Standort bis Ende 2026 aufgegeben und die Markenrechte an Schneider Weiße verkauft werden, gibt es eine politische Diskussion über die Zukunft des Areals. Nach der Brücke hat sich nun auch die Regensburger Linke zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief an den Regensburger Bischof fordert sie diesen auf, auf dem Areal beispielsweise eine Bebauung auf Erbpacht, bevorzugt mit einer Sozialquote von 100 Prozent zu errichten oder errichten zu lassen. Eine Randnotiz: Die Linken, die wenig Kirchenbindung haben dürften, schrieben den Bischof im Brief formal richtig mit „Exzellenz“ an. Ausgerechnet der Denkmalschutz könnte einer Bebauung des Areals aber nun zumindest in Teilen einen Strich durch die Rechnung machen.
Prüfung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen
Der Referent des Landesamtes teilt nämlich auf Anfrage mit: „Aufgrund einer an das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege gerichteten Anregung von interessierten Dritten prüft das Landesamt derzeit, ob diese Anlagen die Voraussetzung für eine Denkmaleigenschaft nach den Kriterien des Artikels 1 des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes erfüllen.“ Diese Prüfung werde aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Sicher ist: Sollte die Brauerei unter Denkmalschutz gestellt werden, dürfte das die Möglichkeiten auf dem insgesamt etwa 38 000 Quadratmeter großen Areal deutlich einschränken.