Millionen-Investition: Kuchlbauer saniert in Weißbierstadl und baut am Hundertwasserturm

Von Lucia Pirkl · 21. Januar 2026 um 05:00

Die Brauerei Kuchlbauer aus Abensberg (Landkreis Kelheim) investiert einen siebenstelligen Betrag für Veränderungen rund um den Weißbierstadel an der Gillamooswiese, aber auch für Neuerungen am Brauerei-Biergarten am Hundertwasserturm. Auf diese Besonderheiten dürfen sich die Gäste freuen.

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Starkbierfeste, Bierproben, Konzerte und vieles mehr: Der Weißbierstadl in Abensberg war in den vergangenen Jahrzehnten bekannt für so manch namhafte Veranstaltung. Nun soll das markante Gebäude in die Moderne geführt werden. Bis zu seinem 50-jährigem Jubiläum 2030 soll er nachhaltig umgerüstet werden. Dafür nimmt die Brauerei Kuchlbauer viel Geld in die Hand. Für dieses und noch ein weiteres Projekt investiert das Unternehmen einen Millionenbetrag.

Der anstehende Pächterwechsel im Juni ist für die Brauerei eine gute Gelegenheit, den Stadl einmal auf links zu drehen, energetisch nachzurüsten, nicht zuletzt auch, um künftig die Energiekosten gering zu halten und so auch Geld einsparen zu können.„Wir wollen eine klimaneutrale Gastronomie erschaffen“, so Jacob Horsch, Brauereichef.

Schrittweise soll der Weißbierstadl saniert werden. Begonnen wird in diesen Tagen erst einmal mit den Außenanlagen. Neue Pflasterflächen, ein neuer Biergartenboden, moderne Biergartenbestuhlung, neue Außen-Toiletten sowie ein individuelles Beleuchtungs-, Licht- und Tontechnikkonzept sollen den Biergarten attraktiver machen.

Bauarbeiten im Biergarten beginnen in diesen Tagen. - Foto: Pirkl

Am Erscheinungsbild wird festgehalten

Zum Gillamoos werden die Außenanlagen fertig sein, so Horsch. Das Bier soll dann im Übrigen nicht mehr in Maß-, sondern in Steinkrügen ausgeschenkt werden. Trotz Umbau, so versichert er, wird der Stadl immer bewirtet werden.

Konzeptionell soll der Weißbierstadl wieder an alte Zeiten anschließen. Horsch wünscht sich die Wiederbelebung des Aloysius-Bockbierfestes, nicht nur als einzelner Abend sondern als Starkbier-Wochenende, samt Kabarett, Derblecken und Gstanzlsingen. Auch Faschings- und Silvesterbälle, Floh- und Antiquitätenmärkte sollen hier künftig stattfinden.

Bräu Jacob Horsch, Sohn von Leonhard Salleck, hat viel vor in diesem Jahr, und zwar nicht nur für den Weißbierstadl. Hier zeigt er erste Entwürfe für einen Abenteuerspielplatz beim Brauereibiergarten. - Foto: Pirkl

Neu etablieren möchte Horsch einen Weihnachtsstadl, in dem festliches Essen von Show-Acts und Musik begleitet wird, buchbar für Firmen und für Privatpersonen. Aber hier stecke man noch in der Konzeptphase. „Der Weißbierstadl ist einzigartig“, sagt Horsch, „ein Veranstaltungsort, den es so zwischen Nürnberg und München kein zweites Mal gibt.“ Wer den Weißbierstadl künftig pachtet, dazu möchte sich Horsch im Moment noch nicht äußern, denn noch liefen die Gespräche.

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Aber damit nicht genug: Veränderungen stehen auch ein paar weiter stadteinwärts, beim Turm-Biergarten an. Nach zwei Jahren zieht sich die Pächterfamilie Daxl zurück, um sich mehr auf den Gasthof am Stadtplatz und das Hotel konzentrieren zu können. Die Brauerei bespielt den Biergarten künftig wieder selbst, und zwar mit Franz Berger als neuem Betriebsleiter.

Auch baulich wird sich hier einiges ändern. Die Toiletten werden erneuert und barrierefrei gestaltet, zudem ist ein neues Bestuhlungskonzept geplant. Horsch möchte den Biergarten mit Kleinkunst beleben und ein weiteres kulturelles Angebot in der Stadt schaffen.

Abenteuerspielplatz für die kleinen Gäste

Der Biergarten soll künftig nicht nur Touristen sondern auch Einheimische oder Handwerker anziehen, die hier künftig Mittagsangebote nutzen können.

Etwas ganz Besonderes hat Horsch für die kleinen Gäste in Planung. Ein Abenteuerspielplatz im Stil von Hundertwasser soll hier entstehen. „Das soll nichts von der Stange sein“, so Horsch. Hier könnten Kinder etwa die physikalischen Prozesse des Bierbrauens spielerisch entdecken. „Ich hoffe, dass wir dieses Jahr noch mit dem Bau anfangen.“

Einzigartige Bauweise

Bundwerkstadl: Bundwerkstadl sind kunstvoll verzierte bäuerliche Scheunen, die vor allem im 18. und im frühem 19. Jahrhundert in Oberbayern entstanden sind. Charakteristisch ist die sichtbar nach außen geführte Holzkonstruktion, die höchste Präzision in der Zimmermannskunst erfordert. Schmuckelemente wie geschnitzte Ornamente, bemalte Traufen oder symbolische Figuren – etwa Löwen am Dachstuhl – machen diese Bauweise einzigartig. Der Kuchlbauer Weißbierstadl gelte heute als eines der eindrucksvollsten Beispiele dieser Bauform, heißt es in einer Pressemitteilung.

Erwerb und Ausbau: Leonhard Salleck hatte den etwas verwahrlosten Stadl in den 1970ern in der Nähe von Burgkirchen an der Alz gekauft und dann in Abensberg aufbauen lassen. Er ließ den Stadl vollständig abbauen, nach Abensberg transportieren und stellten am 1. Oktober 1979 den Antrag für die Wiedererrichtung an der Gillamooswiese. Der rund 36 Meter lange Stadl mit einem Volumen von etwa 4600 Kubikmetern wurde 1980 genehmigt und bietet Platz für bis zu 800 Gäste und weit über 1500 Gästen im Biergarten.