Es geht um Wasser, Feuerwehr und Senioren: Das kommt auf Berg im Jahr 2026 zu

Von Wolfgang Endlein · 22. Januar 2026 um 15:00

Das Jahr 2026 steht in Berg unter dem Eindruck der Wahlen am 8. März. Ab Mai könnten die politischen Entscheider andere sein. Doch die Arbeit der Gemeinde geht unabhängig davon weiter. Rathauschef Peter Bergler blickt auf die zentralen Vorhaben in diesem Jahr, die die Gemeinde beschäftigen werden. Im Fokus stehen die Bildung, Versorgung und Sicherheit der Bürger.

Die Liste der Projekte, die in diesem Jahr umgesetzt werden sollen, hat einige Punkte. Dazu gehört beispielsweise der Umbau des ehemaligen Verwaltungsgebäudes in ein barrierefreies Generationenhaus. Bergler erwartet nach derzeitigem Stand, dass der Umbau Ende des Jahres fertig ist. „Wenn nichts Außergewöhnliches dazwischen kommt. Aber das weiß man bei so alten Gebäuden nie“, sagt Bergler.

Seit August saniert Berg die Grundschule Sindlbach. Feuchtigkeit und Schimmel in einem der Klassenzimmer hatten die rund 1,5 Millionen Euro teure Sanierung ausgelöst. Es bestehe Zeitdruck, sagt Bergler. Bis zum nächsten Schuljahr muss alles fertig sein. Bergler: „Da lege ich Wert drauf und es ist mir von allen Seiten versprochen worden.“

Wasserleitungen: Gemeinde Berg hat Rechtsstreit mit Baufirma

„Wasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt“, sagt der Bürgermeister. Mehrere Vorhaben der Gemeinde drehen sich deshalb in diesem Jahr ums Trinkwasser. Seit fünf Jahren arbeitet die Gemeinde daran, die Wasserleitungen im Hauptort zu sanieren. Ein Teil ist geschafft, wobei sich Berg deswegen mit der ausführenden Baufirma im Rechtsstreit befindet. Laut Bergler sind die Kosten unverhältnismäßig aus dem Ruder gelaufen. Statt des Kostenansatzes von 900 000 Euro wäre man am Ende beim Doppelten herausgekommen.

Die verbleibenden, noch nicht sanierten Wasserleitungen müssten aber angegangen werden, sagt der Bürgermeister. Das zu planen, werde eine der zentralen Aufgaben für den neuen Bauamtsleiter in diesem Jahr sein. Im Sommer geht der langjährige Bauamtsleiter Bernhard Birgmeier in Rente.

Peter Bergler ist noch bis Mai Bürgermeister in Berg. Ober danach weiter im Amt ist, entscheidet sich am 8. März bei der Bürgermeisterwahl. - Foto: Wolfgang Endlein

Aber nicht nur die Leitungen, durch die das Trinkwasser transportiert wird, müssen angegangen werden. Das nötige Wasser zu gewinnen, ist ebenfalls eine große Baustelle in diesem Jahr. Die Brunnen eins und zwei zapfen den zweiten Grundwasserstock an, der staatlich vorgeschrieben geschont werden muss.

Deswegen prüft die Gemeinde Alternativen. Eine solche wäre eine neue Quelle, die ein Experte derzeit sucht. „Aber das wird schwer“, sagt Bergler. Erste Untersuchungen hätten zu keinem Fund geführt. Bis Sommer soll der Experte weitersuchen. „Dann wissen wir mehr“, sagt der Rathauschef.

Berger Feuerwehr erhält ein neues Löschfahrzeug

Wird man doch fündig, wird die Gemeinde viel Geld in die Hand nehmen müssen, um neue Brunnen zu bauen, sagt Bergler. Am Ende werden das die Verbraucher über den Wasserpreis zahlen. Der sei aber gemessen an der Bedeutung des Lebensmittels Wasser immer noch niedrig, meint der Bürgermeister. 1000 Liter Wasser kosten laut ihm 2,15 Euro.

Eine weitere Pflichtaufgabe, die Geld binden wird, ist die Feuerwehr. In diesem Jahr wird das neue Feuerwehrhaus in Hausheim fertig, das mehr als eine Million Euro kostet. Die nächste Investition stehe aber schon an, erklärt Bergler. Die Feuerwehr Berg soll einen Ersatz für ein mehr als 30 Jahre altes Löschfahrzeug erhalten.

Dessen voraussichtlichen Kosten von mehr als 500 000 Euro nehmen sich gering aus im Vergleich zu den etlichen Millionen für jenes Projekt, das Bergler 2026 auf die Bahn bringen will. Das Feuerwehrhaus in Berg stammt aus dem Jahr 1990 und entspricht nicht mehr den Anforderungen der insbesondere durch die nahe Autobahn geforderte Stützpunktwehr.

Architektenwettbewerb für Feuerwehrhaus in Berg?

Neubau oder Sanieren im Bestand? Bergler will diese Frage gemeinsam mit Feuerwehr und Gemeindepolitik angehen. Um Grundlagen zu schaffen, schwebt ihm ein „kleiner Architektenwettbewerb“ vor. Planer sollen mit einem vorgegebenen finanziellen Rahmen erarbeiten, was denkbar ist.

Für Bergler steht fest: Das Projekt will gut geplant sein. Es werde ein Vorhaben sein, das die Finanzen der Gemeinden leicht massiv belasten könne.

Grundlagen hat die Gemeinde im Vorjahr bei einem anderen Thema bereits gelegt: Leben und Wohnen im Alter in Berg. Auf die Umfrage unter Senioren und zwei Veranstaltungen sollen in diesem Jahr weitere Schritte folgen. Bergler will mit dem bestehenden Arbeitskreis weiter vorankommen, auch wenn das Gremium nach der Gemeinderatswahl anders besetzt sein könnte.

Und dann wäre da noch das Dauer-Thema schlechthin in Berg: der viele Verkehr auf der Staatsstraße.Bergler wartet auf die Entscheidung des Landratsamtes über den Antrag der Gemeinde auf Tempo 30. Wenn diese da sei, werde man sehen, wie es weitergehe, sagt der Rathauschef.

Es gibt also einiges zu tun in diesem Jahr für die Gemeinde. Zumindest bis zum Mai wird Peter Bergler dafür in entscheidendem Maß verantwortlich sein. Ob auch darüber hinaus, wird sich bei der Bürgermeisterwahl im März entscheiden.