Förster in Rente zählt seit 50 Jahren Vögel am Rötelsee bei Cham

Schon mit zehn Jahren ist Peter Zach rund um seinen Heimatort Trasching in der Natur unterwegs gewesen, um Tiere und Pflanzen zu erforschen. „Ich habe mich immer schon dafür interessiert, Biologie war mein Lieblingsfach“, sagt der 74-Jährige heute. Aus der frühen Begeisterung wurde später ein Beruf und eine Berufung. Peter Zach wird Förster, seine Freizeit widmet er seinen gefiederten Freunden, den Vögeln. Ein halbes Jahrhundert lang führt Zach inzwischen das Monitoring der Wasservögel im Naturschutzgebiet Regentalaue durch.
Einer von 2000 Vogelzählern in Deutschland
Er ist damit einer von 2000 Ehrenamtlichen in ganz Deutschland, die den Bestand und die Verbreitung von Wasservogelarten – geschützt und ungeschützt – dokumentieren. Seit 1966 wird mit Hilfe dieses bundesweit umfangreichsten Vogelmonitoringprogramms auch die Bedeutung heimischer Feuchtgebiete für ziehende Arten erfasst. Kurioserweise war Peter Zach auch mit dafür verantwortlich, dass das Gebiet um den Rötelseeweiher in den Regentalauen überhaupt mit in dem Programm ist. „In einer Broschüre 1970 wurde das Gebiet noch überhaupt nicht erwähnt“, erinnert sich Zach heute. „Da war unsere Region eine Diaspora in Sachen Vogelschutz.“
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Doch Anfang der 70er Jahre lernt Zach über einen Bekannten in Roding einen Weggefährten kennen. „Peter Niklas (langjähriger, bereits verstorbener Zeitungsmitarbeiter; Anm. d. Red.) hat damals zu mir gesagt: Ich kenne jemanden, der ist genauso wie du“, erinnert sich Zach. „Das war Alfons Fischer.“ Zach und Fischer sind seitdem gemeinsam in den Regentalauen unterwegs – und ihre Zählungen sorgen dafür, dass man in Bayern auf das Schutzgebiet aufmerksam wird. Auch seine Diplomarbeit widmet Zach den Regentalauen.

Immer sonntags in der Monatsmitte wird gezählt
Immer an einem Sonntag Mitte des Monats macht sich Zach allein oder in Begleitung auf, um an bestimmten, festgelegten Standorten nachzuprüfen, wie viele und welche Wasservögel dort zu finden sind. „Eine Kompletterfassung dauert fünf Stunden“, sagt er.

Und so hat er in fünf Jahrzehnten allein für dieses Monitoring um die 3000 Stunden Zeit aufgewendet, und tausende Kilometer zu Fuß dafür zurückgelegt. Mit einem Fernrohr mit 60-facher Vergrößerung kommt er auch den scheuesten Vögeln auf die Schliche. Bei der Dokumentation und Archivierung hilft ihm Jahrzehnte lang seine Frau zu Hause in Konzell, wo sie das frühere Forstamtsgebäude gekauft haben. „Das war immer eine große Hilfe“, sagt Zach.
Durch seine akribische Buchführung kann er über die Jahre viele Besonderheiten der Regentalaue nachweisen. So haben sich Nilgans, Brandgans und Rostgans in den letzten Jahrzehnten neu hier angesiedelt, die Brandgans hat 2025 zum ersten Mal hier gebrütet. Im Gegenzug gibt es Zachs Untersuchungen zufolge immer weniger Kiebitze, „unser größtes Sorgenkind“. Von 3000 Exemplaren noch vor 20 Jahren sackten die Durchzugszahlen auf inzwischen nur noch 600, bedauert Zach, der 1992 auch den Kauf des 100 Tagwerk großen Weihergebiets durch den Landkreis eingefädelt hat.

Sogar Seeadler findet Peter Zach in der Region
In diesem Jahr geht er in seine 51. Saison. Peter Zach ist weit gekommen von dem Rodinger Sohn eines Waldarbeiters, der so lange einer ihm unbekannten Vogelstimme hinterhergesucht hat, bis er sie gefunden hat. Heute pfeift es auf dem Weg zum Monitoring von der linken Seite, und Zach weiß sofort, wer sich da lautstark zu Wort gemeldet hat. Oben am Himmel ist für den Laien ein schwarzer fliegender Punkt zu erkennen – Zach erkennt sofort die genaue Art des Vogels.
Und selbst ziemlich außergewöhnliche Vogelarten findet der Rentner im Landkreis. „Wenn man weiß, wo man suchen muss“ lacht er, und richtet das Stativ des Fernrohrs auf eine weit entfernte größere Baumgruppe.
Es dauert ein paar Minuten, bis er das Objektiv scharf gestellt hat, dann breitet sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus: „Da ist er, der Seeadler.“ Denn auch dafür ist Zach zuständig und von der Regierung beauftragt: Die Seeadler-Population in der Region zu überwache, die seit vier Jahren sogar hier brütet.

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Eine Stunde später macht sich Zach auf zu seinem nächsten Zählpunkt. Rund um den Großen Rötelsee, Lettenweiher, Angerweiher ist das zweite Wohnzimmer von Peter Zach. So schnell wird er nicht ausziehen, versichert er. „So lange es geht, werde ich weitermachen.“
