Wende um „Reh-Ripper“: Jäger erlegt Tier, vergräbt Kopf, dann kam ein Fuchs – und die Polizei

Von Philip Hell · 28. Januar 2026 um 11:34

Ein Reh-Kopf sorgte am Mittwoch für Aufregung im Landkreis Regensburg: Eine Spaziergängerin hatte ihn zwischen Beratzhausen und Hemau gefunden. Die Polizei nahm Ermittlungen auf, böse Erinnerungen wurden wach – doch dann meldete sich ein Jäger und sorgte für Klarheit.

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Die Polizeiinspektion Nittendorf meldete am Mittwochmorgen den Vorfall. Demnach sei die Jägerin spazieren gewesen, als der Hund den abgetrennten Rehkopf am Rande eines Wanderwegs aufspürte. Die Frau erkannte sofort den glatten Schnitt, mit dem das Tier enthauptet worden war und rief die Polizei, die Ermittlungen wegen Jagdwilderei aufnahm.

Mehrere Tiere enthauptet: Reh-Ripper sorgte für Aufregung im Landkreis Regensburg

Vor rund drei Wochen sorgten zwei sehr ähnliche Vorfälle für Aufsehen im Landkreis Regensburg. Spaziergängerinnen fanden jeweils geköpfte Tiere in der Nähe von Nittendorf und Wenzenbach. Befürchtungen wurden laut, wonach der Reh-Ripper wieder unterwegs ist.

Am Mittag meldete sich allerdings Markus Dinauer bei der MZ. Er ist Jagdpächter und sagt: „Ich habe das Tier erlegt.“ Demnach habe er das Reh Mitte Januar, am letzten Tag vor der Schonzeit, entnommen. Anschließend zerlegte er das Tier und vergrub den Kopf im Boden. Das sei so üblich, sagt Dinauer. „Außer bei Rehböcken, da kocht man die Schädel aus.“

Fund bei Beratzhausen: Fuchs hat Reh-Kopf wohl weitergeschleift

Von dem Ort, an dem er den Schädel vergraben hat, bis zum Fundort seien es in etwa 200 Meter, sagt Dinauer. Der Jäger geht davon aus, dass ein Fuchs den Reh-Rest ausgegraben und weitergeschleift hat. Später habe ihn dann wohl der Hund gefunden.

Der Körper des Rehs sei nach wie vor in seiner Gefriertruhe. Ob es bald einen Braten gibt? „Das ist der Plan“, sagt Dinauer. Um für Klarheit zu sorgen habe er am Mittwoch der Polizei Bescheid gegeben.

Reh-Kopf bei Beratzhausen gefunden: Polizei stellt Ermittlungen ein

Das bestätigt Michael Wurm, Leiter der Polizeiinspektion Nittendorf. Man schenke dem Jäger Glauben, betonte er im MZ-Gespräch. Auch den Beamten sei es allerdings neu gewesen, dass Tierteile bei der Jagd im Boden vergraben werden. Man habe sich mit dem Fall an die Öffentlichkeit gewandt, weil man auf Zeugenhinweise angewiesen sei – letztlich hat das ja auch funktioniert. „Die Ermittlungen sind jetzt eigentlich eingestellt.“