Prozess um Geiselnahme im BKH Straubing zieht sich in die Länge

Mit Entschuldigungsbriefen und einer anschließenden Unterbrechung aufgrund psychischer Probleme eines Angeklagten ist am Dienstag der Prozess um die Geiselnahme im Bezirksklinikum Straubing fortgesetzt worden. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Verfahren noch mehr Zeit in Anspruch nehmen wird. Weitere Termine wurden bis 19. März festgesetzt.
Lesen Sie hier: Geiselnehmer geben sich reumütig
Vor dem Landgericht Regensburg schilderte am Dienstag eine Therapeutin im Zeugenstand die Behandlung und Entwicklung eines der Angeklagten. Bei der Befragung durch die Verteidiger zeigte sich einmal mehr deren Strategie, die Arbeitsmethoden in der niederbayerischen Klinik zu hinterfragen und dabei herauszuarbeiten, dass dort womöglich ein autoritäres Gebaren gegenüber den untergebrachten Patienten im Maßregelvollzug herrschte. Die Verteidiger sprechen sogar von einem „Klima der Angst“ und Willkür.
„Letzte Chance“ vor Überstellung ins Gefängnis
Die vier Angeklagten hatten den Ausbruch und die Geiselnahme im August 2024 als „letzte Chance“ zur Flucht vor der Überstellung ins Gefängnis angeführt. Drei standen damals vor dem ärztlich angeordneten Abbruch der Therapie.
Lesen Sie hier: Verteidiger lenken Blick auf Entscheidung der Ärzte
Vorsitzender Richter Dr. Alexander Guth verlas im Gerichtssaal die Entschuldigungsbriefe zweier Angeklagter, die diese an Weihnachten an die Schleusenmitarbeiter schickten, die sie als Geiseln nahmen und bedrohten. Auch Entschädigungen wurden angeboten.
Zweifel an Verhandlungsfähigkeit
Das für den Nachmittag geplante Sachverständigengutachten wurde verschoben, weil sich ein Angeklagter unwohl fühlte. Nach einer medizinischen Begutachtung wurden Zweifel an seiner Verhandlungsfähigkeit laut. Am 9. Februar wird der Prozess fortgesetzt.