Lappersdorfer Marktrat berät am Montag über Rekordhaushalt

Verwaltung legt dem Gremium das Zahlenwerk für 2026 vor – Bürgermeister und Kämmerin gewährten vorab einen Einblick. Das sind die größten Kostenfaktoren und Investitionen für das neue Jahr.
Auch heuer hat es die Kämmerei des Marktes Lappersdorf wieder geschafft, dem Marktgemeinderat in seiner ersten Sitzung des neuen Jahres am kommenden Montag die Haushaltssatzung mit entsprechendem Haushaltsplan zur Genehmigung vorzulegen. Bürgermeister Christian Hauner und Kämmerin Sabrina Dörner haben die MZ im Vorfeld in das umfangreiche Zahlenwerk schauen lassen, das Einnahmen und Ausgaben in Höhe von insgesamt 59,795 Millionen Euro vorsieht
31 803 830 Euro entfallen auf den Verwaltungshaushalt und 27 991 770 Euro auf den Vermögenshaushalt. Laut der Kämmerin entwickelt sich auf der Einnahmenseite des Verwaltungshaushalts der Anteil an der Einkommensteuer positiv. Die Gewerbesteuer verbleibe dagegen seit Jahren auf dem aktuellen Niveau, während die Schlüsselzuweisungen im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht gesunken seien.
Bürgermeister zeigt sich enttäuscht
„Eine für uns sehr enttäuschende Entwicklung, nachdem wir bei der Finanzplanung und den ersten Berichten nach den Verhandlungsrunden noch von einem steigenden Einnahmeposten ausgegangen sind“, bedauert Bürgermeister Hauner. Vorgesehen sind deshalb für den Einkommensteueranteil 12,6 Millionen Euro, für die Schlüsselzuweisung 4,7 Millionen Euro und für die Gewerbesteuer 3,4 Millionen Euro.
Die mit Abstand größten Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt sind die Personalkosten (9,4 Millionen) und die Kreisumlage mit 8,9 Millionen Euro. Eine große Entlastung sei die Senkung der Kreisumlage durch den Landkreis, wobei sich die Kämmerin weitere Unterstützung durch Freistaat und Bund erhofft. Einflussmöglichkeiten im Verwaltungshaushalt durch den Marktgemeinderat sieht Bürgermeister Hauner durch die regelmäßige Ausweisung neuer Wohnbaugebiete sowie weiterer Gewerbeflächen.
Trotz der kaum verbesserten Einnahmesituation sei es 2026 möglich, den negativen Trend der letzten Jahre bei der Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt zu durchbrechen. Mit 1,3 Millionen Euro könne erstmals wieder die Zuführung erhöht werden (Vorjahr: 800 000 Euro). Das Niveau sei deswegen aber immer noch sehr niedrig und auf keinen Fall zufriedenstellend, meinte Dörner. Beim veranschlagten Vermögenshaushalt von fast 28 Millionen Euro sehen Bürgermeister und Kämmerin die Marktgemeinde vor großen Herausforderungen.
Beide zeigten sich aber zuversichtlich, dass alle Projekte wie geplant umgesetzt werden können. Folgende Maßnahmen stehen an: Baugebiete Hönighausen Nord, Oppersdorf Mühlbreite II und Lorenzen West III, Gewerbegebiet Lorenzen, Sanierung des Marktplatzes, der Treppenanlage und der Ortsdurchfahrt, Abriss und Neubau des Anwesens Regensburger Straße 10 mit Gastronomie und Arztpraxen, Anbau ans Feuerwehrhaus in Hainsacker, Sanierung Mittelschule Lappersdorf mit Turnhalle, Fertigstellung Feuerwehrhaus Kareth, Sanierung oder Neubau Inklusionskindergarten Lappersdorf, Vorbereitung Sanierung Gemeindehalle sowie die weitere Planung für ein Wärmenetz in Hainsacker.
Fast vier Millionen neue Schulden
Zur Realisierung werden in diesem Jahr nach Angaben von Dörner Kreditaufnahmen unumgänglich sein. Geplant sind knapp vier Millionen Euro, so dass sich der Gesamtbetrag der laufenden Kredite im Markt Lappersdorf auf rund 11,5 Millionen Euro erhöht. Abschließend teilt Bürgermeister Hauner mit, dass, wie im Vorjahr, auch für 2026 die finanziellen Rahmenbedingungen eine besondere Herausforderung bei der Aufstellung des Haushalts seien. Er dankte der Kämmerei sowie allen Fachämtern und Einrichtungen des Marktes Lappersdorf „für die hervorragende, transparente und termingerechte Zuarbeit zur Erstellung des neuen Etats“.