Reaktionen zur Schließung von Kelheim Fibres auf der Straße: „Oh Gott, wirklich? Das ist ja furchtbar“

Von Beate Weigert · 28. Januar 2026 um 05:00

So reagieren Kelheimer auf der Straße und Mitarbeiter auf die Schließung von Kelheim Fibres. „Oh, Gott, wirklich? Das ist ja furchtbar“, entfuhr es bei einer Umfrage einer Frau am Kirchplatz.

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Spätestens am Dienstagnachmittag hatte sich die Nachricht vom Aus des Kelheimer Faserwerks wie ein Lauffeuer verbreitet. Mancher hörte es aber auch von der MZ-Reporterin auf der Straße. „Oh, Gott, wirklich? Das ist ja furchtbar“, entfuhr es einer Frau am Kirchplatz. Sie kenne viele, die bei Kelheim Fibres arbeiten. Ihr Mann war selbst lange auf dem Gelände tätig. Als 2023 die benachbarte Dolan abgewickelt wurde, „hatte er Glück und konnte in Rente gehen.“

Seinen Namen will kaum jemand in der Zeitung lesen. Bestürzung und Mitgefühl sind aber groß. Auch bei Regensburgern, die bei dem schönen Winterwetter zum Spazierengehen und Bummeln nach Kelheim gekommen sind. „Das ist aber traurig. Vor allem für die Mitarbeiter.“

Einige von ihnen verlassen am Nachmittag das Werk nach getaner Schicht. Ein Mann gibt sich gelassen. „Ich bin noch nicht so lange dabei und baue mir nebenbei seit drei Jahren eine eigene Firma auf“, sagt er und setzt hinterher, dass es für ihn nicht so schlimm werden werde. „Es läuft gut.“

„Das Klima war sehr gut. Aber jetzt war’s das.“

Anders ist es bei Markus Thiel, der Schichtarbeiter aus Ihrlerstein hat seinen Arbeitsplatz seit drei Jahrzehnten im Faserwerk. Lange Zeit war er bei Dolan beschäftigt. Doch der Acrylfaserhersteller ging vor gut zwei Jahren insolvent. „Weil der Gaspreis so hoch war, jetzt folgt Fibres.“ Thiel gesteht, dass er mit sehr gemischten Gefühlen in die Zukunft blickt. „Ich bin 55.“

Ein junger Kollege glaubt, dass er schon eine andere Arbeit finden werde. „Aber hart trifft es auch die Kollegen, die ein Haus gebaut oder gekauft haben.“ Ein weiterer Mitarbeiter hat erst vor wenigen Jahren von einem Automobilzulieferer in der Region zu Kelheim Fibres gewechselt. „Ich habe hier sehr gerne gearbeitet. Die Kollegen waren alle top. Das Klima war sehr gut. Aber jetzt war’s das.“

Ein anderer sieht „zahlreiche Management-Fehler“. Zuletzt habe man auch die Qualität heruntergeschraubt, das sei ein Fehler gewesen, sagt er und fährt mit dem Fahrrad davon.