Sandro Bauer: Liebeserklärung an die Landesgartenschau in Furth im Wald

Rund 400 Gäste waren der Einladung von Bürgermeister Sandro Bauer zur Jahresfeier von Furth im wald (Landkris Cham) am Mittwochabend im Tagungszentrum ATT gefolgt. In seiner Rede ließ er – wie könnte es auch anders sein – noch einmal lustvoll die letztjährige Landesgartenschau (LGS) Revue passieren, blickte aber danach in die Zukunft. Auch wenn im Moment keine großen Sprünge drin sind, wird man in Zukunft weiter investieren müssen, denn: Stillstand wäre Rückschritt.
Im Rahmen der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste legte Bauer eine Gedenkminute für den am 12. Januar verstorbenen Josef Ramoser ein. Der Altbürgermeister und Ehrenbürger der österreichischen Marktgemeinde Furth bei Göttweig war eine der treibenden Kräfte, als es darum ging, eine Städtepartnerschaft einzugehen.
Der Vertrag wurde vor 35 Jahren besiegelt. Ramoser war ab 1970 zehn Jahre Gemeinderat, 1980 ein Jahr Vizebürgermeister und schließlich von 1981 bis 2003 Rathauschef seiner Gemeinde.
Missstände konnten konsequent beseitigt werden
Im Anschluss betonte Bauer mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl, dass er keine Wahlkampfrede halten werde. An diesem Tag gehe es um die Stadt und nicht um Amt und Kandidaten.
„Die Zeiten sind nicht rosig, aber auch nicht aussichtslos.“ Dazu habe in Furth die Landesgartenschau beigetragen. Wenn man auf das Jahr 2025 zurückblicke, dann kenne die Euphorie keine Grenzen. Sieben Thesen habe er beim Jahresempfang im vergangenen Jahr aufgestellt. Jede einzelne davon habe sich erfüllt. Zentrale Punkte dabei: Noch nie hätten die Further eine Zeit erlebt, in der sich in der Stadt in einer so kurzen Zeitspanne so viel zum Positiven verändert hat. Nach dem strengen Sparkurs der Jahre zuvor habe man mit der Schau und der damit verbundenen Städtebauförderung Missstände, konsequent und zügig beseitigen können. Der überregionale Fokus, die immense Zahl an Besuchern innerhalb weniger Monate, die damit verbundene touristische Entwicklung – all das wäre ohne LGS nicht möglich gewesen.

Mehrfach betonte der Further Rathauschef, dass nicht wenige Personen daran gezweifelt hätten, ob Furth in der Lage sei, die Aufgabe zu stemmen. „Fertig können die nimmer werden“, beschreibt er die Stimmung wenige Woche vor dem Start am 22. Mai. Aber man sei fertig geworden. „Das hat uns niemand zugetraut.“
Bildershow erinnert an Feste und glückliche Besucher
Im Rahmen einer Bildershow erinnerte er an die Feste, Veranstaltungen, an herausragende Künstler und glückliche Besucher. Auch Politprominenz hatte Gefallen gefunden. Zahlreiche Minister und Abgeordnete hätten den Weg nach Furth im Wald gefunden. Eine gute Gelegenheit, nicht nur die Stadt zu präsentieren, sondern auch um Netzwerke zu pflegen und Hintergrundgespräche zu führen.
Was neben der Erinnerung bleibe, sind gestalterische Elemente, wie der Brückenloop, die Parkarena, die Pumptrack-Anlage oder die Lorenz-Zierl-Straße. Ein Sonderlob ging an die rund 200 Ehrenamtlichen, die sich auch in Zukunft für ihre Stadt einsetzen wollen. Sie seien „einfach der Wahnsinn. Nur mit der Unterstützung unserer Ehrenamtlichen konnten wir diese Erfolgsbilanz vorweisen.“ Für die Zukunft gelte es jetzt, die Park-Arena und den Festplatz mit Leben zu füllen. Viel sei da auch schon in die Wege geleitet worden.
In den kommenden Jahren muss gespart werden
Beim Rückblick auf die wirtschaftliche Situation schlugen zwei Insolvenzen zu Buche, von denen eine durch Übernahme abgewendet werden konnte. Es habe Neugründungen gegeben und Erweiterungen. Die Gewerbesteuereinnahmen haben sich positiv entwickelt. 6,7 Millionen Euro waren prognostiziert, 8,3 Millionen Euro sind es geworden. Trotzdem trat er auf die Euphoriebremse: „Betrachtet man die Einnahmen und sieht man die Ausgaben der Stadt, dann sind keine großen Sprünge drin.“ Man habe im Moment wenig finanziellen Spielraum – aber nicht wegen der Gartenschau, wenig Geld sei auch schon vorher ein Problem gewesen. Die Ausgaben waren nur aufgrund der an die Landesgartenschau gebundenen Förderungen möglich. Wenn man sich also in Zukunft etwas leisten wolle, werde das ohne Fördermittel nicht gehen. Doch auch dabei mahnte er, Förderung ist nur der eine Teil. Die Stadt müsse einen Großteil aus eigener Tasche finanzieren. Trotzdem werde weiter investiert, um nicht zurückzufallen.
Mit dem Ende der Gartenschau seien die Investitionen in Straßen und Infrastruktur nicht beendet. Diese Sorge könne er der Bevölkerung nehmen.