Nicht alle Neustädter wollen beim Thema Mobilfunk feiern

Von Wolfgang Abeltshauser · 28. Januar 2026 um 17:00

Der Mobilfunkmast im Neustädter Ortsteil Irnsing wird in wenigen Tagen offiziell eingeweiht. Dazu hat sich sogar ein ganz spezieller Ehrengast angesagt. Allerdings gibt es nicht in allen Ortsteilen der Kommune so viel zu feiern bei diesem Thema.

Die Kommune selbst trat im Irnsinger Fall als Bauherr auf, um den Masten nahe dem Stadtweg auf einem städtischen Grundstück zu errichten. „Als besonderer Ehrengast wird Herr Staatsminister Hubert Aiwanger anwesend sein und die Bedeutung des Projekts für die regionale Infrastruktur und die digitale Zukunft hervorheben“, steht es in der Einladung der Kommune zu offiziellen Übergabe des Mastes am 11. Februar um 10 Uhr.

So manchen wird es überraschen, dass zu so einem Termin gleich der Wirtschaftsminister anreist - für Bürgermeister Thomas Memmel ist das folgerichtig. „Immerhin haben wir Fördergelder vom Freistaat fürdie Maßnahme erhalten.“ Der neue Mobilfunkmast stelle einen wichtigen Meilenstein für die Verbesserung der Mobilfunkversorgung rund um Neustadt a. d. Donau dar und leiste einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des ländlichen Raums. Vor allem die Ortsteile nördlich der Donau provitieren wie berichtet davon.

Weiterhin Klagen aus dem Ortsteil Geibenstetten

Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. So stellte jüngst im Stadtrat Elke Wolf, sie vertritt den Ortsteil Geibenstetten im Gremium, mit Blick auf die positiven Nachrichten aus Irnsing fest, dass der Mast in ihrem Ortsteil weiter nicht so arbeite, wie man sich das wünsche. Nur Kunden von Vodafon, diese Firma hat den Masten in Eigenausbau bereits 2022 realisiert, hätten derzeit Empfang. Bürgermeister Thomas Memmel erklärt dazu, dass dort lange Zeit die Stromversorgung das Problem gewesen sei. Letztendlich habe man sich dann seitens der Stadtwerke dazu entschlossen, den Masten im Vorjahr ans eigene Netz anzuschließen. „Was ein Stromversorger machen kann, hat er getan“, betont er dazu.

Grundsätzlich sieht es dort auf Nachfrage laut einer schriftlichen Information aus dem Rathaus folgendermaßen aus: In der Tat nutze derzeit nur Vodafone selbst den Mast. Nach Angaben der Telekom stehe die finale Freigabe durch Vodafone noch aus. „Der Aufbau der Antennen durch Telekom und Telefónica ist erst nach dieser abschließenden Freigabe vorgesehen. Aktuell warten wir hier auf Rückmeldung“, heißt es. Im Stadtrat wurden Vermutungen laut, dass man eventuell der Konkurrenz schaden wolle, in dem die Erlaubnis, Antennen auf dem Masten anzubringen, verzögert werde.

Im Fall Eining noch keine positive Nachricht

Im Ortsteil gab es wie berichtet immer wieder Klagen über einen schlechten Empfang für Mobiltelefone. Bereits bei der Bürgerversammlung im Jahr 2024 gab es dazu Beschwerden. Wolf sprach das Problem regelmäßig im Gremium an.

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Auch im Fall von Eining gibt es noch keine positive Nachricht. Für den Mobilfunkstandort in Eining, den auch Vodafone eigenständig realisieren wolle, liege laut Stadt seit Anfang 2024 eine Baugenehmigung vor. Weitere Schritte oder Bautätigkeiten seien bislang nicht erfolgt. Auch hier warte man derzeit auf eine Rückmeldung.

Die Arbeiten in Irnsing begannen im Herbst 2024

Die Arbeiten am Masten bei Irnsing begannen wie berichtet im Herbst 2024. Der Stromanschluss erfolgte über einen Trafo im neuen Baugebiet, der im Frühjahr 2025 installiert wurde. Danach begannen die verschiedenen Mobilfunkanbieter, ihre Antennen aufzubauen. Mit den drei großen Mobilfunkanbietern Telekom, Vodafone und Telefónica hatte die Stadtverwaltung bereits vor Baubeginn Kooperationsverträge abgeschlossen. Diese verpflichten sich laut einer Veröffentlichung der Kommune, ihre Antennen auf dem Mast zu installieren.

Die Stadt sah sich in der Bringschuld, nachdem sich die Bevölkerung nördlich der Donau seit einigen Jahren über den in ihren Augen unzureichenden Mobilfunkempfang beklagt hatte. Letztlich habe man sich für die Maßnahme entschieden, nachdem ein Förderprogramm aufgetan war. Das Grundstück für den 30 Meter hohen Mast war demnach schnell gefunden. Er entstand auf dem höchsten Punkt der Umgebung von Irnsing. Das Grundstück ist im Besitz der Stadt, hier befindet sich ein Hochbehälter der Neustädter Stadtwerke.

Die Maßnahme ist vor allem auch deshalb wichtig, da sich die Einwohnerzahl Irnsings, und damit auch die mögliche Zahl an Mobilfunknutzern, durch das Baugebiet „Am Oberfeld“ erhöhen wird.