Neustädter Grundschüler zapfen jetzt Wasser

Gesunde Ernährung ist wichtig. Neustadts Grundschulrektor Norbert Nadler will durchaus schon seine Schützlinge bei diesem Thema senisbilisieren. Jetzt gibt es dafür einen neuen Baustein.
Marie aus der zweiten Klassen nimmt ihre Trinkflasche und geht zum Waschbecken im Klassenzimmer. Die Kleine füllt diese auf. „Im Klassenzimmer zu trinken, wenn man Durst hat, gehört mittlerweile dazu“, betont Nadler. Längst ist das in den Hausordnungen der Schulen nicht mehr verboten. Die Flasche, die das Mädchen benutzt, gehört ihr erst seit wenigen Minuten. Bürgermeister Thomas Memmel hat sie an diesem Vormittag bei seinem Besuch mitgebracht. Nicht nur die eine - sondern eine für jeden der 550 Schülerinnen und Schüler.
Nadler betont im Gespräch mit dieser Zeitung, dass gesundes Trinken in der Schule und im Unterricht ein Thema ist. Den Kindern Flaschen auszuhändigen, um sie so dazu zu bringen, nicht etwa gezuckerte Getränke zu sich zu nehmen, sondern gesundes Wasser, sei ein Thema gewesen, seitdem es so ein Projekt auch an der benachbarten Mittelschule gibt.
Dort gibt es sogar einen Wasserspender. „So einer ist bei uns aber eher unpraktisch“, stellt Nadler fest. Einer für 550 Kinder sei sicherlich zu wenig. Memmel weist darauf hin, dass es an der Mittelschule schon einmal 200 Schülerinnen und Schüler weniger sind. Außerdem seien Mittelschüler auch ein wenig älter und selbstständiger, so dass diese den Trinkbrunnen eher sinnvoll benutzen können.
Wasser aus dem Wasserhahn für die Grundschüler aus Neustadt a. d. Donau
„Aber wir haben hier ja problemlos Zugang zu sauberem, gesunden Wasser“, spricht der Schulleiter weiter. Im Blick hat er die Waschbecken mit Wasserhahn, die in jedem Klassenzimmer zu finden sind. In seinen Augen können seine Schützlinge ihre Flaschen dort problemlos auffüllen - so wie Marie das gerade getan hat. Man habe das laut Nadler sowohl im Lehrerkollegium als auch im Elternbeirat besprochen. Und so kam es auch an der Grundschule zum Trinkflaschen-Projekt, bei dem konkret die Stadtwerke als Sponsor auftreten. Nur, dass man eben auf einen Wasserspender verzichtet.

Die kleinen, einen Liter fassenden Flaschen, die jetzt verteilt sind, sehen durchaus robust aus. „Ich weiß jetzt nicht, ob sie wirklich eine ganze Schullaufbahn herhalten“, schmunzelt der Bürgermeister nach der entsprechenden Frage. Allerdings gehe er schon davon aus, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Flasche zumindest mit in die Mittelschule nehmen können, sofern sie nach der Grundschule dort weitermachen.
Ein Thema im Unterricht der Grundschule
Bei Marie würde das wohl so sein. Denn auf die Frage, welches Getränk sie den am liebsten daheim trinken würde, überlegt die Siebenjährige nicht lange: „Wasser trinke ich“, sagt sie dem Reporter. Nein, Cola oder so, das möge sie eigentlich gar nicht so gerne.
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Bei ihr wäre also der Unterricht, den Nadler rund um Wasser als gesundes Getränk im Sachunterricht noch einmal verstärkt verankern will, gar nicht notwendig. Das passe einfach jetzt zu dem Projekt, wobei man ohnehin die Familien darauf hinweise. Allerdings gebe es selbstverständlich keine Regeln an der Schule, die etwa verbieten würden, gesüsste Getränke mitzubringen. „Das geht leider nicht“, stellt der Schulleiter fest.
Wasserspender steht in der Aula der Mittelschule
Ob in Zukunft auch die Lehrerinnen und Lehrer sichtbar als gute Vorbilder durch die Schulräume gehen, indem sich selbst Trinkflaschen mitführen und diese mit Wasser auffüllen, vermag Nadler ehrlicherweise nicht zu sagen. „Das werden wir sehen“, sagt er - darauf angesprochen. Allein ein Blick in diese Zeitung zeigt aber, dass das Thema mittlerweile längst in den Schulen und Klassenzimmern angekommen ist.
So gibt es in zahlreichen Bildungseinrichtungen Wasserspender - vergleichbar mit dem, der in der Neustädter Mittelschule steht. Dort hatte wie berichtet Rektor Harald Wintersberger die Idee dazu. Der Elternbeirat und der Förderverein der Anton-Balster-Mittelschule waren demnach sofort überzeugt und übernahmen einen Großteil der über 5000 Euro Anschaffungskosten, der Rest wurde durch Zuschüsse von regionalen Unternehmen abgedeckt. Einen wichtigen Beitrag leisten außerdem die Stadtwerke Neustadt an der Donau, indem sie den Betrieb und die Wartung des Wasserspenders übernehmen. Laut Memmel ist auf alle Fälle überzeugt: „Solche Projekte unterstützen wir von Seiten der Stadt Neustadt an der Donau gerne. Es trägt zur Gesundheit und zum Umweltbewusstsein der Schüler bei.“