Rückblick auf 18 Jahre: So lange wie er war in Berching keiner Bürgermeister

Von Bernhard Neumayer · 30. Januar 2026 um 05:00

Ludwig Eisenreich verabschiedet sich mit einem Rekord aus Berching. Der scheidende Bürgermeister spricht über Erfolge, negative Erinnerungen und über das, was er bis 1. Mai auf jeden Fall noch schaffen will.

Ludwig Eisenreich ist seit 18 Jahren Bürgermeister in Berching – ein neuer Rekord. Er ist nicht nur seit der Gebietsreform 1972 der Bürgermeister in Berching, der am längsten im Amt ist, sondern bereits seit 1893, wie es in der Chronik zu lesen ist. Doch jetzt sind Eisenreichs Tage als Bürgermeister gezählt.

Das waren die Bürgermeister in Berching

1945 bis 1948 war Franz Daum Bürgermeister, es folgten Anton Walthierer (1948 bis 1952), Fritz Will (1952 bis 1956) und Adolf Hollnberger (1956 bis 1972). 1972 wurde die Gebietsreform in Bayern durchgeführt. Dabei wurde Hans Kuffer zum Bürgermeister gewählt. Er übte dieses Amt zehn Jahre aus – bis zu seinem Herzinfarkt. Es folgten Georg Grabmann (1982 bis 1988), Albert Löhner (1988 bis 1996) und Rudolf Eineder (1996 bis 2008).

2008 übernahm Eisenreich. „Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf die 18 Jahre zurück- für das Vertrauen der Bürger, die Zusammenarbeit mit den allermeisten Mitgliedern im Stadtrat und besonders mit der Stadtverwaltung und allen anderen peripheren Abteilungen wie Bauhof, Wasserwerk, Kläranlage, Bad und Schule.“ Gemeinsam habe man viel erreicht.

Nicht einmal mehr 100 Tage im Amt

Nicht einmal mehr 100 Tage sind es noch, dann übergibt er das Amt seinem Nachfolger. Wer das Rennen macht, dazu wagt Eisenreich keine Prognose. „Es dürfte spannend werden“, meint er und wünscht sich einen fairen Wahlkampf. Doch bis der neue Mann am 1. Mai übernimmt, werde Eisenreich weiterhin mit vollem Einsatz arbeiten, sagt er und erinnert sich an seine Anfänge zurück.

Bevor er Bürgermeister wurde, war Eisenreich Kämmerer in Hilpoltstein. Josef Winkler und Rudi Preischl waren es, die damals auf ihn zukamen und ihn darum baten, als Bürgermeister in Berching zu kandidieren, erzählt Eisenreich.

Über 100 Millionen Euro in Berching investiert

Über 18 Jahre später sei in Berching viel passiert. Die Stadt und die Dörfer machen laut Eisenreich einen guten Eindruck. Der Erhalt einer lebendigen Innenstadt und die Weiterentwicklung in den Dörfern hatte für ihn stets Priorität, sagt er. Seit 2008 wurden weit über 100 Millionen Euro investiert in Grunderwerb, Fuhrpark, Hoch- und Tiefbau sowie in einer Reihe von aufwendigen Sanierungen und Unterhaltsmaßnahmen, sagt Eisenreich. Etwa Feuerwehr- und Dorfhäuser (Hermannsberg, Sollngriesbach, Staufersbuch, Wallnsdorf, Rappersdorf) sowie Fahrzeuge für die Feuerwehren. Zahlreiche Ortsstraßen wurden ausgebaut und Gemeindeverbindungsstraßen sowie etliche Radwege errichtet.

Eisenreichs erste Projekte waren die Gestaltung des Hollnberger-Parks und die Errichtung des Tourismusbüros im ehemaligen Klennerhaus. Das Berle-Bad beschäftigte ihn immer wieder, gleich nach wenigen Tag als neuer Bürgermeister, als Fliesen sich von den Becken lösten oder später dann, als ein Orkan das Dach des Berle-Bads zerstörte (2018).

Ziel: Spatenstich für die neue Schule in Berching

Zu seinen größten Projekten zählt er die Neugestaltung des Kuffer-Parks, die Errichtung der Kulturhalle, die Altstadtsanierung und die Errichtung von den Kindergärten St. Lorenz in Berching, in Plankstetten oder Holnstein. Der Neubau der Grund- und Mittelschule zieht sich dagegen. Immerhin den Spatenstich möchte Eisenreich noch in seiner Amtszeit vornehmen, sagt er.

Natürlich bleiben in den 18 Jahren auch negative Erinnerungen, wenn Halb- oder Unwahrheiten über einen erzählt werden.Ludwig Eisenreich (Bürgermeister)

Für Eisenreich stehe stets der Mensch im Mittelpunkt. „Natürlich bleiben in den 18 Jahren auch negative Erinnerungen, wenn Halb- oder Unwahrheiten über einen erzählt werden“, sagt Eisenreich. Jedoch seien die positiven Erinnerungen weitaus größer, etwa beim Rossmarkt oder Volksfest. Gefreut hat sich Eisenreich, als ihn ein älterer Mitbürger darauf angesprochen habe, dass er sich nicht erinnern könne, dass in Berching jemals so viel gebaut worden sei wie in den vergangenen Jahren. Die Arbeit als Bürgermeister habe ihm viel gegeben, vor allem die Begegnungen mit den Menschen. Nun freue er sich aber, wenn ihn ein neuer Bürgermeister beerbt.

Familie ist der große Rückhalt des Bürgermeisters

Auf Eisenreich warten Familie, Haus und Garten, die Musik und viel Bewegung, erzählt er. Aber auch eine Beschäftigung auf kommunaler Ebene schließe er nicht aus. Er bedankt sich vor allem bei seiner Familie, insbesondere bei seiner Ehefrau für die Unterstützung in all den Jahren. „Ohne diesen Rückhalt wäre vieles nicht möglich gewesen“, betont Eisenreich.