Kommentar zur Nachnutzung der Bayerwald-Klinik in Cham: Die Stadt und ihre Zwangslage

Gibt es noch eine Chance für die Bayerwald-Klinik in Windischbergerdorf in Cham? Die Chancen dafür gehen Richtung Null. Dafür ist aber eine Nachnutzung der Reha-Einrichtung im Gespräch. Die Stadt ist um ihre Zwangslage nicht zu beneiden, kommentiert Redakteur Johannes Schiedermeier.
Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht zum Thema: Gibt es noch Hoffnung für eine Nachnutzung der Bayerwald-Klinik in Cham?
Nun ist die Stadt am Zug. Und sie ist angesichts der Zwangslage nicht zu beneiden. Denn die kurzfristige Entscheidung des Maternus-Konzerns war zwar vom Inhalt her für Insider nicht mehr die große Überraschung, wohl aber der Zeitpunkt.
Bisher haben alle alles richtig gemacht. Der Versuch, eine Nachnutzung der Klinik zu erreichen, die wegkommt vom offensichtlich defizitären Reha-Betrieb, ist scheinbar unausweichlich. Die Maternus-Kliniken AG gehört zur Cura-Gruppe, die Pflegedienstleitungen anbietet. Hier hätte die Stadt vor allem in der Kurzzeitpflege großen Bedarf. Das wäre ein neuer Ansatz, der auch Arbeitsplätze der bestehenden Klinik sichern würde.
Ansonsten bleibt der Stadt eigentlich nur übrig, sich Grundstück und Gebäude über ihr Vorkaufsrecht zu sichern, um selbst zu planen, und dieses Filetstück in der Stadt nicht wieder Privaten zu überlassen. Das kostet zwar, macht die Stadt aber nicht wieder zum Spielball fremder Interessen.