Caritas-Krankenhaus St. Lukas Kelheim stellt vor, wie Neugeborene versorgt werden

Im Caritas-Krankenhaus St. Lukas in Kelheim erblicken jährlich rund 600 Kinder das Licht der Welt. Um Neugeborene im Notfall jederzeit bestmöglich versorgen zu können, wurde die Zusammenarbeit mit der Regensburger Kuno-Klinik St. Hedwig (Krankenhaus Barmherzige Brüder) umfassend erneuert, teilt das Kelheimer Krankenhaus mit.
Die Fachklinik St. Hedwig unterstütze die Geburtshilfe in Kelheim mit einem spezialisierten Notarztdienst für Neugeborene, heißt es in der Pressemitteilung von St. Lukas.
„Dank guter Vorbereitung und einer engen Betreuung unter der Geburt können wir viele Risiken bereits im Vorfeld minimieren. Sollte ein Baby nach der Entbindung dennoch rasch medizinische Hilfe benötigen, erlaubt uns die Kooperation, zusätzliche Fachkräfte hinzuzuziehen“, erklärt Geschäftsführerin Claudia Eder.
Neue Reanimationseinheit für Neugeborene
Bei Anpassungsstörungen direkt nach der Geburt – etwa wenn ein Kind nicht richtig atmet, die Körpertemperatur nicht halten kann oder Zeichen einer Infektion zeigt – steht in Kelheim eine moderne Reanimationseinheit für Neugeborene zur Verfügung. Ein besonderes Gerät, das für viele Familien bereits zum stillen Lebensretter geworden ist.
Diese medizinische Einheit komme etwa einmal im Monat zum Einsatz. Es ist ein fahrbarer Arbeitsplatz mit Hilfsmitteln, die ein Neugeborenes in einem Notfall potenziell benötigt: etwa Beatmungsgerät, Monitoring-System und Absaugung was Das Team der Frauenklinik sei für Notfallsituationen speziell geschult und könne rasch reagieren.

„Wir können die Einheit auf konstante 37 Grad Celsius erhitzen und das Neugeborene dort sicher und warm lagern, dies ist die natürliche Körpertemperatur, die ein Baby aus dem Mutterleib gewohnt ist“, erklärt Chefarzt Dr. Univ. Asuncion Edgar Gonzalez Heiberger, Leiter der Klinik für Frauenheilkunde.
„Wärme ist für ein Neugeborenes in dieser sensiblen Phase lebenswichtig: Wenn es Hilfe braucht, legen wir es in die Einheit, wo es sofort geschützt und stabil gewärmt wird. Das hilft, zusätzlichen Stress zu vermeiden, und erleichtert die Anpassung an die neue Umgebung“, so Heiberger.
Um eine bestmögliche Versorgung sicherzustellen, arbeite die Geburtshilfe eng mit der Regensburger Klinik St. Hedwig zusammen. Kelheim selbst dürfe „ausschließlich risikofreie Schwangerschaften betreuen“, erklärt Chefarzt Heiberger.
Fachärzte der Kindermedizin stehen im Rufdienst bereit
Sollte aber nach der Geburt dennoch eine intensivmedizinische Betreuung notwendig werden, stünden Regensburger Fachärztinnen und -ärzte der Kinder- und Jugendmedizin im Rufdienst bereit, um schnell telemedizinisch zu unterstützen und bei Bedarf mit einer mobilen Intensivstation für Neugeborene nach Kelheim zu kommen.
Damit vereine die Geburtshilfe am Kelheimer Krankenhaus „moderne Medizintechnik mit Fürsorge – und schafft einen geschützten Raum, in dem sich Sicherheit und Geborgenheit harmonisch verbinden. Denn gerade die ersten Minuten eines neuen Lebens sind oft die wertvollsten – und manchmal auch die entscheidendsten“, heißt es in der Pressemitteilung.
Herausforderungen für die Geburtshilfe in Kelheim
• Reform: Die Kelheimer Kreispolitik hat sich in seinem Grundsatzbeschluss vom Juli 2025 auch zum Ziel bekannt, die Geburtshilfe in Kelheim zu erhalten, als Teil der medizinischen Grundversorgung für die Landkreis-Bevölkerung: Die Geburtshilfe ist eine der elf Leistungsgruppen, die im Hinblick auf die Krankenhausreform des Bundes für das Krankenhaus St. Lukas sind.
• Sorge: Negativ bemerkbar machte sich im Frühjahr 2025 die kurzfristige vierwöchige Schließung des OP-Bereichs von St. Lukas: In der Folge ging auch die Zahl der Entbindungen signifikant zurück. Für das Krankenhaus ist dies auch Grund zur Sorge, weil es bislang von Bayerns „Zukunftsprogramm Geburtshilfe“ profitiert; dafür müssen allerdings im Haus (im mehrjährigen Mittel) mindestens 50 Prozent aller Landkreis-Neugeborenen zur Welt kommen. In den zurückliegenden Monaten hat sich die Geburtenzahl laut Geschäftsführerin Eder indes wieder stabilisiert.
• Hebammen: Die Betreuung Gebärender an Krankenhäusern bereitet bayernweit Sorge. Im Freistaat sind Hebammen meist (auch in Kelheim) freiberuflich an den Kliniken tätig. Sie befürchten wegen eines aktuellen Schiedsspruchs drastische Einbußen ihrer Vergütung und warnen davor, dass sich viele Hebammen ihren Beruf schlicht nicht mehr leisten können. hu