Trendwende: Parsberg wächst nicht mehr – obwohl 2025 mehr Geburten verzeichnet wurden

Minus 39 Einwohner: Nach Jahren des Wachstums verzeichnet Parsberg erstmals wieder einen Bevölkerungsrückgang. Das berichtet der Leiter des Standesamts, Bernhard Schmid. Die aktuelle Jahresstatistik des Standesamts liefert dafür mehrere Gründe.
Einer davon ist die Asylpolitik der Bundesregierung. So sank zum Beispiel die Zahl der in Parsberg gemeldeten Syrer, die aktuell die stärkste Gruppe unter den Flüchtlingen in der Stadt Parsberg darstellen, laut Schmid von 137 im Jahr 2024 auf 110. Gleichzeitig blieb die Zahl der Ukrainer (111) fast gleich (Vorjahr: 105).
Insgesamt sank die Zahl der Ausländer deutlich von 1451 auf 1405. Die Menschen kommen dabei aus 72 Ländern. Neun Parsberger Bürger sind staatenlos, bei drei kann die Staatsangehörigkeit nicht festgestellt werden.
Zahl der gemeldeten Amerikaner sinkt weiter
Neu hinzugekommene Länder sind Guinea, Kamerun und Togo. Weggefallen sind Angola und Armenien. Die Amerikaner, bedingt durch die Nähe zum Truppenübungsplatz Hohenfels, stellen den größten Ausländeranteil (gemeldet 102 plus rund 300 ungemeldet), gefolgt von 161 Kosovaren (Vorjahr: 139), 134 Rumänen (161) und 128 Ungarn (135). Auffällig in diesem Zusammenhang: Die Zahl der gemeldeten Amerikaner ist erneut um zehn gesunken. 2024 lag der Rückgang bei 33.
Nachweisbare Gründe gebe es dafür aber keine, sagt Schmid. Der Leiter des Standesamts vermutet, dass die tatsächliche Zahl – sprich gemeldete und ungemeldete Amerikaner – immer konstant bleibt. Da es aber keine Meldepflicht gebe, würden diese sich mal mehr oder weniger bei der Stadt melden. Dieses Phänomen würden alle Gemeinden rund um den Truppenübungsplatz kennen.
Endgültig ins Stocken geraten ist in Parsberg der Einwohnerzuwachs. Der war schon 2024 mit einem Plus von 61 Einwohnern deutlich niedriger ausgefallen als 2023, als Parsberg um 111 Einwohner wuchs. Jetzt muss die Stadt erstmals seit vielen Jahren ein Minus von 39 Bürgern hinnehmen. Die Stadt kommt damit auf 7651 Einwohner mit Hauptwohnsitz.
Rechnet man noch 404 (2025: 430) Bewohner mit Nebenwohnsitz und die geschätzten 300 amerikanischen Militärangehörigen, die in Deutschland keiner Meldepflicht unterliegen, dazu, dann überschreitet das Mittelzentrum an der Landkreisgrenze die magische Grenze von 8000 Einwohnern weiterhin deutlich. Nur geringen Einfluss auf Bevölkerungszuwachs und -reduzierung haben in Parsberg die Geburtenzahlen und die Todesfälle. Den 74 Geburten (Vorjahr: 67) stehen 90 Todesfälle (76) gegenüber.
In Parsberg gibt es deutlich mehr Männer als Frauen
Bemerkenswert ist die Geschlechtsverteilung. Aktuell gibt es in Parsberg deutlich mehr Männer (4109) als Frauen (3967), eine Person bezeichnet sich als divers. Während bei den deutschen Staatsbürgern die Frauen ein kleines Plus (fünf) haben, überwiegt bei den ausländischen Mitbürgern die Zahl der Männer deutlich.
Nahezu konstant ist die Zahl der Kirchenaustritte. 2024 waren es in den Kirchengemeinden von Parsberg und Lupburg 77 (Vorjahr: 80). Dabei entfielen 51 auf die katholische Kirche in Parsberg und 17 auf Lupburg. Bei der evangelischen Kirche waren es in Parsberg acht, in Lupburg einer.
Damit hat sich der negative Trend, der 2019 begann, zumindest verlangsamt. Seitdem haben 682 Menschen den Kirchen den Rücken gekehrt. Zuvor waren es in den Jahren 2011 bis 2018 gerade einmal 257 und damit im Schnitt 33 pro Jahr.
Geheiratet wurde 2025 79-mal (Vorjahr: 86). Wie in den vergangenen Jahren ausgewogen handeln die Parsberger bei der Namensgebung für die Neugeborenen. Bei den Mädchen wurden nur die Namen Anna und Maela doppelt vergeben. Bei den Jungen stehen Jonas, Korbinian und Matthias (zweimal vergeben) an der Spitze.
Was die Statistik sonst noch verrät
• Entwicklung der Ortsteile: Mit einem Aderlass von 13 Einwohnern ist Rudenshofen – abgesehen vom Kernort Parsberg selbst mit 18 Einwohnern – Spitzenreiter beim Einwohnerrückgang. Danach folgen Holzheim mit sieben und Herrnried mit sechs Einwohnern weniger. Die Orte mit dem größten Plus sind Klapfenberg mit sechs Neubürgern, Darshofen (vier), Lohhof und Hörmannsdorf (drei).
• Alter: Im Durchschnitt sind die Parsberger 41,6 Jahre alt. Damit ist die Bevölkerung jünger als der Bundesdurchschnitt, der 2025 bei 45,5 Jahren lag. Die Ausländer in Parsberg sind nur 33,1 Jahre alt. Die älteste Parsbergerin ist 1925 geboren. Ihr folgen in der Altersstatistik ein Mann und eine Frau des Geburtsjahrgangs 1928. Der älteste Ausländer ist 1937 geboren.
• Geburt vor Ort: 2025 wurde im Standesamt Parsberg die Geburt eines echten Parsbergers und eines echten Lupburgers beurkundet. us