Geplanter Funkmast besorgt Anwohner – In Neukirchen-Balbini kommen sechs Standorte infrage

Von Ralf Gohlke · 2. Februar 2026 um 15:00

Wenn bei den Feuerwehren, der Polizei oder den Rettungs- und Hilfsorganisationen die Sprechverbindung nicht funktioniert, schrillen bei der Autorisierten Stelle Bayern (AS BY) des Bayerischen Landeskriminalamtes die Alarmglocken. Sie ist das Kompetenzzentrum für den Digitalfunk aller Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Bei dieser Stelle gehen Fehlermeldungen einzelner Dienststellen ein, die dort ausgewertet und analysiert werden. Und genau solche Fehlermeldungen hatten sich rund um Neukirchen-Balbini im Landkreis Schwandorf sowie in Großenzenried, Diebersried, Stamsried und Neubäu am See im Landkreis Cham gehäuft.

Abhilfe soll nun ein zusätzlicher Funkmast auf dem Gemeindegebiet von Neukirchen schaffen. Der zustimmende Gemeinderatsbeschluss sorgte allerdings für Unmut in der Bevölkerung, da sich die sechs in Frage kommenden Standorte unweit des Waldkindergartens befinden. Aus dem Grund fand nun eine Informationsveranstaltung zu dem Thema im Schießlhof statt.

Bürgermeister Markus Dauch zeigte sich beeindruckt von dem großen Interesse zu der Thematik und hieß eine Reihe an Gästen aus beiden Landkreisen willkommen.

Erschwerte Bedingungen für die Ehrenamtlichen

Kreisbrandrat Christian Demleitner eröffnete die Aussprache und verwies auf zahlreiche Einsätze im Rahmen des Tourismus und der Freizeitgestaltung, aber ebenso bei Waldarbeiten. Hier ergäben sich Probleme der Nichterreichbarkeit für die Retter. Gleiches gelte für die Alarmierung der Ehrenamtlichen daheim oder am Arbeitsplatz.

Der Chamer Kreisbrandinspektor (KBI) Marco Greil schilderte als Beispiel den Fall einer der betroffenen Feuerwehren, die keinen Empfang in ihrem Gerätehaus habe und erst 150 Meter mit dem Fahrzeug ins Freie fahren müsste, um eine Verbindung zur Leitstelle zu bekommen.

Den Hauptteil der Informationen lieferte Stefan Klein von der Autorisierten Stelle. Er ging noch einmal kurz auf die Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Bereich des Digitalfunks ein. Um die Fehlstellen zu beseitigen, seien verschiedene Möglichleiten in Betracht gezogen worden. Unter anderem sei ein vorhandener Mobilfunkmast der Telekom in Neukirchen-Balbini zu niedrig, um die Anforderungen erfüllen zu können. Da staatliche oder kommunale Liegenschaften bevorzugt für Maststandorte geprüft würden, hätten sich hier sechs Flächen im sogenannten Suchkreis, rund um den Kühbühl und den Dehnberg ergeben.

Geringere Abstrahlung als beim Mobilfunk

Favorisiert worden sei zunächst die Nummer Vier beim Dehnberg, weil diese Fläche im Besitz der der Marktgemeinde ist. Markus Dauch erklärte ergänzend, dass für die Nummer Sechs eine Abgabebereitschaft von Seiten des Eigentümers bestünde. Nachdem sich Einwände aus der Bevölkerung, unter anderem aus der Nähe zum Waldkindergarten, ergeben hatten, erläuterte Klein noch einmal die technischen Details. Demnach soll an der geplanten Stelle ein 50 Meter hoher Mast mit zwei Antennen errichtet werden, sowie zusätzlich die technisch notwendige Anlage, einschließlich einer Stromnotversorgung.

Am besten wäre der Standort Sechs, bei dem sich eine Entfernung von rund 1,2 Kilometern zum Kindergarten und rund 300 Meter zur Bebauung von Hippoldsried ergeben würde. Ausführlich erläuterte der Experte noch einmal die möglichen Emissionen und deren Auswirkungen. Dazu stellte er fest, dass die elektromagnetischen Abstrahlungen von Mobilfunkendgeräten in Körpernähe wesentlich höher seien, als die der Digitalfunkantennen.

Nadine Naber, durch deren Antrag beim Gemeinderat die Infoveranstaltung initiiert worden war, begründete ihre Sorge noch einmal mit der Nähe zum Waldkindergarten. Ein anderer Zuhörer sorgte sich darum, dass Mobilfunkanbieter den Mast für sich nutzen könnten, mit weit höheren Abstrahlwerten. Derzeit laufe diesbezüglich in Schwarzenfeld ein einschlägiges Gerichtsverfahren.